Ein Szenenbild aus dem neuen Dengler "Brennende Kälte".
Ein Szenenbild aus dem neuen Dengler "Brennende Kälte". | Foto: Stephan Rabold

Ausstrahlung am Abend

Neuer „Dengler“ im ZDF: Co-Produzent aus Völkersbach plaudert vorab aus dem Nähkästchen

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„Wir wollen den Zuschauern des ZDF ein dynamisches, junges Format präsentieren“, sagt Raoul Reinert, Produzent und Geschäftsführer der Cuckoo Clock Entertainment in Hamburg. Der gebürtige Völkersbacher, der einst das Gymnasium in Ettlingen besuchte, ist an leitender Stelle mitverantwortlich für den neuen „Dengler“. Der ZDF-Politthriller „Brennende Kälte“ mit Ronald Zehrfeld (Dengler) & Birgit Minichmayr (Olga) wird an diesem Montag um 20.15 Uhr  ausgestrahlt.

Der vielfach preisgekrönte Lars Kraume schrieb das Drehbuch um geheime Mikrowellenwaffentests und internationale Waffengeschäfte frei nach dem gleichnamigen Roman von Bestsellerautor und Krimipreisträger Wolfgang Schorlau. Die Regie führt Ricki Ostermann. Produzenten sind Raoul Reinert und Oliver Vogel. Die Redaktion liegt bei Elke Müller. Der spannungsgeladene Streifen ist wieder eine Produktion der Bavaria Fiction in Zusammenarbeit mit der Cuckoo Clock Entertainment im Auftrag des ZDF.

Jüngst weilte Raoul Reinert zur Feier „25 Jahre – Treffen des Abi-Jahrgangs 1994“ in Ettlingen. Im Restaurant „Selig“ am Buchtzig wartete er mit ein, zwei Anekdoten aus dem „Nähkästchen“-Anekdoten seiner verschiedenen „Dengler“-Produktionen auf.

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Zwei „badische Sturköpfe“

Mit dabei die eher erstaunliche Anmerkung, dass Erfolgsautor Wolfgang Schorlau, wie Reinert, nicht etwa „Schwabe“, sondern echter „Badener“ ist. Trotzdem spielen die Handlungen des neuen Politithrillers in Stuttgart und Berlin, aber zumindest was Autor und Co-Produzent angeht gibt es einen „badischen Hintergrund“. Schorlau und Reinert macht eine charakterliche Gemeinsamkeit aus: „Wir sind beides badische Sturköpfe“.

Dennoch habe man in Vorbereitung des Films gemeinsam mit dem kongenialen Drehbuchschreiber Lars Kraume und dem weiteren Produktionsteam harmonisch zusammengearbeitet. Das Thema „Mikrowellenwaffen“ sei jenseits, der großen gesellschaftlichen Diskussionen um „Klimaschutz“ oder „Migration“ buchstäblich „brandaktuell“.

Nicht etwa allein wegen der laufenden Auseinandersetzungen um Lieferungen von deutschen Waffen in Krisengebiete des Nahen und Mittleren Ostens, sondern weil diese Waffen mittlerweile nicht nur Fiktion, sondern in den Beständen der USA und Chinas kriegstauglich vorhanden seien. Dies habe zumindest ein „Whistleblower“ aus einer Waffenschmiede in hiesigen Breiten so erzählt.

Erste Bewertungen positiv

Für die Ausstrahlung des „Denglers“ am Montag hat sich Reinert eine hohe Messlatte gesetzt: „15 Prozent Einschaltquote, das wäre großartig“. Erste Filmkritiken erhielt der neue Dengler, der schon in der ZDF-Mediathek bereitgestellt ist, bereits.

So schreibt unter anderem „Blickpunkt:Film“: „Auch der fünfte Fall greift wieder ein hochaktuelles politisches Thema auf und ist gewohnt packend inszeniert.“ Und „TV Movie“ meint: „Rick Ostermann inszeniert souverän, und auch die illustre Besetzung weiß zu zünden.“

Was Raoul Reinert und seine Cuckoo Clock Entertainment sonst noch in der Pipeline haben:
– Die berührend witzige Kinokomödie „Torschlusspanik“ (AT) über das Thema Kinderwunsch von Sebastian Grobler („Der ganz große Traum“) und Autorinnen Judy Horney („Das schönste Mädchen der Welt“) und Heike Fink („Aufbruch in die Freiheit“).
– Der atemlose Abenteuerthriller „Labyrinth“ als Kino- und Serienstoff nach der erfolgreichen Roman-Quadrologie von Rainer Wekwerth von Autorin Silja Clemens (Regie Oscarpreisträger Stefan Ruzowitzky).
– Die existentielle Wüsten-Robinsonade in der Namib „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ nach dem autobiografischen Roman von Henno Martin mit Filmpreisträger Marc Brummund („Freistatt“).
– Die Rechte an der höchstspannenden Namibia-Thrillerreihe von Krimipreisträger Bernhard Jaumann, die auch ein Licht auf die Spätfolgen deutscher Kolonialzeit wirft, sind gesichert. „Die Stunde des Schakals“ ist als Pilot in Planung.

Während der fünfte Dengler am Montag ins Fernsehen kommt, ist Produzent Raoul Reinert schon dabei, sich Gedanken über den nächsten Dengler zu machen: Der wird allerdings erst Ende 2020 kommen.

Inhaltlich will er dazu nicht viel verraten, „nur Eins“: Bei der Vorgehensweise der Produktion des Filmes möchte man ein Experiment zwischen Drehbuchautor und Autor des Politithrillers angehen. Drehbuch und der Roman sollen parallel entstehen und sich gegenseitig inspirieren. „Das ist nur möglich, wenn wir im Team eng zusammenarbeiten.“

„Film-Dengler“ gefühlt jünger

Und was ist die Herausforderung für die Produzenten beim „Dengler“?: Schorlaus Krimis haben 350 bis 400 Seiten. Ein geübter Leser benötige dazu vielleicht sieben bis acht Stunden. „Uns bleiben nur 90 Minuten, die Geschichte zu erzählen.“

Und was unterscheidet die Figur des „Film-Denglers“ vom „Buch-Dengler“? „Bei uns ist er gefühlt jünger und physischer, obwohl Schorlau nie schreibt wie alt oder groß sein Protagonist ist. Aber im Laufe der Reihe haben sich beide Figuren immer mehr angenähert“, meint Reinert, der inzwischen Wahl-Hamburger ist.

Service
„Dengler – Brennende Kälte“, Montag, 7. Oktober, ZDF, 20.15 Uhr.