Begegnungen heißt dieses Werk von Werner Bentz, das nicht nur einen Telekomkasten ziert, sondern auch das Titelbild des Kunstwegweisers ist.
Begegnungen heißt dieses Werk von Werner Bentz, das nicht nur einen Telekomkasten ziert, sondern auch das Titelbild des Kunstwegweisers ist. | Foto: Bentz

Idee des Ortsvorstehers

„Kunst in Bruchhausen“: Hingucker auf einst grauen Kästen in Ettlingen

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Bruchhausen ist arm – arm an historischer Bausubstanz. Aber Bruchhausen ist reich – reich an moderner Kunst. Sie findet sich nicht etwa in geschlossenen Räumen wie Schule oder Rathaus, sondern über den größten Ettlinger Teilort verteilt an exponierten Stellen.

Etwa dort, wo früher unattraktive graue Telekom- und Stadtwerkekästen standen. Der in Bruchhausen beheimatete Maler und Fotograf Werner Bentz, der auch für die BNN Ettlingen regelmäßig mit der Kamera unterwegs ist, hat sie über einen längeren Zeitraum hinweg neu gestaltet.

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Idee des Ortsvorstehers

Die Idee zur Aufwertung kam von Ortsvorsteher Wolfgang Noller. Sein Ortschaftsrat trug den Gedanken mit und machte das Geld für die Aktion aus dem örtlichen Budget locker. Zunächst war geplant, dass Bentz die Kästen bemalt, wie es vor ihm beispielsweise der Kunststudent Benjamin Müller an der Trafostation in der Rathausstraße getan hatte.

Sein auffälliges Motiv: Ein aus dem Sumpfgebiet ins Weltall katapultierter Frosch (Die Bruchhausener sind auch als die Froschbacher bekannt, Anmerkung der Redaktion). Eine Bemalung funktionierte aber nicht, da die grauen Kästen mit Anti-Graffiti-Lack überzogen waren.

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Verschiedene Künstler für das Projekt gewonnen

Also wurden heimische Künstler um Bilder angefragt, die Werner Bentz abfotografierte und auf die jeweils erforderliche Größe brachte. Unterstützt von Jürgen Groß (Groß Druck Forchheim) klebte er sie dann Zentimeter für Zentimeter auf. Dabei stets darauf bedacht, dass sie nicht verrutschten oder an einer Stelle „Falten“ schlugen. „Das war eine Heidenarbeit“, erinnert sich Bentz.

Das Aquarell „Kleine Kirche mit Bildstock“ stammt von dem jüngst verstorbenen Peter Geisendörfer.
Das Aquarell „Kleine Kirche mit Bildstock“ stammt von dem jüngst verstorbenen Peter Geisendörfer. | Foto: Bentz

Für „Kunst in Bruchhausen“ gewann Werner Bentz folgende Künstler:

  • Knut Nowak, der das Werk „vom Telefon zum Internet“ (Geranienstraße), „Von hier in die ganze Welt“ sowie „Kommunikation der Zukunft“ (beide Serrwiesenstraße) zur Verfügung stellte.
  • Außerdem Beate Baum, deren „Menschen im Park“ und „Altrheinimpressionen“ in der Blauenstraße Platz fanden.
  • Brita Rüsselers „Farbe, Form, Freude“ ziert einen Telekomkasten in der Adlerstraße, Im Katzentach entdeckt man ihr „Am Wasser“.
  • Der kürzlich verstorbene Peter Geisendörfer stellte sein Aquarell vom evangelischen Gemeindezentrum bereit (Weidenweg/Ecke Reutstraße), ferner eines von der katholischen Kirche St. Josef und eines von der Kleinen Kirche mit Bildstock.
  • Von Werner Bentz selbst stammt unter anderem „Bildstock mit Fachwerkhaus“ – zu sehen auf einem Telekomkasten in der Badstraße/Ecke Buchtzigstraße, außerdem zwei Motive von der Buhlschen Mühle für Verteilerstationen der Stadtwerke.
  • Darüber hinaus hat er die Bruchhausener Ortseingangstafeln fotografisch attraktiver gestaltet. Sie finden sich im Kunstwegweiser genauso wieder wie das Altarbild von Hanspeter Münch, das in St. Josef hängt, oder die Bentzsche „Hinwendung zum Licht“ (in der Aussegnungshalle).
  • Nicht zu vergessen Guntram Prochaskas Kettensägenarbeit „Schutzengel“, im Gewerbegebiet Katzentach ein Hingucker, und die von jungen Graffiti-Künstlern aufgehübschte Bahnunterführung. Auch sie lohnt einen Blick.

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Kunstflyer zum Blättern: Nachlesen kann man über all die Arbeiten im Flyer „Kunst in Bruchhausen“ (17 Stationen). Bentz hat ihn betextet, und die Ortsverwaltung hat ihn den Bruchhausener Haushalten zukommen lassen. Neubürger erhalten die Broschüre ebenfalls, sagt Wolfgang Noller, und „natürlich Besucher, die gerne einen Rundgang machen wollen.“ Digital kann man ihn ebenfalls blättern.