Julian Link (6) aus Malsch-Waldprechtsweier ist mit vier an Leukämie erkrankt. Ein Stammzellspender könnte sein Leben retten.
Julian Link (6) aus Malsch-Waldprechtsweier ist mit vier an Leukämie erkrankt. Ein Stammzellspender könnte sein Leben retten. | Foto: privat

Nach Typisierungsaktion

Malsch: Stammzellspender für leukämiekranken Julian gefunden

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Große Freude in Malsch: Knapp sechs Wochen nach der Typisierungsaktion für den leukämiekranken Julian wurde ein Stammzellspender gefunden. Die Vorbereitungen für die Stammzelltransplantation, die dem sechsjährigen Jungen aus dem Ortsteil Waldprechtsweier das Leben retten könnte, beginnen im Februar.

Beim Besuch im Universitätsklinikum Heidelberg habe eine Ärztin ihm die freudige Nachricht übermittelt, erzählt Daniel Link, Julians Vater. Wie genau die Transplantation ablaufen soll, wie lange sie dauert und für welches Verfahren sich die Ärzte entscheiden, werde  er aber erst in einem Vorgespräch am Montag erfahren.

Bestrahlungstherapie im Februar

Fest stehe bislang, dass der Sechsjährige Anfang Februar zunächst eine dreitägige Bestrahlungstherapie beginnt, in deren Anschluss die Transplantation stattfinden kann. Die kommende Zeit bedeute viel Stress für die Familie und vor allem für den kleinen Sohn, sagt Link – „aber wir sind sehr erleichtert“.

„Julian geht es aktuell sehr gut“, berichtet der Vater. Die Antikörper-Therapie habe Wirkung gezeigt, bei der letzten Knochenmarkuntersuchung im Dezember hätten die Ärzte keine Erregerzellen mehr festgestellt.  Den Medikamentenrucksack mit mobiler Pumpe, der bei der Therapie zum Einsatz kam, brauche Julian nicht mehr.

Freude bei Vereinen

Freude löste die Nachricht auch bei den Malscher Vereinen aus, die maßgeblich an der Typisierungsaktion für den Jungen beteiligt waren. Stefan Gerstner vom Karnevalsverein GroKaGe verbreitete die freudige Botschaft über Facebook: „Hurra, es wurde ein Spender gefunden!“

Hurra!Es wurde ein Spender gefunden. Anfang Februar gehen die Vorbereitungen für die Transplantation los. Dann heißt es…

Gepostet von Stefan Gerstner am Donnerstag, 16. Januar 2020

Wir hoffen, dass jetzt alles
einen guten Weg nimmt.

Eckhard Helms, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands

Auch Eckhard Helms, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, ist erleichtert. „Wir hoffen, dass jetzt alles einen guten Weg nimmt, dass die Behandlung anschlägt und die Zellen angenommen werden“, sagt er. Julians Vater ist stellvertretender Kommandant der Feuerwehr in Malsch-Waldprechtsweier. Das Schicksal seines Sohnes bewegte die Kameraden in der Wehr und über die Grenzen von Malsch hinaus.

Spender ist noch unbekannt

Ob der Spender einer der 422 Menschen ist, die Anfang Dezember an der großen Typisierungsaktion in Malsch-Sulzbach teilgenommen haben, könne man noch nicht sagen, so Helms. In der Blutbank seien dazu keine Daten hinterlegt. Wer der Spender ist, darf nach Information der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) aber ohnehin erst später bekanntgegeben werden.

„Die deutschen Richtlinien sehen vor, dass sich Spender und Patient erst zwei Jahre nach der Spende persönlich kennen lernen dürfen“, erklärt die DKMS auf ihrer Internetseite – vorausgesetzt, beide sind damit einverstanden. In der Zwischenzeit könnten Spender anonym Kontakt zum Patienten aufnehmen und über die DKMS etwa Briefe oder Geschenke austauschen.

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Mit vier Jahren an Blutkrebs erkrankt

Julian war mit vier Jahren an Blutkrebs erkrankt. Anfang 2019 glaubte man die Krankheit nach einer konservativen Behandlung besiegt. Mitte des Jahres erlebte der Junge aber einen schweren Leukämie-Rückfall. Die Stammzelltransplantation galt als die letzte Heilungsoption.

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