Ausschnitte aus der Musikrevue "What a wonderful world" zeigt das Sandkorntheater Karlsruhe bei den Stadtwerken Ettlingen.
Ausschnitte aus der Musikrevue "What a wonderful world" zeigt das Sandkorntheater Karlsruhe bei den Stadtwerken Ettlingen. | Foto: Schurr

Abwechslung in Corona-Zeiten

Stadtwerke Ettlingen starten „Kultur in der Garage“ auch für notleidende Künstler

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„Kultur in der Garage“ nennt sich ein Kleinkunstformat, das die Stadtwerke Ettlingen im veranstaltungsarmen Corona-Sommer 2020 auf den Weg bringen. Es geht dabei auch um die Unterstützung notleidender Künstler.

Den Namen hat sich Ettlingens Stadtwerke-Geschäftsführer Eberhard Oehler ausgedacht, dessen Fahrzeughalle in der Hertzstraße für ein paar Sommer-Wochenenden zum Schauplatz von Kleinkunst wird. Kooperationspartner des kommunalen Energieversorgers sind die Schlossfestspiele und die Musikschule, das Sandkorntheater Karlsruhe und der Verein Klangkunst, der  in Karlsruhe die Hemingway-Longe betreibt. Der Jazzclub Ettlingen ist angefragt, ob er sich gleichfalls einbringen möchte.

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Unterstützung von Künstlern ohne Einnahmen

Bei der Vorstellung des gemeinsamen Projektes sagte Oehler, man verfolge mit „Kultur in der Garage“ zweierlei. Zum einen solle die neue Reihe eine Abwechslung in einer Zeit bieten, wo die Menschen normalerweise an Sommerurlaub denken, zum anderen gehe es um die Unterstützung von Künstlerinnen und Künstlern. Denen seien seit Monaten die Einnahmen komplett weggebrochen, und ein Ende der finanziellen Durststrecke sei für sie noch nicht absehbar.

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„Wir wollen hier einen kleinen Beitrag leisten“, so Oehler. Geplant sind Musik, Kabarett, Schauspiel immer donnerstags bis sonntags, und zwar ab dem 17. Juni. An zwei Abenden  ist „Kultur in der Gaarage“ auch Benefiz , und zwar für „Ein Herz für Ettlingen “ und die Aktionsgemeinschaft „Polizei hilft“. Sie unterstützt seit vielen Jahre soziale unfd humanitäre Projekte in Ettlingens russischer Partnerstadt Gatschina.

100 Gäste finden in der Garage Platz

In der Fahrzeughalle, die auch während der Musiknacht alle zwei Jahre bespielt wird, finden in Corona-Zeiten 100 Gäste Platz. Sollten die Abstandsvorschriften gelockert werden, „können wir auf 150 erhöhen“. Der Ticketverkauf läuft ausschließlich online, Personal stellen die Stadtwerke für die Abende nicht.

Peter Lehel, Ettlingens bekanntester Jazzer, macht am 17. Juni den Anfang. | Foto: Archiv Richter

Ob Getränke angeboten werden, sei derzeit noch offen. „Wir können das nicht leisten, aber vielleicht findet sich hier ein Verein oder Freundeskreis“.

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Immer einstündiges Kleinkunstprogramm ohne Pause

Geplant ist jeweils ein einstündiges Programm ohne Pause, sonntags soll es auf zwei Angebote hinauslaufen, eines um 17 Uhr und eines um 19 Uhr. Unter der Woche will man um 20.30 Uhr starten. Ullrich Eidenmüller, ehemaliger Karlsruher Bürgermeister und jetziger Vorsitzender von „Klangkunst“, kündigte zum Auftakt den in Ettlingen bestens bekannten Jazzer Peter Lehel an.

Unser Künstler sitzen buchstäblich auf dem Trockenen.

Ullrich Eidenmüller, Vorsitzender „Klangkunst“ Karlsruhe

Er freue sich sehr über die Initiative der Stadtwerke, denn die Musiker, die sonst in der Hemingway-Lounge regelmäßig Konzerte geben, säßen derzeit buchstäblich auf dem Trockenen. Auch Erik Rastetter und Daniela Kreiner vom Karlsruher Sandkorntheater lobten das Engagement in Sachen Kleinkunst. Beteiligen wolle man sich unter anderem mit dem Kabarett „Saugroboter an die Macht“, außerdem mit der Musikrevue „What A Wonderful World“ sowie der Komödie von Harald Hurst „Tatort – so isch’s wore“.

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Schlossfestspiele machen eine Gala

Die Intendantin der Schlossfestspiele, Solvejg Bauer, hat vor, über den Sommer mit Ensemblemitgliedern an verschiedenen Orten in der Stadt unterwegs zu sein (Stichwort: mobile Festspiele) und kündigte eine Gala in der Garage an. „Wir werden dort Ausschnitte aus Operette und Musicals zeigen.“ Maximal sieben Darsteller dürfen gleichzeitig auf der Bühne stehen, ein Mindestabstand zum Publikum muss eingehalten werden.
Ein Wort zum Finanziellen: Eberhard Oehler rechnet mit Kosten zwischen 15.000 und 25.000 Euro. Das sei „deutlich weniger als das, was wir für Sponsoring von Sport, Kunst und Kultur normalerweise ausgeben“.

Die Ticketpreise für „Kultur in der Gargae“  sollen sich zwischen 20 und 28 Euro pro Abend bewegen. Freigeschaltet wird der Vorverkauf ab 29. Mai. Bis dahin sollen alle Termine von „Kultur in der Garage“ auf den Websites  von Stadtwerken, Schlossfestspielen, vom Sandkorntheater und der Hemingway-Lounge stehen.

Karten gibt es bei reservix, eine Abendkasse existiert nicht.