Noch eine Brache: Auf der Fläche vor den Gebäuden am Rösselsbrünnle in Rheinstetten soll in den kommenden Jahren zwei große Supermärkte, ein Kulturhaus und eine Parkanlage entstehen. | Foto: Werner Bentz

Kosten von 14 Millionen Euro

Neue Stadtmitte Rheinstetten: Kulturhaus soll bis 2024 fertig sein

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Bis 2024 soll das Kulturhaus mit Parkanlage im Gebiete Neue Stadtmitte in Rheinstetten kommen. Dort zwischen Bundesstraße 36 und dem Zentrum Rösselsbrünnle entsteht auch ein Wohngebiet für 750 Menschen.

Die Realisierung der Neuen Stadtmitte nimmt immer konkretere Formen an. Jetzt hat der Ausschuss für Umwelt und Technik die Architektenleistung für das Kulturhaus mit Marktplatz und Parkanlage auf den Weg gebracht. Bei zwei Enthaltungen stimmte das Gremium zu, dem Gemeinderat zu empfehlen, das Architekturbüro K9 sowie das Landschaftsarchitekturbüro faktorgruen mit der notwendigen Architektenleistung zu beauftragen. Im Idealfall, so eine frühere Information der Stadt Rheinstetten, ist der Komplex Mitte 2024 fertiggestellt.

Zentraler Punkt für die Bürger

Als zentraler Punkt der Neuen Stadtmitte soll ein Marktplatz mit angrenzendem Bürger- und Kulturhaus entstehen. Nach Osten hin auf dem großen Areal zwischen Rösselsbrünnle und der B36 entsteht noch ein neues Wohngebiet für rund 750 Menschen. Zwischen beiden Bereichen – Kulturhaus und Wohnbebauung – soll eine Parkanlage als grünes Band gelegt werden.

Deckelung verändert

Die Projektsteuerung für das bislang auf zwölf Millionen Euro gedeckelte Projekt war im Mai an das Büro Thost, Niederlassung Karlsruhe, für 440.000 Euro vergeben worden. Schon im Herbst war 2019 das Freiburger Planungsduett „K9 Architekten und faktorgrün Landschaftsarchitekten“ als Sieger aus dem Architektenwettbewerb hervorgegangen. 20 Architektur- und Landschaftsarchitektenbüros hatten Entwürfe eingereicht. Die Stadt hatte für den Wettbewerb 75.000 Euro ausgelobt.

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Den zweiten Platz bei dem Wettbewerb hatte das Büro Kränzle+Fischer-Wasels aus Karlsruhe mit agenceter Landschaftsarchitekten belegt. Die Kommunale Entwicklung Stuttgart, Gesellschaft der Baden-Württemberg Immobilien, hatte seit Anfang des Jahres die Aufgabe, die Wirtschaftlichkeit zusammen mit dem beauftragten Projektsteuerer Thost zu ermitteln.

Saal für 200 Zuhörer

Laut Markus Lämmle von BW Immobilien und Wirtschaftsingenieurin Sabrina Wettstein von Thost-Projektsteuerung wurden insbesondere die überarbeiteten Entwürfe sowie die Honararangebote Anfang des Jahres übermittelt. Die Projekte für Kulturhaus und Grünanlage wurden hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Flächenansätzen und Kostenrahmen durchgerechnet.

Platz für Gemeindebücherei

Wie berichtet, stellt der Siegerentwurf trotz „nur“ zweistöckiger Bauweise gegenüber dem zweiten Platz mit drei Geschossen erstaunlich viel Nutzfläche bereit. In dem Kulturhaus sollen das Bürgerbüro und die Gemeindebücherei Platz finden. Im Obergeschoss entsteht ein Veranstaltungsraum mit rund 200 Plätzen. Hinzu kommen für das öffentliche Gebäude 50 eigene Parkplätze für das Kulturhaus in der gemeinsamen Tiefgarage der zwei daneben geplanten Supermärkte.

Kosten auf 14,3 Millionen Euro geschätzt

Laut Wetterstein belaufen sich die geschätzten Baukosten inklusive Außenanlage für den Entwurf der K9 Architekten auf 13,9 Millionen Euro ohne Ausstattung und mit Ausstattung auf 14,3 Millionen Euro brutto. Bei den Kränzle+Fischer Architekten beläuft sich die Kostenschätzung auf 16,95 Millionen Euro beziehungsweise 17,78 Euro brutto. Bei der Diskussion im Gemeinderat spielten die Kosten zunächst eine geringere Rolle. Andreas Rottner (CDU) wollte allerdings wissen, ob die ermittelten Kosten auch den Anteil des Kulturhauses an der Tiefgarage enthalten. Dies bejahten Lämmle und Wettstein.

Nachhaltigkeit großes Thema

Danach fragten in der Diskussion sowohl der Grünen-Vertreter Martin Resch wie auch Otto Deck von den Bürgern für Rheinstetten (BfR) nach der Nachhaltigkeit der zu verwendenden Baustoffe nach. Sie erhielten die Antwort, das Thema werde erst in den kommenden Monaten detaillierter ausgeführt. Man werde aber den Einsatz von Recycling-Baustoffen prüfen. Walter Linsin (SPD) merkte schließlich noch am Ende der Aussprache an: „Der Gemeinderat Rheinstetten wollte früher das Projekt auf zwölf Millionen Euro deckeln.“