Bei der Eröffnung der ersten Ausstellungsperiode: Michael Melchers (von links), Rolf Füßer, Dirk Schiebel Zefferer und Rudi Bannwarth. | Foto: Janina Keller

Kunst auf der Gartenschau

Erste Vernissage der Kampagne

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„Die Kunst ist unnütz, aber der Mensch kann auf Unnützes nicht verzichten“ – mit diesem Zitat eröffnete der Bad Herrenalber Bürgermeister Norbert Mai am Mittwoch die „KunstKampagne.2017“ auf der Gartenschau.

Die nächsten vier Monate gibt es im Gartenschauhaus im Klosterviertel acht Ausstellungsperioden, in denen sich 28 regionale Künstler präsentieren. Den Start machten Rudi Bannwarth, Michael Melchers, Dirk Schiebel Zefferer sowie Rolf Füßer, der seine verstorbene Gattin Gertraud vertrat.

Träume werden zu Gemälden

„Das Blütentraum-Motto der Gartenschau hat mir bei der Auswahl zwischen etwa 2 200 Werke geholfen“, erklärt Rolf Füßer. Denn wie aus einem Traum heraus, so arbeitete seine Frau Gertraud, mit der er zuletzt gemeinsam in Bad Herrenalb wohnte.

Sie hat alles aufgemalt.

Unter dem Begriff „Traumfänger“ hat er 13 Ölgemälde ausgewählt, die nun auf dem Flur im Gartenschauhaus hängen. „Sie hat viel geträumt, sich daran erinnert und dann alles aufgemalt“, so Füßer: „Das Goldene Vlies“ in kräftigen Gelb- und Rottönen oder auch „Flug in die Sonne“, ein gelber Kreis durchbrochen von einer von dunklen Flügeln getragenen Person.

Kleine Kunst für die Hosentasche

Gegenüber drängen „Kleine Bilder und große Bilder“ bis zum Ende des Gangs. Der gebürtige Karlsruher Dirk Schiebel Zefferer schafft portable Kunst auf Holztafeln, sogenannte „Pocket Pictures“.

Ich orientiere mich an Smartphones.

„Ich habe mich an den Formaten von Smartphones orientiert und diese als Bildträger genutzt“, erklärt er. Ein Bewahrer alter Sachen möchte er sein. So auch mit der Leinwand „Schönes Europa“: Darauf genießt eine rumänische Bauernfamilie eine Kutschfahrt.

 

Aus dem Alltag geschnitzt

Alltägliche Situationen bildet der Ettlingenweierer Holzbildhauer Rudi Bannwarth in seinen Figuren ab. Sie tragen eine Zahnbürste, Einkaufstüten, sind wütend, fröhlich oder gelangweilt.

Menschen zur Reflektion bringen.

„In bekannten Situationen können sich die Menschen selbst reflektieren. Mit Ironie“, so Bannwarth. „Es sind Menschen, die Gärten zu einer Schau werden lassen“ lautet der Titel seiner Holzfiguren-Sammlung, geschaffen mit Motorsäge und Schnitzeisen. Seine Ideen entstünden oftmals im Garten, bei Arbeiten, die keine hohe Konzentration erfordern. In einer der Holzkisten genießt ein altes Ehepaar seinen Lebensabend auf einer Bank, im Kasten daneben hetzt ein gestresster Pendler über den Bahnhof.

Immer wieder neu interpretiert

„Menschen und ihre Vielfalt“ hat auch Maler Michael Melchers zum Thema gemacht. Auf die Frage, wieso der Ettlinger keine schöne Kunst mache, antwortete er: „Wer etwas Schönes sehen will, der muss in den Garten gehen.“

144 Varianten von einem Gesicht.

Am Auffälligsten ist seine Leinwand „Hallo Vielfalt“: 98 Augenpaare blicken den Besucher entgegen. Sie alle entstanden aus nur einem Porträt, dessen Gesicht der Künstler 144 Mal neu interpretierte.

Bis zum 29. Mai, täglich von 11 Uhr bis 17 Uhr, ist die Ausstellung im Gartenschauhaus zu sehen. www.badherrenalb2017.de/kunstkampagne