Noch einmal Bummeln, Kaufen und Konsumieren kann man am 28. Dezember auf dem Ettlinger Sternlesmarkt. Dann ist auch er vorbei. | Foto: tz

Standbetreiber ziehen Bilanz

Gute Geschäfte auf dem Sternlesmarkt Ettlingen

Von Thomas Zimmer

Endspurt beim  Sternlesmarkt Ettlingen: Am 28. Dezember und damit später als viele Weihnachtsmärkte in der Region geht auch der Budenzauber vor dem Ettlinger Rathaus und auf dem Neuen Markt zu Ende.  Die Marktbeschicker ziehen eine durchaus positive Bilanz

Keine eisigen Temperaturen. Von Schnee weit und breit keine Spur, und trotzdem lief und läuft das heiße süße Getränk auf dem Ettlinger Sternlesmarkt wieder prima. „Roter Glühwein ist bei uns die Nummer eins, dann kommt der heiße Caipirinha und der heiße Hugo“, sagt Nikola Kovacic, der die wärmenden Stimmungsgetränke am La Cubanita-Stand ausschenkt. Erst wenn es mal wärmer als „zehn, zwölf Grad wird, müsste man sich was überlegen“. Nichts überlegen musste er sich wegen eventueller alkoholisierter Kundschaft. Alles freundlich und friedlich, so lautet seine Bilanz. Weniger gut fürs Geschäft seien allenfalls verregnete Abende gewesen.

Umsätze  sind gut

Das sehen auch viele andere Stand-Betreiber so. Margot Liebel verkauft neben Lampen und Papier winterliche Wollsachen und hatte „gute Umsätze, obwohl das Wetter manchmal schlecht war. Ich stecke meine Ziele aber auch nicht in unerreichbare Höhen“. Ihr Stand liegt direkt gegenüber der Bühne, und sie hat mit den Musikern gelitten, die bei schlechtem Wetter vor wenig Publikum spielen mussten. Das Programm  auf dem Sternlemarkt aber hat ihr gut gefallen – wegen seiner Ausgewogenheit, „und ich fand es ganz besonderes toll, dass es am Sonntagmorgen Jazz gab.“

Für Kinder dreht sich den ganzen Tag über das Karussell beim Rathaus. | Foto: tz

Viele Artikel sind ausverkauft

Nebenan bei Roswitha Rebel ist viel Betrieb. Sie verpackt gerade kleine Schmuckstücke in Tütchen und berät ihre Kunden dabei eingehend. „Dieses Jahr haben wir etwas weniger Zeit“ resümiert sie. „Ich habe deshalb etwas weniger eingekauft, und jetzt ist fast alles weg.“ Nach wie vor der Renner und das auch nach Weihnachten sind ihre Salzlampen. Eigentlich müsste jeder Ettlinger inzwischen mindestens eine haben.
„Zu mir kommen wirklich Leute, die haben in jeden Zimmer eine stehen. Ich habe jetzt die letzten von zuhause mitgebracht!“ Sie ist rundum zufrieden – außer über die fehlende Atmosphäre an verregneten Abenden gibt es für sie nichts zu klagen.„Sobald der Regen aufgehört hat, waren die Leute auch sofort wieder da.“

Recycelte Kerzen kommen an

„Lustig war’s!“, sagt Dennis Bayer strahlend. Er ist mit seinem Stand zum ersten Mal auf dem Ettlinger Sternlesmarkt vertreten. Er verkauft recycelte Kerzen aus eingesammelten Wachsresten. „Rot geht natürlich immer gut zu Weihnachten, aber auch grüne haben wir gut verkauft“, erzählt er. Erstaunt hat ihn, dass sogar die übergroßen, 45 Zentimeter langen Exemplare Käufer fanden. Die hatten wir eigentlich nur als Deko gedacht“. Das Schönste war für ihn aber wohl, dass die Kundschaft die Recycling Idee aktiv aufgegriffen hat. „Nach ein paar Tagen haben uns die Leute Tüten voll Wachs über den Tresen geworfen“, freut er sich.

Letzt Johr war a gud`s Johr

Das letzte Wort geht an das bayrische Urgestein Horst Eich. „Letzt Johr war a gud’s Johr. Des Johr? Naaa! Es war a recht’s Aprilwetter“ grummelt er und lacht dabei – obwohl seine Bilanz lautet: „Am Beschd’n geht nix“. Für ihn ist der Sternlesmarkt alle Jahre wieder Heimat, seit 30 Jahren schon, nur beim ersten Mal war er nicht dabei. Der Oberammergauer Holzschnitzer klagt, es gebe ja außer seinem Stand „nur noch Plastikstände“. „Mir wollt’n ‘s auch an Plastikstand geben, aber i hob’ halt g’sagt, dann kumm i net.“ Er wird bestimmt auch nächstes Jahr wieder kommen.

Der Sternlesmarkt ist  am 28. Dezember noch in der Zeit von 11 Uhr bis 21 Uhr geöffnet. Von 18 bis 20 Uhr erklingen Coversongs und eigene Lieder von Thomas Hans Meyer