Auftakt: Spatenstich für den L 623-Ausbau als Autobahnzubringer ab Langensteinbach zur A 8 : Franz Masino, Christine Neumann-Martin, Uwe Lahl, Sylvia Felder, Christoph Schnaudigel und Jens Timm (von links). | Foto: Gustl Weber

Vollsperrung ist in Kraft

Mit Verzögerung: Spatenstich für neuen Autobahnzubringer bei Karlsbad

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„Für mich ist der erste Spatenstich für den Ausbau der L623 als Autobahnzubringer ab Langensteinbach die erste öffentliche Amtshandlung nach gerade mal zwei Wochen im Amt als Regierungspräsidentin“, erklärte Sylvia Felder am Dienstag zum offiziellen Start des Projekts auf der Baustelle. Der rund 2,4 Kilometer lange Straßenabschnitt ab Langensteinbach bis zur von Waldbronn in Richtung A 8 verlaufenden L609 wird unter teilweiser Verschiebung der Trassenführung und einem zum Teil deutlichen Höhenausgleich grundlegend erneuert.

Von Gustl Weber

Minimierter Eingriff in Natur und Landschaft

„Dieses Projekt steht auch unter dem Merkmal von künftig deutlich mehr Sicherheit auf einem heute mit großem Unfallrisiko behafteten Abschnitt. Dieser Zustand wird in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören“, verspricht die neue Regierungspräsidentin – verbunden mit dem Wunsch auf Verständnis der umliegenden Gemeinden für die zusätzliche Verkehrsbelastung während der Vollsperrung der L623 bis Ende dieses Jahres. Der A-8-Zubringer ist täglich durch immerhin rund 14 000 Fahrzeuge belastet.
„Wir realisieren hier unseren Grundsatz des Ausbaus einer vorhandenen Straße vor dem kompletten

Die neue Trasse: Regierungspräsidentin Sylvia Felder vor den Plänen für die neue L623. Von recht: Karlsbads Bürgermeister Jens Timm und Landrat Christoph Schnaudigel. Links Waldbronns Bürgermeister Franz Masino. | Foto: Gustl Weber

Neubau“, verdeutlichte Professor Uwe Lahl, Ministerialdirektor des Verkehrsministeriums in Stuttgart. Auch hier gehe es jedoch um das Ziel einer deutlich verbesserten Infrastruktur in diesem Verkehrsraum. Der letztlich in weiten Bereichen an der bestehenden Trasse orientierte Ausbau, der mit einem Kostenvolumen von rund 8,5 Millionen Euro veranschlagt ist, ermögliche einen minimierten Eingriff in Natur und Landschaft sowie einen reduzierten Flächenverbrauch. Unvermeidbare Eingriffe werden durch zahlreiche landschaftspflegerische Maßnahmen auf Flächen im Nahbereich des Streckenabschnitts kompensiert. Dazu gehört laut Professor Lahl unter anderem die Anlage eines großflächigen Obstbaum-Areals. Gleichzeitig werde das landwirtschaftliche Wegenetz wie auch das Radwegnetz erweitert und angepasst. Sein besonderer Dank galt der Gemeinde Karlsbad, die für das Land Baden-Württemberg im Vorfeld der Maßnahme die umfangreichen Grundstücksverhandlungen gerade mit den dortigen Besitzern der „Steinig-Höfe“ führte.

Projekt L623 seit Jahrzehnten im Visier

„Dieses Projekt steht seit Jahrzehnten auf der Agenda Karlsbads und hat auch meine Vorgänger im Amt in vielfältiger Weise berührt“, meinte Bürgermeister Jens Timm. Neben dem sehnlichst erwarteten Straßenausbau sei man froh, auch für die „Steinig-Höfe“ eine deutlich – nicht zuletzt sicherheitstechnisch verbesserte – Anbindung zu erhalten. Das gleiche gelte für das Radwegnetz in dieser Landschaft, wenn es auch keinen Radweg unmittelbar entlang der Straße geben wird. In der Hoffnung, dass noch vor Weihnachten das „Band der neuen Straße“ durchschnitten werden kann, dankte er Waldbronns Bürgermeister Franz Masino sowie den dortigen Einwohnern für das Verständnis eines deutlich erhöhten Verkehrsaufkommens während der Sperrung der L623. Seit Montag ist die Vollsperrung eingerichtet, die aufgrund von technischen Problemen an den Ampelschaltungen wie berichtet zweimal verschoben werden musste.

Verkehrschaos bleibt (noch) aus

Ein Chaos sei bisher ausgeblieben, es läuft allerdings auch die ruhigere Osterferienzeit. Eine abschließende Beurteilung über die Belastung der Umleitungsstrecken und eventuell notwendigen Nachsteuerungen kann erst nach den Ferien bei vollem Verkehrsaufkommen gegeben werden.