Als Gastgeber marschierten die Spessarter Eber und ihr närrischer Nachwuchs beim Nachtumzug vorne weg. | Foto: kdm

8000 Narren feiern in Spessart

Nachtumzug der Eber: Viele Hexen – weniger Guggemusiker

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Gut 8 000 Fasnachter säumten am Freitagabend beim Nachtumzug der Spessarter Eber die Straßen in Ettlingen Höhenstadtteil. 73 Zugnummern, darunter viele Hexen und Teufel, marschierten mit. Die Polizei fing am Stadtbahnhof mit ersten Alkoholkontrollen an. Hunderte Flaschen mit Hochprozentigem wurden beschlagnahmt.

„Da ist endlich mal wieder was los im Dorf!“ Recht hat sie – Eileen eine Eberfrau der Spessarter Eber. Und klar ein Umzug, und dann noch ein Nachtumzug, im eigenen „Dort“ hat was. Von toller Atmosphäre, von guter Stimmung sprechen auch ihre Mitstreiterinnen.

Es ist eben anders als am Tag

Es ist wirklich viel los in Spessart. Tausende von Zuschauern, Narren und Kostümierten säumen die Straßen. „Doch, das macht wirklich Spaß hier. Und es ist eben anders als am Tag“, tönt Marion von den Dohlenaze. Genauso sehen es die echten Exoten unter den Narren: die Mendip Morris Men aus England. Hier sei es „fantastic“, rufen Theo und John in die Menge. Mit den Rebhexen sind die Männer aus Somerset unterwegs. „Trotz Brexit“, schiebt Theo lachend nach. Egal. Weiter geht es. Durch die Nacht.

Phantasievolle Masken sah man in Hülle und Fülle. | Foto: kdm

Jugendliche und Familien mit Kindern dabei

Die Zuschauer machen voll mit. Unter den 8 000 (nach Angaben der Polizei) sind viele Jugendliche, aber auch Familien mit Kindern. Zufrieden mit dem Ablauf zeigt sich derweil Ebermeister Stefan Rohrer. 73 Zugnummern marschieren an Narrenvolk vorbei, darunter lokale Prominenz. Ins „Wild Sau“ stimmen alle mit ein.


Weniger Guggemusiker als früher

Etliche neue Gruppen sind diesmal in Spessart mit dabei: zum Beispiel die Talbachhexen Neibsheim, die Karlsruher Dämonen Hexen oder Doowallhexe Michelbach. Was aber auch auffällt: Es sind deutlich weniger Guggemusikgruppen unterwegs. Es gebe halt immer weniger solche Gruppen, versucht Rohrer Ursachenforschung. Sei´s drum. Der Stimmung tut es keinen Abbruch. Es wird Radau gemacht, im Freien getanzt und Kinder machen sich auf die Jagd nach Süßem, das geworfen wird. Zum ersten Mal seien sie bei so einem Nachtumzug, erzählt Claudia Schröder aus Karlsruhe. Ihre Kids sind dabei. Und die Kleinen gehen richtig ab.

Kräftig was auf die Ohren gab es von den Guggemusikern. | Foto: kdm

 

In Höfen wird kräftig weitergefeiert

Weit über zwei Stunden zieht sich der närrischen Zug durch Spessart. Und dann wir weitergefeiert – in schön geschmückten Hinterhöfen. Bis spät in die Nacht hinein. Um ein Uhr ist dann Schuss mit lustig.
Ab den späten Nachmittagsstunden war Bus um Bus mit Maskierten und Kostümierten vom ZOB gen Spessart unterwegs. Ordner der Eber waren bei Kontrollen genauso im Einsatz wie private Security, Beamte des Polizeireviers Ettlingen sowie des Polizeipräsidiums Karlsruhe.

Jungs mit Benagalos herausgegriffen

Jürgen Maisch, in puncto Nachtumzug seit mehr als einem Jahrzehnt erfahrener Einsatzleiter, sprach von mehreren hundert Flaschen Hochprozentigem, sichergestellt in Taschen und Rucksäcken. Bis Umzugsbeginn gab es fünf Platzverweise. So war für Jungs aus dem Raum Pforzheim, die mit Bengalos nach Spessart wollten, das Spektakel zu Ende, bevor es begonnen hatte. Im Höhenstadtteil selbst waren sechs Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes präsent und zwei vom Gemeindevollzugsdienst.

Klaus Müller /Heidi Schulte-Walter