Gescheitert ist der Antrag zur Bewerbung von Rheinstetten als Ausrichter der Gartenschau: Auch das Gebiet am Eplesee sollte einbezogen werden. | Foto: Werner Bentz

SPD-Antrag ist gescheitert

Keine Mehrheit für Gartenschau in Rheinstetten

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Von Holger Schorb

Der Antrag der SPD-Fraktion, Rheinstetten solle sich für eine Gartenschau bewerben, hat im Gemeinderat keine Mehrheit gefunden. In dem Gremium herrschte zwar Einigkeit, dass die Stadt sich Gedanken machen muss, wie die Nutzung des Epplesees als Badesee, Baggersee und Naturschutzgebiet künftig ausgestaltet werden soll. Dies im Zuge einer Gartenschau in einem der Jahre zwischen 2026 und 2030 zu tun, stieß allerdings mit neun Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen gegenüber sieben Ja-Stimmen auf Ablehnung. Das Land schreibt jetzt die im Wechsel vergebenen Landesgartenschauen und Grünprojekte für diesen Zeitraum aus. Die Mehrheit war der Meinung, dass die Kosten für die Ausrichtung unterm Strich zu hoch seien und Projekte besser ohne Gartenschau angegangen werden sollten.

SPD hoffte auf Landeszuschüsse

Die Sozialdemokraten argumentierten, Rheinstetten könne sich auf diesem Weg präsentieren und mit Landeszuschüssen Vorhaben wie die Grünfläche in der neuen Stadtmitte, die Gestaltung des Sees und seine Verbindung zur Stadtmitte angehen. Die Machbarkeitsstudie für die erfolglose Bewerbung 2009 hätte dem Antrag zufolge als eine Grundlage dienen können. „Wir wollen nachhaltig Probleme lösen“, sagte Gerhard Bauer. „Es hat seinen Reiz, darüber nachzudenken“, so Oberbürgermeister Sebastian Schrempp, der anregte, den Badebetrieb in professionelle Regie zu vergeben. „Wir würden touristisch profitieren und weniger Ärger haben“, sagte der OB. Franz Deck (CDU) erachtete es gerade im Hinblick auf das kommende Großprojekt Stadtmitte als schwierig, weitere finanzielle Verpflichtungen einzugehen.

Epplesee sollte Teil der Gartenschau sein

„Über den Epplesee muss man nachdenken, aber bauliche Veränderungen in Richtung Badesee wären im Rahmen eines Grünprojekts kaum machbar“, meinte er. „Wir brauchen die Gartenschau nicht, da am Schluss nicht Gewinn bleibt, sondern Schulden“, sagte Gerd Waidner (ULR), stattdessen solle die Stadt in einzelne Vorhaben investieren.

Für einige Gemeinderäte sind Kosten zu hoch

Die Kosten für ein so groß dimensioniertes Projekt und seine Folgekosten sowie die angedachte Gestaltung der Grünflächen jenseits der Bundesstraße 36 überzeugten sie nicht, meinte Babette Schulz (Grüne). Die Idee einer Gartenschau sei grundsätzlich nicht schlecht, aber in die Bewerbung müssten neue Aspekte wie Artenvielfalt und Landwirtschaft gebracht werde, erklärte Otto Deck (BfR).