Willkommen in Karlopolis: Das Stadtschild wird zum ersten Mal im Otto-Dullenkopf-Park aufgestellt und begrüßt dort ab Montag wieder Hunderte Kinder.
Eine Kinderstadt wie in Karlsruhe soll im Sommer in Ettlingen entstehen. | Foto: Jörg Donecker

Drei Wochen im Sommer

„Karlopolis“ Vorbild für Ettlinger Kinderstadt

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Nach dem Vorbild von Karlopolis im benachbarten Karlsruhe soll es jetzt auch in Ettlingen in den Sommerferien eine Kinderstadt gegeben. Die Kinderstadt 2019 soll vom 29. Juli bis 16. August im Innenhof des Eichendorff-Gymnasium laufen. Robert Siwek von dem dreiköpfigen Organisationsteam des Kinder- und Jugendzentrums Specht   rechnet mit mindestens 140 teilnehmenden Kindern bei der ersten Auflage der Ettlinger Kinderstadt. Die Kinderstadt soll das Leben in einer „echten“ Stadt simulieren. Jeden Tag melden sich Kinder in einem „Arbeitsamt“ an und suchen sich aus verschiedenen Berufen ihren Job für den jeweiligen Tag heraus.

Schon sicher ist, dass es in der Kinderstadt ein Atelier mit Töpferei, Malerei, Schreinerei, ein Rathaus mit Arbeitsamt, Bürgermeister & Stadträten, eine Müllabfuhr (Hausmeister, Reinigungskraft), eine Bank, einen Pressebereich (geplant ist eine eigene Publikation), ein Gesundheitszentrum mit Friseur, Nagelstudio, Massagen und Sanitäter. Weiterhin wird es eine Bäckerei, ein Café und einen Snackbereich geben. Weiterhin sind ein Zirkus und Sportprogramme geplant.

Jeden Morgen Bürgerversammlung

Jeden Morgen während der drei Wochen gibt es eine Versammlung, in der der Tagesablauf und die Aufgaben besprochen werden. Wenn sich genug Kinder melden, so Siwek, wird es fünf Stammgruppen mit jeweils 25 Kindern und vier Betreuern geben. Ab 7.30 Uhr werden die Kinder in Empfang genommen und ab 16 Uhr können sie wieder abgeholt werden. Immer mittwochs ist Ausflugstag. Jede Gruppe kann nach eigenen Wünschen dann Ausflüge in die Region planen. Dabei sollen die Ideen entwickelt werden, die für die Sechs- bis Elfjährigen wirklich interessant und spannend sind. Und am Ende jeder Woche, also freitags ist ein Kinderstadtfest geplant, wo die einzelnen Gruppen zeigen können, was sie im Laufe die vorangegangen vier Tage gelernt hat, Die Kinderstadt hat ihr eigenes Geld.

Kinderstadt hat „eigenes“ Geld

Der Ablauf während des Tages ausgehend von der Bürgerversammlung ist genau strukturiert. Um 9 Uhr muss jede Gruppe dort vertreten sein. „In der Versammlung werden Informationen verteilt, aktuelle Beschlüsse bekannt gegeben, Wahlergebnisse verkündet und Bürgerentscheide gefällt“, so Robert Siwek, der hauptamtlich für das Jugendzentrum arbeitet.
Ohne viele ehrenamtliche junge und ältere Erwachsene, die aktiv mithelfen, dass die Kinderstadt läuft, wäre aus seiner Sicht das Projekt nur schwer zu stemmen. Nachmittags nach dem Mittagessen steht die Hauptarbeitszeit der Kinder in den jeweiligen Berufen an. Die geleistete Arbeitszeit wird in eine Arbeitskarte eingetragen. Pro Stunde erhält man fünf „Kinderstadtgeld“.

Währung hat noch keinen Namen

Wobei der Name für die Währung noch nicht feststeht. „Ich finde es eine gute Idee, was hier vom Specht, den Sozialpädagogen Melanie Rehm, Nicole Berg und Robert Siwek, auf die Beine gestellt wird“, sagt Henrik Bubel, Leiter des Bildungsamts der Stadt Ettlingen. Die Kinder würden spielerisch an die gesellschaftliche Realität herangeführt. Die Anmeldung läuft seit Beginn des Monats. Im ersten Monat seien nur Ettlinger Kinder angesprochen. Wenn dann noch Plätze frei sind, könnten auch Auswärtige zum Zug kommen.

Anmeldung
Informationen zum Projekt und Anmeldung: Telefon (0 72 43) 47 04 oder E-Mail-Adresse: jz.ettlingen@awo-ka-land.de.
Die Kosten pro Woche und Kind betragen 80 Euro; es gibt Ermäßigungen unter anderem mit Familienpass.
Die Homepage des Jugendzentrums Specht in Ettlingen lautet www.kjz-specht.de.