Offizieller Spatenstich auf dem Gelände der Ettlin AG, vormals Spinnerei Ettlingen, für einen Betriebskindergarten. | Foto: krk

Betriebskindergarten Ettlingen

„Kinderspinnerei“ startet im September

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Spatenstich für die Kindertagesstätte „Kinderspinnerei“ auf dem Gelände der ehemaligen Spinnerei und Weberei, heute Ettlin AG, im Albtal. Ettlin Immobilien erstellt in der Pforzheimer Straße 174a auf einem rund 1 000 Quadratmeter großen Gelände eine dreizügige Kindertagesstätte mit einer Gruppe von maximal 15 Kindern unter drei Jahren und zwei Gruppen mit 30 Kindern zwischen drei und sechs Jahren.

Ein Drittel der Plätze für die Stadt

Der gegenüber liegende bestehende Spielplatz soll „aufgehübscht“ werden und der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Ein Drittel der Plätze werden der Stadt Ettlingen zur Verfügung gestellt. Mit der „Kinderspinnerei“ soll der Bedarf für rund 1 800 Mitarbeiter im Gewerbegebiet und die Bewohner der rund 260 Wohneinheiten dort gedeckt werden, so Rolf Heitlinger, Vorstand und CEO der Ettlin AG.

Investiert werden 1,75 Millionen Euro

Investiert werden 1,75 Millionen Euro, vom Bund kommt dazu eine Förderung über 370 000 Euro. Künftiger Betreiber der Einrichtung ist die auf Kindergartenbetrieb spezialisierte Lenitas gGmbH (wir berichteten ausführlich). Die ersten Planungen haben vor gut zweieinhalb Jahren begonnen, so Gert Nagel vom Ingenieur-Büro Nage. „Mit der Stadt haben wir schnell einen Konsens gefunden, und auch die Lenitas hat sich mit vielen guten Vorschlägen eingebracht“, so Nagel. Die „Kinderspinnerei“ wird in Modulbauweise erstellt.

Arbeiten haben schon begonnen

Begonnen haben bereits die Arbeiten für die Bodenplatte, auf der dann Mitte Mai die ebenso bereits in Arbeit befindlichen Baumodule aufgesetzt werden. Schon im September soll die Kindertagesstätte in Betrieb gehen. Peer Giemsch, Geschäftsführer der Lenitas, sprach von einer „sehr wohlwollenden Aufnahme in Ettlingen“ und dankte insbesondere Henrik Bubel  vom Bildungsamt  für die gute Zusammenarbeit. Lenitas sei derzeit auf Personalsuche und er gehe davon aus, dass „wegen des professionellen Umfeldes“ die Übergabe der „Kinderspinnerei“ wie geplant am 15. August erfolge.

OB: Kurze Vorlaufzeit

„Zweieinhalb Jahre ist eine sehr kurze Vorlaufzeit, normalerweise brauchen wir wegen Artenschutz oder Nachbareinsprüchen das Doppelte“, betonte OB Johannes Arnold, der zusammen mit Bürgermeister Moritz Heidecker gekommen war. Er dankte der Spinnerei für die Bereitstellung von Plätzen für die Stadt, denn es gebe zwei Trends, die einen hohen Bedarf trotz rund 30 neuer Gruppen in den vergangenen acht Jahren bringen: Seit etwa fünf Jahren gebe es zehn Prozent mehr Kinder unter sechs Jahren als geplant. Das Projekt in der Spinnerei wird mit einem Zuschuss der Stadt von 113 000 Euro für Ausstattung und 90 Prozent Förderung der Personalkosten (480 000 Euro jährlich) unterstützt.

Eine Tradition lebt wieder auf

Rolf Heitlinger erinnerte daran, dass mit der „Kinderspinnerei“ eine Tradition wieder auflebe, denn hier gab es bis in die 1960er Jahre einen Kindergarten mit katholischen Ordensschwestern. „Wir schultern das Projekt gerne, nicht nur wegen unserer gesellschaftlichen Verpflichtung, sondern auch im Interesse unserer Gewerbemieter“.

Sehr soziale Miete

Ettlin verlange vom Betreiber Lenitas „eine sehr soziale Miete“, die Kindergartengebühren sollen sich an denen der Stadt orientieren. Die Stadt, so Bildungsamtsleiter Henrik Bubel, werde die Plätze mit Kindern aus der ganzen Stadt belegen, wobei ortsnah wohnende Kinder natürlich bevorzugt würden, um unnötigen Verkehr zu vermeiden.

Ulrich Krawutschke