Mutter zweier Kinder und obendrein Tagesmutter: Jasmin Hofmann aus Ettlingen-Spessart.
Mutter zweier Kinder und obendrein Tagesmutter: Jasmin Hofmann aus Ettlingen-Spessart. | Foto: Bentz

Engen Kontakt vermisst

Was Muttertag in Zeiten von Corona bedeutet – zwei Ettlingerinnen erzählen

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Nichts ist normal zu Corona-Zeiten und deshalb auch nicht der Muttertag am 10. Mai. Zwei Ettlingerinnen erzählen, was sie planen, ob es Geschenke und Besuche gibt und was sie vermissen.

Für Nadine Schwald aus Schöllbronn ist es der erste Muttertag. Er ist zugleich der Tag, an dem ihre kleine Tochter Josie neun Monate alt wird. Die Familie feiert beides in einer Zeit, da die Corona-Krise noch immer das Miteinander bestimmt, wenn auch nicht mehr ganz so spürbar wie vor wenigen Wochen.

Wir hatten eigentlich Kroatien geplant.

Nadine Schwald, Mutter aus Schöllbronn

„Mein Mann und ich hatten eigentlich geplant, kurz nach dem Muttertag nach Kroatien zu fliegen. Es wäre die erste Reise für unsere Kleine gewesen“, erzählt Nadine Schwald, und etwas Wehmut schwingt in ihrer Stimme mit.

Die Pandemie durchkreuzte diesen Plan genauso, wie sie den angedachten Ferien auf Mallorca einen Strich durch die Rechnung machte. Und auch mit dem Babyschwimmen im Albgaubad wird es einstweilen nichts.

Viel Zeit für Tochter Josie

Die 42-jährige Schwald („Ich bin, was man eine späte Mutter nennt.“) versucht der Situation dennoch etwas Positives abzugewinnen. Weniger Ablenkung, weniger Aktivität außer Haus, bedeutet für sie „mehr Zeit, in der ich mich intensiv mit meiner Tochter beschäftigen kann“. Die hat gerade begonnen zu zahnen, braucht viel Aufmerksamkeit, weil auch ihre Ernährung umgestellt wird.

Erster Muttertag: Nadine Schwald und Tochter Josie. | Foto: pr

Restaurantbesuch am Muttertag fällt aus

Josie krabbelt durch die Wohnung, zieht sich schon mal hoch und „macht eigentlich Tag für Tag Fortschritte. Das ist toll zu beobachten“. In einem „normalen Jahr“ wären die Schwalds am Muttertag schön essen gegangen, da aber 2020 nichts normal ist, „wird es auf einen kurzen Besuch bei den Omas hinauslaufen oder einen kleinen gemeinsamen Spaziergang.“

Kontakt zur eigenen Mutter in der Corona-Krise schmerzlich vermisst

Was Nadine Schwald in den vergangenen Wochen wirklich vermisst hat, waren die sonst immer sehr engen Kontakte zu ihrer Mutter. Wegen Corona habe sie die stark zurückfahren müssen, und erst seit kurzem „passt die Mama wieder auf Josie auf, wenn ich mal einkaufen bin“. Für Mutter und Stiefmutter gibt es zum Ehrentag „natürlich Blumen“, sagt Schwald. Sie selbst erwarte kein Geschenk. Obwohl, „vielleicht macht der Papa ja noch einen Fußabdruck von der Kleinen.“

Wenngleich die Verwaltungsfachwirtin ihr Mutterdasein momentan „in vollen Zügen genießt“, plant sie doch eine Rückkehr in den Beruf auf Ende 2021. Elternzeit sei „schön und gut“, aber die Kollegen vom Ettlinger Sportamt „fehlen mir schon“.

Sieben Wochen lang Verzicht auf die Tageskinder

Ganz in ihrer Arbeit als selbstständige Tagesmutter geht Jasmin Hofmann aus Spessart auf. Zu ihrer eigenen Tochter Hanna (9) und Sohn Jonah (12) betreut die fast 40-Jährige vier weitere Kinder unter drei Jahren. Das sind – coronabedingt – weniger als sonst, und mehr als drei von ihnen dürfen auch nicht gleichzeitig im Haus sein, das Hofmann liebevoll „Eulennest“ getauft hat.

Sieben Wochen lang habe sie ganz auf ihre Tageskinder verzichten müssen und das als sehr belastend empfunden. Erst seit einer Woche „ist wieder ein Stück Normalität bei uns eingekehrt.“

Ich hätte eigentlich Erzieherin werden sollen.

Jasmin Hofmann, Tagesmutter

Seit 2011 engagiert sich die gelernte Zahnarzthelferin („ich hätte eigentlich Erzieherin werden sollen“) als Tagesmutter, hat sich über den Tageselternverein Ettlingen für ihre Tätigkeit qualifiziert. Inzwischen könne sie sich „keinen schöneren Beruf mehr vorstellen“.

Gesellschaftliche Anerkennung gebe es zwar nicht im gewünschten Umfang, aber „Wertschätzung bei meiner Familie und den Müttern, die mir ihren Nachwuchs anvertrauen, habe ich genug“.

Blumen für den Muttertag sind bestellt

Während der Schulschließungen kümmert sich Jasmin Hofmann um den „Fernunterricht“ von Hanna und Jonah, hilft bei den Hausaufgaben und spricht zudem viel mit den Kindern über Corona. „Sie waren zunächst traurig, weil sie ihre Omas nicht mehr sehen durften, haben das dann aber verstanden“. Auch am Muttertag werde sich daran nicht viel ändern.

Wohl sind Blumen für die ältere Generation bestellt und Hofmann will auch kurz vorbeischauen, ansonsten bleibt die vierköpfige Familie unter sich – aus Vorsicht. Es gibt Erdbeertorte („Das Backen habe ich für mich während der Corona-Krise entdeckt“), man wolle gemeinsam etwas spielen oder einen Film anschauen – je nach Lust und Laune.

Mit ihren Tageskindern hat Jasmin Hofmann natürlich kleine Muttertagsgeschenke gebastelt. Und von ihrer Tochter weiß sie, „dass sie was für mich vorbereitet. Ich darf nämlich seit Tagen ihr Zimmer nicht mehr betreten.“