Tierliebe ist Trumpf beim Tierheim Ettlingen, auch wenn der Arbeitsalltag nicht immer einfach ist. Hier Leiterin Alice Bonicelli mit Kater Freddy. | Foto: Klaus Müller

Tierheimbilanz in Ettlingen

Mehr als 150 Tiere gestrandet: Dutzende Hunde und Katzen sowie elf Ratten

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Von Klaus Müller

Viel Arbeit hatte das Team im Tierheim Ettlingen im vergangenen Jahr – und dabei könnte man Verstärkung gut gebrauchen. Die Vermittlungsbilanz sieht gut aus, doch stehen finanzielle Herausforderungen für die Einrichtung an. Eine wirklich gute „Trefferquote“ lässt sich beim „Tier des Monats“ – das erscheint monatlich in den BNN Ettlingen – vermelden. Sieben der vorgestellten Tiere, vom Chinchilla bis zum knuddeligen Hund, konnten durch die Veröffentlichung vermittelt werden. Zwei Tiere befinden sich aktuell in einer Pflegestelle – und wenn alles klappt, wenn es zwischen Tier und Mensch passt, haben auch die beiden eine gute Chance auf ein dauerhaftes neues Zuhause.

Einige Besitzer holten Tiere wieder ab

Tiervermittlungen machen nur einen Teil der Arbeit des Tierheim-Teams unter Leitung von Viola Vanni und Alice Bonicelli aus. Entsprechend fällt die Bilanz für das Jahr 2018 aus: Insgesamt wurden nach Auskunft von Bonicelli mehr als 150 Tiere aufgenommen, darunter allein 52 Hunde und 48 Katzen. Außerdem fanden unter anderem elf Ratten (!) eine vorübergehende Unterkunft im Tierheim. Zu den über 120 aufgenommenen Tieren gehörten auch 77 Fundtiere, die im Tierheim abgegeben wurden. 102 Tiere wiederum seien vermittelt worden, darunter 40 Katzen und 17 Hunde. Zudem holten einige Besitzer wieder ihre Tiere ab, die zuvor als Fundtiere im Tierheim „strandeten“.

Klare Vermittlungsvoraussetzungen

Besonders gut, berichtet die Tierheimleitung weiter, ließen sich Katzen, kleine Hunde und Kaninchen vermitteln. Einen wichtigen Part nehmen dabei die Vermittlungsvorgaben des Tierheims ein. Und sie zeigen Wirkung. Es habe lediglich einen „Rücklauf“ (ein Hund) gegeben. Bei einer Vermittlung werde sehr darauf geachtet, wohin das Tier komme, sagt Bonicelli. „Wir möchten die Tiere nur vermitteln, wenn wir davon ausgehen können, dass sie gut versorgt sein werden.“ Kennenlernen, Gassi gehen, eine Platzprüfung (bezogen auf Hunde), entsprechende Einrichtungen im möglicherweise neuen Zuhause und genauso zwei Wochen Pflege bis zur endgültigen Entscheidung zählen laut Tierheim zu den Vermittlungskriterien.
Wie die Jahre zuvor finanziert sich das Tierheim vor allem über Spenden, Erbschaften, Mitgliedsbeiträge des Trägervereins, dem Tierschutzverein Ettlingen, über Patenschaften oder ebenso über Pensionsgebühren. „Der Betrieb unseres Tierheims wird uns 2019 wieder vor enorme, auch finanzielle Herausforderungen stellen“, betont Bonicelli. Unter anderem stünden eine Dachsanierung und die Anschaffung eines neuen Tierheim-Autos an.

Freuen uns über jeden Unterstützer

Das Tierheim bietet Platz für rund 20 Hunde, 30 Katzen und etliche Kleintiere. Angeboten wird auch eine gut frequentierte Tierpension. „Und wir freuen uns über jeden Unterstützer, seien es Tierpfleger, die brauchen wir dringend, Gassi-Geher, ehrenamtliche Helfer oder Sponsoren“, verdeutlicht Alice Bonicelli.