Nutzungen unterschiedlicher Art prallen am Epplesee aufeinander: Auf der einen Seite sind im Sommer viele Badegäste und auf der anderen Seite wird ganzjährig Kies abgebaut. | Foto: Werner Bentz

6,7 Hektar mehr an Fläche

Kiesabbau: Wird Epplesee erweitert und vertieft?

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Aktuell läuft bei der Unteren Naturschutzbehörde (Umweltamt des Landratsamts Karlsruhe) ein Planfeststellungsverfahren zur Erweiterung der Kiesabbaufläche und Vertiefung der bestehenden Kiesgrube am Epplesee in Forchheim. Jetzt gab der Ausschuss für Umwelt und Technik des Gemeinderats Rheinstetten in öffentlicher Sitzung zum Vorhaben der Firma Heidelberger Sand und Kies GmbH (HSK), Kieswerk Forchheim, mehrheitlich eine positive Stellungnahme.

Zu starker Eingriffe in die Natur am Epplesee?

Acht Mitglieder des Gremiums konnten sich mit der geplanten Erweiterung der bestehenden Kiesgrube um rund 6,7 Hektar „anfreunden“. Vier Mitglieder, einer aus den Reihen der CDU, drei von Grünen, BfR (Bürger für Rheinstetten) und Unabhängiger Liste waren dagegen. Wie berichtet befürchten letztere teilweise zu starke Eingriffe in die Natur an dem beliebten Badesee. So wurden nochmals schon in einer vorigen Sitzung und von Naturschutzverbänden aufgegriffene Argumente vor der Abstimmung über die Stellungnahme vorgetragen.

Kritik wegen Förderband

So beispielsweise den geplanten Verlauf des Förderbands durch das Naturschutzgebiet Allmendäcker im südwestlichen Bereich des Sees. Der Betreiber HSK, vertreten durch Björn Ebeling und einen Gutachter, machte dagegen geltend, dass es gerade Wunsch des Naturschutzes gewesen sei, das Förderband so zu legen, um ungebetene Badegäste davon abzuhalten, sich im Naturschutzgebiet niederzulassen. Von jenen die eine positive Stellungnahme ablehnten, wurde auch auf den Ressourcenverbrauch hingewiesen. Besser sei es statt mehr Kies abzubauen, mehr Recyclingbeton bei anstehen- den Bauvorhaben zu verwenden. Aus dem Kiesabbau erhält die Gemeinde Rheinstetten jährlich eine garantierte Summe von 180 000 Euro von der HSK überwiesen.

Recyclingbeton eine Alternative

Wie von Joachim Schneider, Leiter des Umweltamtes im Landratsamt Karlsruhe, zu hören war, ist vorgesehen bis Oktober/November den Erörterungstermin für das wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren, vermutlich in Rheinstetten selbst, abzuhalten.