Erinnerungen wecken die Aquarelle bei dem Ausstellungsbesucher Theo Wenzel. Dieses Bild zeigt die Kirche Santa Maria della Salute II in Venedig.
Erinnerungen wecken die Aquarelle bei dem Ausstellungsbesucher Theo Wenzel. Dieses Bild zeigt die Kirche Santa Maria della Salute II in Venedig. | Foto: krk

Werke von Emil Wachter

Neue Ausstellung in Ettlingen zeigt „Italiensehnsucht“ in Bildern

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„Was würde Emil Wachter heute malen?“ Diese Frage stellte der Geschäftsführer der Stadtwerke Ettlingen, Eberhard Oehler, bei der Eröffnung des 19. Zyklus’ von Arbeiten des Künstlers Emil Wachter am Sonntag in der Buhlschen Mühle unter dem Titel „Italiensehnsucht“ angesichts drohender Gefahren für Umwelt und Klima.

Von unserem Mitarbeiter Ulrich Krawutschke

„Emil Wachter hat Schönheit festgehalten wie die von Venedig, die heute wegen der riesigen Kreuzfahrtschiffe und Massentourismus kaum noch zu sehen ist.“ Ehrenbürger Erwin Vetter verglich das Vorgehen Wachters bei seinen Reisen mit dem des Ettlinger Gemeinderates bei der Stadtsanierung.

32 Aquarelle widmen sich Rom, Venedig und der Toskana

Wachters Prinzip „Sehen – Erkennen – Schaffen“ habe auch der Gemeinderat damals bei Arbeitsreisen beherzigt, etwa beim Besuch in Siena, wo man sich Inspiration für das heutige Pflaster des Neuen Markts in Ettlingen geholt habe. Reisen, so Vetter, „war Erlebnis und Arbeit“.

Museumsleiterin Daniela Maier stellte die 32 Wachter-Aquarelle aus den 80er- und 90er-Jahren vor, die sich Rom, der Toskana und Venedig widmen. Gerade die „Serenissima“, die „Heitere“, habe es Wachter wegen der Lage in der Lagune „mit einzigartigen Lichtverhältnissen, von Wasser durchtränkter Luft und eigener Form der Wahrnehmung“ angetan.

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Auf den Spuren von Albrecht Dürer

Wie den venezianischen Malern, die sich im 16. Jahrhundert die Leichtigkeit von Albrecht Dürer nach seinem Besuch in Venedig zu Eigen gemacht hätten. Dürers stilistische Grundlagen „sind eine der künstlerischen Wurzeln für Wachters Aquarell- und Tuschemalerei. Seine Arbeiten zeigen exemplarisch, was ihn bewegte“.

„Die Nuancen des südlichen italienischen Lichtes bestimmen auch die Städteansichten von Rom, wie etwa beim in warmen und satten Ockertönen gehaltenen ‚Blick über Rom‘ oder bei ‚Trastevere‘, das er gänzlich in Farb- und Lichtflächen auflöst“, so Maier.

Momentane Stimmungen, das Vergängliche wie das Bleibende, im Bild festzuhalten

Bei seinem Toskana-Aufenthalt im Chianti-Gebiet, weit ab von Florenz, liebte Wachter es, im Freien zu malen. Ganz in der Tradition von Künstlern des 19. Jahrhunderts, die aus den Ateliers hinaus ins Freie drängten.

Sein Ziel war, „momentane Stimmungen, das Vergängliche wie das Bleibende, im Bild festzuhalten“, dies „in reduzierter Bildsprache der landschaftlichen Details, aber überschwänglich hinsichtlich der Farb- und Lichtvariationen“, so Maier. „Emil Wachter zeigt Werte von Italien, die wir früher im Urlaub auch gesehen haben. Heute ist das nicht mehr so, man denke nur an die Monster-Schiffe vor Venedig“, sagen Angela und Theo Wenzel aus Ettlingen, die alle Zyklen gesehen haben. Pia Schilling aus Mörsch ist rein zufällig an der Mühle vorbeigegangen, „ich genieße nun unverhofft die Arbeiten“.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist in der Buhlschen Mühle noch bis 17. Mai 2020 montags bis freitags jeweils von 8.30 Uhr bis 16 Uhr und nach Anmeldung zu sehen. Der Eintritt ist frei. Führungen sind möglich nach Anmeldung beim Museum Ettlingen, Telefon (0 72 43) 10 14 70.