Narrenbrunnenpreisverleihung 2017: OB Georg Rosenthal, Würzburg, Preisträger Günter Stock, Ralph Klein, Präsident der Narrengilde Ettlingen, Hans von Singen, OB Johannes Arnold und Wolfgang Litfin (von links). | Foto: Werner Bentz

Narrengilde ehrt Günter Stock

Margit Sponheimer als Ehrengast bei der Verleihung des Narrenbrunnenpreises

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Von Henner Klusch

„Dies ist eine traditionsreiche Veranstaltung, die den Namen Ettlingen in die Welt trägt – zumindest bei den Karnevalisten“, hatte OB Johannes Arnold zu Beginn formuliert. Der Anlass für diese Einschätzung war die 54. Verleihung des Narrenbrunnenpreises durch die Ettlinger Narrengilde am Samstagabend im Schloss. In diesem Jahr wurde mit Günter Stock aus Würzburg ein großer Vertreter der fränkischen Fastnacht ausgezeichnet.

Sängerin Margit Sponheimer unter den Gästen

Beim Festakt im Asamsaal übernahm Dirk Uden als „Hans von Singen“ die gereimte Begrüßung. Danach konnte Ralph Klein, der Vorsitzende der Narrengilde, neben den Abordnungen befreundeter Vereine auch zahlreiche ehemalige Preisträger begrüßen. Darunter befand sich auch die nach wie vor sehr vitale Margit Sponheimer, die sich noch lebhaft an Details ihrer eigenen Feierstunde im Jahr 1989 erinnerte. Die Schlagersängerin ist für altgediente Fasnachter der Inbegriff von Fasnacht, landete sie doch in den Siebziger Jahren mit „Am Rosenmontag bin ich geboren“ einen der größten Hits der Narretei. Für den musikalischen Rahmen sorgten im offizielen Teil aber Lisa Hähnel und Max Friedrich Schaeffer mit bekannten Melodien aus Operetten, bei denen sie von Ulrich Wagner am Klavier begleitet wurden.

OB Arnold: Seit 11.11. mehr Zeit, um Preise zu verleihen

Für die Tatsache, dass bei der diesjährigen Verleihung gleich drei Bürgermeister involviert waren – sowohl der Preisträger als auch Laudator haben eine langjährige als kommunale Führungskräfte – hatte Johannes Arnold eine einfache Erklärung: „Wenn am 11.11. die Rathäuser von den Narren gestürmt werden, haben wir bis Aschermittwoch Zeit, um Preise zu verleihen oder entgegenzunehmen.“
Für Laudator Georg Rosenthal hatte Arnold auch einen Tipp parat: „Wenn alle Franken hier sind und die Bayern in Berlin bei Jamaica auf die Grünen und Gelben aufpassen, dann könnte die gebeutelte SPD-Fraktion doch die Macht übernehmen.“ Rosenthals Konter kam postwendend. Da die Mehrheitsfraktion ihre Klausurtagung abgesagt habe, sei der guten Gewissens nach Ettlingen gekommen.

Günter Stock ist eine wunderbare Wahl

Dann kam Rosenthal zur Sache. Mit Günter Stock habe die Narrengilde eine „wunderbare Wahl“ getroffen. Er sei ein ernsthafter, erfolgreicher Bürgermeister gewesen, der während der Amtszeit mit vielen kabarettistischen Beiträgen der fränkischen Fastnacht ein Gesicht gegeben habe. Sein Humor sei „staubtrocken“ gepaart mit viel Selbstironie. Sein Fazit: „Günter Stock ist ein überragender, heimatverbundener Fastnachter im besten Sinne“.
Soviel Lob machte den Preisträger fast verlegen. „Ich wäre innerlich fast errötet, wenn das noch möglich wäre“, erklärte das SPD-Mitglied, der dann einen pointierten Einblick in die seine Seelenlage gab: „Wenn ein Franke geehrt wird, fragt er sich sofort, ob er nicht verwechselt worden ist.“ Das liege auch daran, dass der Franke im Wesen und Gemüt ein bescheidener und freundlicher Mensch sei. Das merkt man aber nicht sofort, denn: „Er lebt das halt von innen.“

Große Gala im Epernaysaal

Nach der Preisverleihung führte Hans von Singen die Gäste in den Epernay-Saal zur großen Gala, bei der die Stuttgarter Band „Schmid & Schneider“ den Ton angab. Kurz vor Schluss trat der Preisträger in seiner Paraderolle als fränkischer Weinbauer auf. Mit seinem Vortrag bestätigte Günter Stock das Prädikat, das ihm sein Laudator verliehen hatte: „Er ist der Sylvaner der fränkischen Fastnacht – das ist bekannterweise der beste Wein der Region.“