Das letzte Derby: Im Februar 2018 trafen der KSC II und der SV Spielberg zuletzt aufeinander - künftig kooperieren die beiden Clubs. | Foto: GES

Kooperation mit Spielberg

Neue Wege beim KSC II

Die Amateure aus dem Albgau verstünden sich schon länger als eine Art „rechter Arm“ des großen Nachbarn, sagt Bernd Stadler, der beim SV Spielberg für den Fußball-Spielbetrieb verantwortliche Vorstand. Angefangen hatte das 2013 mit dem vom Karlsruher SC geholten Ole Schröder, dem späteren Kapitän.

Und auch im aktuellen Team, das im Oberliga-Abstiegskampf steckt, stehen im Torwart Matthias Moritz, in Innenverteidiger Stefan Müller und anderen einige Akteure, die es beim KSC nicht nach oben geschafft hatten und daher direkt vom Karlsruher Talentschuppen am Adenauerring in den Karlsbader Ortsteil gewechselt sind.

Wir bieten Kontinuität

„Wir bieten Kontinuität. Von den letzten sechs Spielzeiten haben wir fünf in der Oberliga und eine in der Regionalliga zugebracht. Ich bin mit hundertprozentig sicher, dass wir auch nächstes Jahr in der Oberliga spielen werden“, sagt Stadler, der im Januar auf den KSC zugegangen war. Er wollte nachhören, was der Drittligist mit seiner U 23 denn noch vorhabe. Vizepräsident und Geldgeber Günter Pilarsky hatte diese da ja schon offen zum Auslaufmodell aus wirtschaftlichen Erwägungen gestempelt.

Was sich aus Gesprächen mit Edmund Becker, Oliver Kreuzer und Burkhard Reich hernach entwickelte, fand am Dienstag  seine Bestätigung: Der KSC wird sein ältestes Talente-Team abmelden. Er steht dadurch als erster Absteiger aus der Oberliga fest und wird seine Ausgaben für die Fortbildung von Perspektivspielern von aktuell einer halben Million Euro auf 100.000 bis 150.000 reduzieren. Edgar Schmitt wird ein Anstellungsverhältnis bei seinem Ex-Club eingehen und danach den Trainerstab des künftigen Spielberger Kooperationspartners eng unterstützen.

Spielbergs Freude über „sensationelle Entwicklung“

„Bei uns im Verein gab es nach Bekanntwerden dieser Kooperation nur positive Reaktionen“, versichert Stadler. Die Spielberger Club-Homepage kündete gar von einer „sensationellen Entwicklung“. Eine vergleichsweise Konstellation wie die nun vertraglich besiegelte sei ihm nicht bekannt, sagt Stadler, und „für beide Seiten ein Gewinn“.

KSC-Sportdirektor Kreuzer sieht das, nicht überraschend, exakt so. Denn: Der KSC spart sich die Kosten des Spielbetriebs. Talente aus seiner U 19, die nicht sofort den Weg zu den Profis packen, erhalten weiter Verträge beim KSC und werden beim SV Spielberg geparkt. Dort sollen sie sich auf dem Liganiveau weiter entwickeln, das der KSC bislang selbst zu bieten hatte, daneben als Gastspieler regelmäßig an Testspielen im KSC-Trikot teilnehmen.

Bernd Stadler, Sportvorstand vom SV Spielberg.

Kreuzer hatte vor einem Jahr noch energisch für den Fortbestand der zweiten Mannschaft geworben und das Präsidium seinerzeit von einer „Lowbudget-Lösung“ überzeugt. Der Abstieg der ersten Mannschaft auf der Zweiten Liga wirkte sich danach als finanzielles Fiasko aus. Die Spar-Truppe, die sich in der U 23 zusammenfand, umfasste nur 13, 14 Spieler.

Einen fixen Schlüssel, wie sich der KSC und der Partner aus dem Bechtle-Stadion künftig die Kosten der Leihgeschäfte aufteilen werden, gebe es nicht, sagt Stadler. „40:60, 60:40, 50:50 – das werden wir sicher von Fall zu Fall besprechen“, sagt er. Dank des Deals kommt der SVS an talentierte Spieler, mit denen sich für ihn in der Liga sportlich leichter klarkommen lässt. Aktuell sind die Spielberger mit einem Etat von etwa 200.000 bis 250.000 Euro unterwegs.

Interview mit Edgar Schmitt