Windkraft bald auch auf Gemarkung Rheinstetten? | Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Investoren zeigen Interesse

Kommen über 200 Meter hohe Windräder nach Rheinstetten?

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Im freien Feld   lässt der Gemeinderat Rheinstetten  einen Standort zur Aufstellung von drei Anlagen für Windenergie  zu.  Wenn nicht alles täuscht. Sigrid Telpl von der Bauverwaltung der Stadt Rheinstetten hatte jüngst in einer Ausschusssitzung des Gemeinderats drei Beschlussvorschläge des für die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes 2030 für die Beratung vorgelegt.

Standort an Gemarkungsgrenze zu Durmersheim

Dabei ging es  um den Standort Stiftäcker für den möglichen Bau von drei Windenergieanlagen. Das ist an der Gemarkungsgrenze zu Durmersheim. Die große Mehrheit des Gemeinderats verschloss sich im Gegensatz zu den Nachbarkommunen dem Anliegen des Regierungspräsidiums und des Nachbarschaftsverbandes nicht, einen Windenergie-Standort auszuweisen. Das „Sankt-Florians-Verhalten“ zum Thema „Windenergie“ in Nachbargemeinden sei „eher peinlich“, so der politische Grundtenor bei OB und Gemeinderäten in Rheinstetten.

Verhalten der Nachbarn: Eher peinlich

OB Sebastian Schrempp verwies darauf, dass der genannte Standort zwischen 1,4 und 1,8 Kilometer von der nächsten Bebauung entfernt sein. Im Gegensatz zu Eingriffen im Bergwald könne ein solches Vorhaben naturschonender realisiert werden.   Es müssten keine aufwendigen Verbindungen zu vorhandenen Stromleitungen. Für windkraftempfindliche Vogelarten, so die Vorlage, sei ein hohes Konfliktpotenzial da. Geeignete konfliktmindernde Maßnahmen seien hier zu prüfen, insbesondere im Hinblick auf Fledermausvorkommen.

Konflikt mit Fledermaus-Vorkommen

Wenn der Gemeinderat der Beschlussempfehlung des Ausschusses vom 16. Mai folgt – die Sitzung ist an diesem Dienstag, 21. Mai –, werden die zur Versammlung des Nachbarschaftsverbandes entsandten Vertreter der Stadt Rheinstetten beauftragt, nicht nur der Standortausweisung für die Windenergieanlagen zuzustimmen.
Apropos Windkraft im Gebiet „Stiftsäcker“: Trotz der geringen Windhöffigkeit in hundert Meter über Grund von unter 5,3 Meter pro Sekunde haben sich bei der Stadtverwaltung, so die Information des OB in der Ausschusssitzung, bereits drei potenzielle Groß-Investoren gemeldet und ihr Interesse bekundet. Die Lösung des Problems: Über 200 Meter hohe Windräder.