Dauerbaustelle wird eingerichtet: Die Ortsdurchfahrt von Malsch wird für viele Monate erschwert sein. Am „Adlerkreisel“ wird der Bauabschnitt beginnen. | Foto: Obert

Hochwasserschutz-Projekt

Malscher Baustellenzeit bis ins Jahr 2020 beginnt

Jetzt geht es also los: Der lange Jahre aufgeschobenen Hochwassergefahr in Malsch wird in mehreren Bauabschnitten zu Leibe gerückt. Ab 11. Juni sollen in der Adlerstraße die Bagger rollen, ab dann ist diese voll gesperrt. Für den Malscher Kernort hat dies weitreichende Folgen. Die Baustelle wird die Hauptverkehrsader blockieren und gerade auch den örtlichen Handel beziehungsweise dessen Kunden über einen langen Zeitraum hinweg vor Herausforderungen stellen.

Aufweitung und Ortskernsanierung

Im ersten Schritt für mehr Hochwasserschutz im Kernort erfolgt nun die Aufdimensionierung der Dorfbachverdolung im Bereich Adler-/Kreuzstraße auf einer Länge von 280 Metern durch die Baufirma Grötz (Gaggenau). Das Baufeld umfasst 8 000 Quadratmeter. Im Zuge der Dorfbachverdolung werde die Mischwasserkanalisation in der Adlerstraße und in der Hauptstraße zwischen Fasanen- und Weite Straße erneuert. Weiter werden die Leitungen für die Trinkwasser- und Gasversorgung neu gemacht. Nicht zuletzt legt man Leerrohre für eine gegebenenfalls spätere Internet-Versorgung per Glasfaser. Im Anschluss sollen die Arbeiten im Bereich Kreuz- und Hauptstraße sowie die Gestaltung des Platzbereichs erfolgen – zu letzterem steht am 19. Juni noch ein Beschluss des Gemeinderats über das Wie aus.

Dauerbaustelle wird eingerichtet. Umleitungsverkehr wird über viele Monate das Bild in Malsch prägen. | Foto: Obert

Mit im Boot ist bei der Großbaustelle das Planungsbüro Wald + Corbe (Hügelsheim). Fachplaner Joachim Wald erklärt im BNN-Gespräch, dass die zeitliche Ausdehnung der einzelnen Bauabschnitte nicht genau zu umreißen ist, allerdings würden sukzessive Straßenteile freigegeben, wenn man dort fertig ist. Bauzeitenreduzierung habe man im Visier, „aber die Baufirma muss auch wirtschaftlich arbeiten“. Der Kostenpegel bewegt sich laut Wald aktuell für die Bauabschnitte eins bis sechs im Kernot bei 8,7 Millionen Euro. Wo man am Ende liegt, wird sich zeigen. „Billiger wird es in der heutigen Zeit nie.“ Der Hochwasser-Anteil macht an den Baukosten rund 4,4 Millionen aus – im Vergleich zur Schätzung liege man fast auf gleichem Niveau. Die Gemeinde wird bekanntlich aber zudem eine Ortskernsanierung angehen und dafür ans Landessanierungsprogramm andocken.

Parkplätze sollen Chaos verhindern

Dass Anwohner und insbesondere der Malscher Handel nicht erfreut sind über eine Baustellensituation, die sich bis Anfang 2020 hinziehen dürfte, liegt in der Natur der Sache. Informationsblätter zur geplanten Verkehrslenkung wurden durch die Gemeinde unter dem Titel „Wir bauen für Sie, um Sie zu schützen“ verteilt. Darin wird angesichts zu erwartender Engpässe auf vorhandene Parkflächen hingewiesen: Der Rathausparkplatz plus Erweiterung Richtung Römerstraße, der ausgebaute Parkplatz hinter Bäckerei Neff sowie hinter der Sparkasse, Parkplätze in der Hauptstraße sowie je nach Bauphase ausgewiesene Flächen in der Adlerstraße und am Platz des abgerissenen Waaghäusel. Die Einzelhandelsgeschäfte in der Hauptstraße sollen laut Gemeinde weiterhin gut zu erreichen sein, die Parkplatzsituation sei ausreichend. 150 Plätze stünden im Zentrum zur Verfügung. Auto-, Bus- und Lkw-Verkehr werden ab dem Adlerkreisel auf die Umleitungsstrecke gelenkt. Die Ersatz-Bushhaltestellen werden mit den gewohnten Abfahrtszeiten ebenfalls ab 11. Juni angefahren. Bereits in den angrenzenden Gemeinden sowie an den Ortseinfahrten nach Malsch wird durch die Beschilderung „Ortsdurchfahrt erschwert“ auf das Bauvorhaben hingewiesen.

Weitere Schritte sollen folgen

Ingenieur Joachim Wald betont, dass Wasser durch den besseren Abfluss nicht mehr so schnell durch den Ort schießt – Schutz gegen 20-jährliche Hochwasser werde im ersten Schritt sichergestellt. In nächsten Schritten wird auch zu entscheiden sein, wie man mit drohenden Wassermassen aus dem Tal umgeht. Die Aufweitung der Verdohlung ist nur ein erster Schritt. So ist eine Wasser-Ableitung durch den Tannelgraben vor Malsch anvisiert. Es zeichnet sich ab, dass zudem mit Rückhaltebecken bei Waldprechtsweier agiert werden soll, der Wasserabschlag über die Heckelbachklamm durch den Wald in Richtung Muggensturm dürfte zu kompliziert sein, erklärt Waldprechtsweiers Ortsvorsteher Hardy Bogesch. Auch über die Art und Weise von Rückhaltebauwerken müsse noch diskutiert werden.

Eigens für die Baustellenzeit wurde eine Info-Seite unter der Adresse www.hochwasserschutz-malsch.de eingerichtet. Diese soll über Umleitungs- und Parksituation sowie aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten.