Das Urteil im Prozess um versuchten Mord an zwei kleinen Kinder soll am Donnerstag im Schwurgerichtssaal Karlsruhe fallen. | Foto: Deck

Versuchter Mord vor Gericht

Angeklagte unter Tränen: „Ich war verzweifelt“

Von Klaus Müller

Eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren fordert die Staatsanwaltschaft Karlsruhe für eine 28 Jahre alte Angeklagte  aus Marxzell (Landkreis Karlsruhe). Ihr werden versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Im Juni vorigen Jahres soll sie versucht zu haben, zunächst ihre beiden damals zwei und fünf Jahre alten Töchter zu töten. Danach wollte sie sich mit dem den Kinder zuvor  verabreichten Medikamentencocktail selbst töten.

Ehemannn alarmierte Polizei

Alle drei wurden rechtzeitig gerettet, weil der von der Familie getrennt lebende Ehemann die Polizei verständigte. Die Angeklagte war zum Prozessauftakt am Mittwoch im Landgericht Karlsruhe geständig. Unter Tränen sagte sie vor der Schwurgerichtskammer aus, sie habe aus Verzweiflung gehandelt. Die Trennung vom Partner und die Situation mit den Kinder, dazu kein Job, das alles habe sie überfordert.

Gutachter: Nicht vermindert schuldfähig

Anders als die Staatsanwaltschaft erkannte die Verteidigung in der Tat eine „Kurzschlusshandlung“ und plädierte entsprechend auf eine Bewährungsstrafe für die Angeklagte. Diese wäre unter zwei Jahre.  Der psychiatrische Sachverständige hatte zuvor keine  verminderte Schuldfähigkeit für die Frau gesehen. Das Urteil soll an diesem Donnerstag ergehen.