Die Übersichtstafel am Eingang zum Therapiepark Waldbronn zeigt verschiedene Stationen auf. Viele sind in schlechtem Zustand. | Foto: kdm

Kostendebatte in Waldbronn

Musikschule zu und Geld für Therapiepark?

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Von Klaus Müller
Wenige Wochen nach dem Beschluss, die  örtliche Musikschule endgültig zu schließen, sitze man hier im Gemeinderat und mache sich Gedanken über die Sanierung  von einem Therapiepark.   Und  das für 170 000 Euro.  Kopfschütteln bei Gemeinderat  Peter Buss  (Grüne)  in Waldbronn.  „Wie kommt das in der Öffentlichkeit an? Wie wirkt dieser Tagesordnungspunkt nach außen?“, so Buss  weiter. „Attraktivierung und Sanierung des Therapieparks Waldbronn“ lautete besagter Tagesordnungspunkt, mit dem sich der Waldbronner Gemeinderat zu befassen hatte. Und da war als Beschlussvorschlag zu lesen: „Die Verwaltung wird aufgefordert, einen Antrag auf Fördermittel zu stellen. Die Bereitstellung von 170 000 Euro im Haushaltsplan 2019 wird in Aussicht gestellt.“

SPD und CDU stimmen für Sanierung

SPD und CDU stimmten geschlossen dem Vorschlag zu. Die Freien Wähler waren dagegen und die Grünen enthielten sich der Stimme. Nein, betonte Buss , er habe nichts gegen die Sanierung des  Therapieparks. Allerdings dürfe das Vorhaben für die Gemeinde nichts kosten. Nur dann könnten es die Bürger vor dem Hintergrund der Spardiskussion um  anderen Einrichtungen verstehen.

Wie viel bleibt an Waldbronn hängen?

Er habe mit keinem Wort gesagt, dass die Gemeinde etwas zahlen müsse, erwiderte Bürgermeister Franz Masino. Fast im gleichen Atemzug wies er darauf hin, dass bei dem Vorhaben – „wir wollen Werte erhalten“ – die Gemeinde dann „höchstwahrscheinlich“ doch „mit einigen Euro“ im Boot  ist. Stichwort „Werte“: In den vergangenen Jahren  dürfte sich niemand großartig um besagte Werte gekümmert haben. Der Zustand des Parks lässt mehr als zu wünschen übrig. Mit anderen Worten: Er ist vergammelt.

Jahrelang wurde nichts gemacht

Eigentlich wäre das die Aufgabe des langjährigen Pächters gewesen. Laut Pachtvertrag, erinnerte Cora Strack vom Umweltamt, sollte der Pächter den  Therapiepark  instand halten. Davon freilich ist nichts zu sehen – jahrelang wurde nichts gemacht. Den Pachtvertrag schloss die Gemeinde 1978 mit der Kurklinik Waldbronn (später Ruland-Kliniken). Nachdem die Klinik von der SRH-Gruppe übernommen worden war, muss nun neu über das Pachtverhältnis, darin eingeschlossen der Therapiepark, entschieden werden. Entsprechende Gespräche, dabei soll es auch um eine Kostenbeteiligung des neuen Pächters an der Parksanierung gehen, sollen laut Verwaltung zeitnah geführt werden.

Der Park hat Potenzial

Für die Sanierung des Parks – er liegt unterhalb des SRH-Gesundheitszentrums (früher Rulandklinik)  sprach sich Roland Bächlein (CDU) aus . „Insgesamt wollen wir ein sinnvolles Paket schnüren“. Daraus könne was werden, der Park habe Potenzial, befand Jens Puchelt (SPD). Ein „Paket schnüren“ will ebenso Masino. Dessen Kosten dürften dann aber nicht mehr bei 170 000 Euro, sondern bei 250 000 Euro liegen, ließ Angelika Purreiter (Freie Wähler) durchblicken. Besser  sei es, den Wald zu renaturieren.

 

 Einen Kommentar zur Gemeinderatsdebatte lesen  Sie in der Freitagausgabe der BNN Ettlingen.