Ein viel diskutierter Unfall ereignete sich am Bahnhof Busenbach vor rund einem Monat. Blumen hängen am Geländer im Gedenken an einen 47-jährigen Familienvater, der nach links die Gleise queren wollte und von einer S-Bahn erfasst wurde. | Foto: Rainer Obert

Unfallort Bahnhof Busenbach

Keine zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen nach tragischem Tod am Bahnübergang

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Nur Blumen am Bahnsteig zeugen am Bahnhof Waldbronn-Busenbach noch vom schrecklichen Unfall vor rund einem Monat an dieser Stelle. Der tragische Tod eines 47-Jährigen am Montagmorgen des 20. August hatte in der Bevölkerung für Bestürzung gesorgt. Inzwischen hat die Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen, demnach sei dem Fahrer der Straßenbahn S11 nach Ittersbach kein Fehlverhalten nachzuweisen.

Der getötete Familienvater zweier Kinder war auf dem Fußgängerüberweg über die Gleise – sein E-Bike schiebend – erfasst, mitgeschleift und getötet worden. Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) plant indes keine zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen am Busenbacher Bahnhof, wie sie die BNN wissen ließ.

Keine Hinweise auf Fehlverhalten des Fahrers der S-Bahn

Diskutiert wurde nach dem Drama am Busenbacher Bahnhof in Form von Leserbriefen und in den sozialen Netzwerken. Täglich legte der 47-jährige Ettlinger den Weg zur Arbeit über den Gleisübergang zurück. An den Mutmaßungen, der Bahnführer könne zu schnell in den Bahnhof eingefahren sein, ist laut Marion Kaiser, Sprecherin des Präsidiums Karlsruhe, aus Sicht der Polizei nichts dran. Man habe keine entsprechenden Erkenntnisse. „Ihm ist aus polizeilicher Sicht kein Vorwurf zu machen.“

Man könne auch keine zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen anweisen, das liege im Ermessen der AVG. Es bleibe bei der Tatsache, dass der Radfahrer wie vorgeschrieben und vor Ort mit einem Schild angezeigt, vorm Gang auf die Gleise abgestiegen war. Der Radweg führt hier offiziell über den Schienenstrang.

Der 47-jährige Mann war vom Ettlinger Ortsteil „Spinnerei“ her gekommen und hatte dann den Übergang nach links queren wollen. Dies stehe inzwischen fest. Hierzu waren Zeugen nach dem Todesfall gesucht worden. Vor Ort warnt kein Bimmeln vor der Einfahrt der S-Bahnen, da zuvor kein beschrankter Bahnübergang über eine Straße liegt.

Übergang wurde als zulässig und sicher abgesegnet

„Sicherheit spielt für uns eine sehr große Rolle“, betont AVG-Sprecher Michael Krauth gegenüber den BNN. Die Bahnübergänge würden regelmäßig kontrolliert. Die Landes-Eisenbahnaufsicht begutachte alle zwei Jahre die Gleisübergänge. Dies sei turnusgemäß im Juni vor dem Unfall geschehen. „Der Übergang wurde als zulässig und sicher abgesegnet.“ Es sei ausreichend vor Ort ausgeschildert und auf die Gefahren hingewiesen. Vonseiten der AVG sehe man daher auch nach dem Unfalltod „aktuell keinen Handlungsbedarf“.

AVG verweist auf hunderte Bahnübergänge im Netz-Gebiet

Am Gleis befinden sich auf jeder Seite je ein Piktogramm auf dem Boden, das das Radfahren am Gleis untersagt, dazu ein Schild mit dem Hinweis, dass Radfahrer absteigen sollen sowie ein kleines Schild mit der Aufschrift „Achtung!“, das vor Bahnverkehr warnt. Der Einbau einfacher Wege-Geländer, die quasi zum Einfädeln und automatischem Blick auf den laufenden Bahnverkehr zwingen, bevor es auf die Gleise geht, ist nicht geplant.

Diese gebe es nur an wenigen Übergängen. Krauth verweist darauf, dass es „im AVG-Netz hunderte Bahnübergänge gibt“. Letztlich soll kein Präzedenzfall geschaffen werden, da laut Sicherheitsbehörde der bisherigen Maßnahmen ausreichen. Krauth kann sich aber vorstellen, dass bei der anvisierten Anhebung der Bahnsteige auf der Albtalstrecke Verbesserungen der Sicherheit kommen. Bis zur Umsetzung wird es aber wohl eher noch Jahre dauern.