Pontifikalamt bei der Nepomukfeier in Ettlingen: Bischof Tomas Holub aus Tschechien (ganz in Rot) zelebrierte. | Foto: jcw

Pontifikalamt im Asamsaal

Nepomukfeier: Solidarität mit verfolgten Christen

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Mit einem festlichen Pontifikalamt eröffnete Tomas Holub, Bischof der Diözese Pilsen, in Konzelebration mit Priestern der Erzdiözese  Freiburg die 25. Nepomukfeier am Freitagabend im Asamsaal (ehemalige Schlosskapelle) in Ettlingen. Mit einem kleinen Festakt endete die Feier im Schloss, das auch Ausgangspunkt ist für die anschließende Lichterprozession unter dem Motto „Solidarität mit den weltweit verfolgten Christen“; sie führte zur historischen Nepomukstatue auf der Rathausbrücke, begleitet vom Geläut der Sibyllaglocke auf dem Rathausturm. Nach dem traditionellen Lichterschwimmen auf der Alb bestand Gelegenheit zum Gespräch im Kolpingsaal, Pforzheimer Straße 23. Der Gottesdienst und die Nepomukfeier in der ehemaligen Schlosskapelle stand ganz unter dem Einruck des erneuten Anschlags auf eine Pilgergruppe koptischer Christen in Ägypten vom gleichen Tag. Sie schloss Bischof Holub in seine Fürbitten ein. In dem in tschechischer und deutscher Sprache gehaltene Gottesdienst rückte Holub die Gestalt des Heiligen Nepomuk in den Mittelpunkt seiner Predigt. Dieser habe „Ja“ zu seinem Glauben auch unter der Folter gesagt und sei den Weg der „Liebe Gottes“ gegangen. Er habe die Fähigkeit gehabt auch in schwierigen Zeiten „Brücken zu bauen“.
Die Ettlinger Nepomukfeier, 1993 von Geistlichen Rat Albert Bissinger und Ehrenbürger Erwin Vetter ins Leben gerufen, ist heute ohne tschechische Beteiligung kaum denkbar. Das liegt nicht zuletzt an der Völker verbindenden Gestalt des Brückenheiligen Johannes von Nepomuk, dem auch in Tschechien viele Kirchen und Statuen gewidmet sind. Markgräfin Sibylla Augusta wählte Johannes von Nepomuk, den sie aus ihrer böhmischen Heimat kannte, zum Schutzpatron ihrer Schlosskapelle. Auch an geschichtliche Bezüge zwischen Baden und Böhmen möchten die Veranstalter erinnern. So wurde etwa die Markgrafschaft Baden-Baden einige Jahre von Böhmen aus regiert. Das Bádensk zámek (Badisches Schloss) im westböhmischen Schlackenwerth (Ostrov), Diözese Pilsen, war einst die Residenz des badischen Markgrafen Ludwig Wilhelm (Türkenlouis) und seiner Gemahlin Sibylla Augusta. Heute ist darin unter anderem die Stadtbibliothek von Ostrov untergebracht.
Neben Grußworten von Oberbürgermeister Johannes Arnold, Domkapitular Peter Birkhofer (Freiburg) und Architekt Jan Soukup (Pilsen) standen beim Festakt ein Redebeitrag von Ehrenbürger Landesminister a.D. Erwin Vetter als Mitgründer der Nepomukfeier auf dem Programm.
Die musikalische Gestaltung lag in den Händen von Organist Frank Schlesinger und dem Ettlinger Ensemble Elisabeth, bestehend aus Christina Seifried, Astrid Stößel und Anna Grüninger. Für das Geläut der historischen Sibyllaglocke vom Rathausturm sorgte Willi Kleinfeld. Sie läutete zum Gottesdienst wie auch später nach dem Festakt im Asamsaal  bei der Lichterprozession vom Schloss zur Rathausbrücke. Die von ackergemeinde der Diözese Freiburg, Kolpingsfamilie Ettlingen-Zentral und Römisch-katholischer Kirchengemeinde Ettlingen-Stadt wollte nicht nur ein Treffen mit Christen aus Tschechien, sondern auch eine Solidaritätsbekundung mit verfolgten und bedrängten Christen in aller Welt sein.  Nach einer kurzen Brückenandacht am Standbild des Johannes Nepomuk an der Rathausbrücke in Ettlingen ging es noch zu einem Beisammensein der Teilnehmer zu später Stunde im Ettlinger Kolpingssaal.