Motorrad-Abenteuer: Trocken geht es zu für den Waldbronner Hubert Krug, der wie hier in der Wüste von Rissani sein Trinkwasser einteilt. | Foto: pr

Waldbronner auf Tour

Motorrad-Abenteuer: Schlechte Pisten und Drogenverkäufer in Marokko

Von Klaus Müller

„Heute waren es 488 Kilometer von Zagora über Tata nach Taroudannt. Bei 36 Grad. Schatten gab es nur einen, den von mir. Nur fahren war erträglich“, beschreibt Hubert Krug eine seiner Etappen. Um es gleich vorwegzunehmen: Dem Marokko-Fahrer aus Waldbronn geht es gut. „Mensch und Maschine sind noch bei bester Laune“, schreibt er weiter. Vor rund eineinhalb Wochen brach er auf, um drei Wochen lang das nordafrikanische Land und insbesondere die Atlas-Region zu erkunden (wir berichteten). Jetzt kam sein Zwischenbericht.

6.500 Kilometer auf dem Feuerstuhl

6 500 Kilometer ist er auf dem Motorrad, seiner modifizierten BMW 1200, unterwegs – nicht ganz so viele wie bei seinem Russland-Trip vor einem Jahr, da waren es 12 000 Kilometer. Mehr oder weniger regelmäßig – abhängig vom Internet-Empfang – hält der Abenteurer Kontakt zur Redaktion der BNN Ettlingen. Krugs Fahrt führt

Tierischer Mähdrescher: Ein Esel-Ensemble bearbeitet auf dem Land in Marokko das geerntete Getreide. | Foto: pr

über Schotterpisten, über Straßen, die von sintflutartigen Wassermassen (kommt selten vor, dann aber heftig) weggespült wurden, durch Städte fernab der Tourismusrouten, durch Steinwüsten oder über die Höhen des Atlas-Gebirges. Besonders anstrengend dürfte seine Fahrt nach Taroudannt, mitten in Marokko gelegen, gewesen sein. „Man glaubt nicht, wie gut ein teewarmes Mineralwasser schmecken kann und wie schnell ein halber Liter getrunken ist. Trinkpause mache ich wie bewährt, nach Zeit und nicht nach Bedarf. Das könnte dann etwas zu spät sein, aufholen oder nachtanken geht dann nicht mehr.“ Man sei froh, wenn genügend Wasser und Kraftstoff an Bord ist.

Zum Glück fand ich eine Ersatzpiste

„Tatsächlich war auf der gesamten Strecke (fast 500 Kilometer) nur eine Tanke dazwischen. Einmal war die Straße plötzlich weg. Einfach von Wassermassen weggespült. Zum Glück fand ich ne Ersatzpiste.“ Dann brach er auf nach Marrakesch über den Tizi n’Test, ein 2 100 Meter hoher Gebirgspass. Auch einen Rückblick lieferte der Motorrad-Abenteurer den BNN:
• 23. Mai: Anreise nach Genua in die Unterkunft verlief wie geplant. 679 Kilometer bis zur Unterkunft.
• 24. Mai: Um 13 Uhr legt die Fähre in Genua ab. Passagiere mit Fahrzeug, die den Schengener Raum verlassen, müssen vier Stunden zuvor eingecheckt haben. Morgens hatte ich den kürzesten Weg gewählt. Der führte 21 Kilometer durch Genua. Ein echter Zeitstress.
• 27. Mai: Habe Fes erreicht. Ich entschied mich, durch das Herz des Rif zu fahren. Das bedeutet, durch das Zentrum der Haschisch-Plantagen. Issaguen und Ketama seien die hauptsächlichen Verteilerorte des Stoffes, berichten Insider. In Reiseführern und Reiseberichten wird gewarnt. Aufdringliche Verkaufsangebote weißer Tütchen an den Straßen. Trotz allem bestand zu keiner Zeit Gefahr für mich. Lediglich anstrengende Ausweichmanöver wegen heranspringender Verkäufer und kläffender Hunde. Und das bei außerordentlich schlechten Straßenverhältnissen.
• 1. Juni: Habe heute eine Zwischenstation bei den Filmstudios von Ouarzazate gemacht. Da gibt es auch ein Museum. In den Studios entstanden Szenen unter anderem von Lawrence von Arabien oder Gladiator. Nicht schlecht.