Geld vom Land für Frauenalb: Katrin Schütz, Christoph Schnaudigel, Bürgermeisterin Sabrina Eisele, Gerhard Stöckle und Regierungsvizepräsidentin Gabriela Mühlstädt-Grimm (von links). | Foto: kdm

Vom Land fließt Geld

Klosterruine Frauenalb: Sanierung geht weiter

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Von Klaus Müller
Allein für sich genommen sind die Bäume, die sich auf und am Mauerwerk der Klosterruine Frauenalb „eingerichtet“ haben, ein bemerkenswerter Blickfang; Bemerkenswert schon deswegen, weil sie dort überhaupt überleben. Allerdings hätten sich die Bäume einen besseren Ort aussuchen sollen. Ihr Anwesenheit, und dabei insbesondere ihr Wurzelwerk, schädigt die betagten Mauern. Mehr noch: Breiten sie sich unvermindert aus, kann das Mauerwerk zerstört werden.

„Mauerbäumchen“ geht es an die Wurzeln

Und das wiederum wäre schade um die sehenswerte und bedeutsame  Klosterruine. Jetzt geht es den „Mauer-Bäumchen“ an die Wurzeln. Laut Kostenschätzung sollen die entsprechenden Arbeiten rund 92 000 Euro kosten. Rund 61 000 Euro davon übernimmt das Land. Den dafür notwendigen Bescheid brachte nun Staatssekretärin Katrin Schütz (Wirtschaftsministerium) direkt in die Klosterruine. Die verbleibenden 31 000 steuert die Stiftung Frauenalb bei.

Ruine gehört einer Stiftung

Seit 1959 ist die Stiftung nach Auskunft von Gerhard Stöckle – kaum jemand kennt die Klosterruine so gut wie er – im Besitz des Klosters. Stiftungszweck ist der Erhalt der Klosterruine. Seit dieser Zeit seien rund zwei Millionen Euro in den Erhalt der noch bestehenden Gemäuer des vormaligen Benediktinerinnen-Klosters geflossen, berichtet Landrat Christoph Schnaudigel, Vorsitzender des Stiftungs-Verwaltungsrates. Zur Erinnerung: Die Stiftung wird gleichermaßen von der Stadt Karlsruhe und dem Landkreis Karlsruhe (jeweils 45 Prozent) sowie der Stadt Ettlingen (zehn Prozent) getragen.

Einzigartiges Kulturdenkmal

Mit 15 000 Euro jährlich halten sich die bereitgestellten Mittel für die notwendigsten Arbeiten in Grenzen. Als „einzigartiges und besonderes Kulturdenkmal“ bezeichnete Katrin Schütz die imposanten Überreste des um 1180 erbauten Klosters. Vergleichbare Pflegearbeiten gab es nach Auskunft der zuständigen Denkmalpflegerin, Ute Fahrbach-Dreher, letztmals 1985. Anstatt immer wieder Geld für solche Pflegearbeiten in die Hand zu nehmen, sollte man vielleicht über eine Art Mauerkronendach nachdenken, ist immer mal wieder aus Marxzell zu hören. Technisch dürfte das gar nicht so einfach sein, zumal, so die Gegenrede, die Gefahr besteht, dass unter dem Dach sich die Mauer langsam auflösen könnte.

Überdachung für Landrat kein Thema

Erst gar kein Thema ist  für Christoph Schnaudigel eine komplette Überdachung des Gesamtensembles. Wirtschaftlich wäre das nicht darstellbar. Zudem  sei  solch ein Vorhaben  nicht vereinbar mit dem Stiftungszweck. In der Klosterruine  finden jährlich im Frühsommer Konzerte statt, die nicht selten schon unter schlechtem Wetter zu leiden hatten.

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