Die Ettlinger Martinskirche, Mutterkirche des Albtals, muss dringend saniert werden. | Foto: Werner Bentz

Millionen Euros für Sanierung

Martinskirche in Ettlingen hat Dachschaden

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Schon vor Jahren meldete „Glöckner“ Willi Kleinfeld die Schäden auf dem Dach der Martinskirche. Jetzt ist größte Gefahr für Gebäude und Mensch im Verzug: Am Montag müssen kurzfristig Bauzaun und Gerüst gestellt werden, um die gröbsten Schäden provisorisch zu beheben. „Wir können aus Sicherheitsgründen nicht mehr länger zuwarten, auch wenn schon im kommenden Jahr die große Sanierung an dem Kirchengebäude kommt“, sagt Werner Kastner von der Verrechnungsstelle der katholischen Kirche in Durmersheim im Auftrag der Seelsorgeeinheit Ettlingen-Stadt.

Sanierung der Martinskirche kostet Millionen

Wie bereits berichtet – und jüngst auch in der öffentlichen Sitzung des Ettlinger Gemeinderats kommuniziert – muss die „Mutterkirche des Albtals“ mit Millionenaufwand saniert werden. Von mindestens zwei Millionen Euro war die Rede, um das herausragende Denkmal in der Ettlinger Altstadt für einige weitere Jahrzehnte zu erhalten.

 Gemälde von Emil Wachter in Gefahr

Nicht nur das Dach der Kirche ist defekt, sondern wie bereits dargestellt sind die Innenwände des Gebäudes feucht und hochgradig gefährdet. Dort hat der Maler Emil Wachter in dualistischer Sicht Einmaliges in Szene gesetzt: Auf der einen Seite die Schöpfung als Erstwelt, aus der der Mensch eine monströse technische Zweitwelt geschaffen hat, auf der anderen Seite das „Neue Jerusalem“ als Geschenk Gottes in der Gestalt von Christus, der als Treibkraft die Liebe in die Welt gebracht hat, die nicht kaufbar ist.

Bauwerk hat historische Bedeutung für Ettlingen

Um die Kirche nicht verfallen zu lassen, ist jetzt laut Pfarrer Martin Heringklee, Leiter der römisch-katholischen Kirchengemeinde Ettlingen-Stadt, angedacht, mit der dringend nötigen Außensanierung von Sankt Martin im Sommer 2018 zu beginnen und dann in 2019 die Innenrenovierung folgen zu lassen. Auf den Zeitplan will er sich nicht festlegen lassen, da zum einen mit der politischen Gemeinde und der untere Denkmalschutzbehörde noch einiges abgeklärt werden muss, zum anderen aufgrund der Bedeutung der Kirche für Ettlingen man auf einen großzügigen Zuschuss von der Stadt hofft, „weil dies die Kirchengemeinde finanziell nicht allein stemmen kann.“

Öffentliche Spendenaktion?

Schließlich wäre Heringklee glücklich, wenn sich viele Ettlinger, denen dieses Gebäude am Herzen liegt, angesprochen fühlten, für dieses Gotteshaus, das viele Jahrhunderte überstanden hat, ihr Scherflein beizutragen. In welcher Weise die Spendenbereitschaft animiert werden soll, ob über einen Förderverein (Stiftung) oder über ein sogenanntes Fundraising beziehungsweise über beides, darüber würden die kirchlichen Gremien in Ettlingen noch nachdenken.

Termin
Apropos Dachdefekt: Für die kurzfristige Rettungsaktion stehen Baugerüst und Bauzaun vermutlich etwa 14 Tage, so dass an Weihnachten der Platz rund um die Martinskirche wieder frei zugänglich ist.