Im Asamsaal, Teil der früheren Ettlinger Schlosskapelle, feierten Pfarrer Martin Heringklee, Weihbischof Birkhofer und die Geistllichen Peter Bretl und Engelbert Baader) von links) einen Gottesdienst zu Ehren des Heiligen Nepomuk. Ganz links die Dolmetscherin und ganz rechts zwei Ministranten. | Foto: Johannes-Christoph Weis

Patrozinium im Asamsaal

Nepomukfeier in Ettlingen mit Bischof Birkhofer

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„Mit dem Heiligen Johannes Nepomuk über Brücken gehen“ – so lautete das Motto der 26. Nepomukfeier am Freitagabend, 18. Mai, in Ettlingen. Mit einem deutsch-tschechischen Gottesdienst im Asamsaal, der früheren Hofkapelle des Schlosses Ettlingen, wurde sie eröffnet. Mit dabei der neue Freiburger Weihbischof Peter Birkhofer. Er stellte gleich  zu Beginn der Begrüßung der Gläubigen heraus, wie wichtig es ist, „wenn Menschen aufeinander zugehen und  Brücken  bauen“.

Tschechische Gäste aus Pilsen

Auch  tschechische Gäste  aus der katholischen Diözese Pilsen waren zur Nepomukfeier an die Alb gekommen: Ein Tag der Begegnung von Mitgliedern der Ackermann-Gemeinde der Erzdiözese Freiburg, der Kolpingsfamilie Ettlingen-Zentral und der Römisch-Katholischen Kirchengemeinde Ettlingen-Stadt. Für letztere hatte Pfarrer Martin Heringklee die Gäste aus nah und fern willkommen geheißen. Er erinnerte an  den verstorbenen Ettlinger Geistlichen Wolfgang Storf, der viele Jahre lang, bei der jährlichen Nepomukfeier  anwesend war, und just am 18. Mai 2018 sein Diamantenes Priesterjubiläum begangenen hätte. Ebenso begrüßte er OB Johannes Arnold, der die Stadt Ettlingen bei der deutsch-tschechischen Begegnung vertrat.

Nepomukfeier geht auf Ehrenbürger zurück

Im vergangenen Jahr, beim 25-jährigen Jubiläum, war bei einem festlichen Pontifikalamt Tomas Holub, Bischof der Diözese Pilsen, zugegen. Die Nepomukfeier geht auf eine Initiative von Geistlichem Rat Albert Bissinger und Ehrenbürger Erwin Vetter zurück. Seelsorgeeinheit Stadt, Kolpingsfamilie Zentral und Ackermann-Gemeinde als gemeinsame Veranstalter riefen anschließend zur Lichterprozession für die weltweit verfolgten Christen auf.

Lichterprozession für verfolgte Christen

Sie führte vor das Standbild des Brückenheiligen auf der Rathausbrücke. Nach Brückenandacht und Lichterschwimmen endete die Feier mit einem kleinen Imbiss im Kolpinghaus. Bei der Brückenandacht stand der Prager Generalvikar Johannes von Nepomuk, der vor 625 Jahren im Widerstand gegen unrechte Gewalt den Tod erlitt und heute eine Symbolfigur für das friedliche Zusammenleben von Menschen und Nationen ist.

„Mit Nepomuk über Brücken gehen“

Daher auch das Motto: „Mit dem Heiligen Johannes von Nepomuk über Brücken gehen.“ Der Heilige hat im konkreten Ettlinger Fall eine völkerverbindende Funktion. Wählte doch Markgräfin Sibylla Augusta Johannes von Nepomuk, dem auch in Tschechien viele Kirchen und Statuen gewidmet sind, den sie aus ihrer böhmischen Heimat Schlackenwerth kannte, zum Schutzpatron ihrer Kapelle im Ettlinger Schloss aus.

Markgräfin verehrte Nepomuk

Die Messe im Asamsaal war gleichzeitig auch als Patroziniumsgottesdienst  für die ehemalige Sankt-Johannes-von-Nepomuk Schlosskapelle der Markgräfin Sibylla Augusta gedacht. Die einst von der Markgräfin bei dem berühmten Maler Asam in Auftrag gegebenen Deckengemälde im Asamsaal erzählen bis heute die Lebensgeschichte des von Sibylla Augusta verehrten böhmischen Heiligen.