Die Gründungsmitglieder: Volker Friedmann, Burgl Rademacher, Jahn Beichel, Markus Bechler, Peter Haas, Dennis Kleinbub, Günter Heiberger und Marianne Gräßer (von links) wollen die Alte Schmiede in Malsch erhalten.

Denkmalgeschütztes Gebäude

Neuer Verein kämpft für den Erhalt der Alten Schmiede in Malsch

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Der nächste Schritt in Richtung Sanierung der Alten Schmiede ist getan: Anfang Juni hat sich ein neuer Verein gegründet, der das Gebäude kaufen, sanieren und zu einem Museum mit angrenzendem Veranstaltungsraum machen will. „Alte Schmiede – K15“ nennt sich die achtköpfige Truppe.

„K15“ steht für Kreuzstraße 15, die Adresse des denkmalgeschützten Gebäudes, das die Gemeinde nach mehreren gescheiterten Plänen zur Sanierung verkaufen will.

Gemeinde will über Verkauf im Bieterverfahren entscheiden

Der Verkauf ist die erste Hürde, die der Verein meistern muss, erklärt eine der Gründerinnen, Walburga „Burgl“ Rademacher. Eigentlich hatte der Gemeinderat nämlich im September beschlossen, über den neuen Eigentümer in einem Bieterverfahren zu entscheiden.

„Dieses Verfahren ist für den Verein denkbar ungünstig“, sagt Rademacher, „denn dann bekommt’s der, der am meisten zahlt.“ Über viel Geld verfügen Rademacher und ihre Mitstreiter nicht – sie sind vor allem auf Spenden und Fördermittel angewiesen.

Daher will die Unternehmerin im Ruhestand die Gemeinde überreden, statt des Bieterverfahrens ein Konzeptverfahren anzuwenden. In dem entscheidet die bessere Idee darüber, wer den Zuschlag bekommt.

Schmiedemuseum und Veranstaltungsräume

Die Pläne der Gruppe „Alte Schmiede – K15“ sehen in dem Gebäude an der Kreuzung zwischen Kreuzstraße und Richard-Wagner-Straße Folgendes vor: In der alten Schmiedewerkstatt soll ein Museum an die Arbeit erinnern, die der Huf- und Nagelschmied Josef Laible dort bis in die 1960er Jahre hinein ausübte.

Das Gebäude soll mit Leben gefüllt werden.

Walburga „Burgl“ Rademacher, Mitgründerin des Vereins

Ein Stockwerk drüber, in der Wohnung des Schmieds, könnte ein kleines Heimatmuseum mit Ausstellungsstücken aus der Sammlung der Heimatfreunde entstehen.

Und im benachbarten Wohngebäude mit Scheunentrakt sind Gemeinschaftsräume für Vereine, Workshops oder kleine Ausstellungen geplant. „Damit das Gebäude mit Leben gefüllt wird“, sagt Rademacher.

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Amt für Denkmalschutz muss noch grünes Licht geben

Damit diese Pläne umgesetzt werden können, muss neben der Gemeinde auch noch das Amt für Denkmalschutz grünes Licht geben. Die Gespräche stünden in den kommenden Wochen an, erklärt Rademacher.

Eine Info-Veranstaltung soll es ebenfalls geben. Derzeit laufe noch der Prozess zur Eintragung des Vereins ins Register, die Satzung liege beim Finanzamt.

Schon vor einigen Monaten ist das Dach im Scheunentrakt eingestürzt. Die Plane, die die Einsturzstelle abdeckte, wurde weggeweht. | Foto: Trauden

Eingestürztes Dach muss repariert werden

Eine weitere ungeklärte Frage stellt das eingestürzte Dach in dem Scheunentrakt des Gebäudes dar. Die Schutzplane, die über die Einbruchstelle gelegt wurde, hat der Wind heruntergerissen, „da regnet’s seit Monaten rein“, erklärt Rademacher.

Ob der Gebäudeteil unter diesen Bedingungen noch nutzbar sei, sei nicht sicher. Die Kosten für die Reparatur des Daches liegen nach Rademachers Schätzungen zwischen 100.000 und 130.000 Euro.

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Auf 500.000 Euro schätzt der Verein die Sanierungskosten

Für die Sanierung und die Umnutzung des gesamten Gebäudes, inklusive der alten Schmiedewerkstatt und der Wohnungen, rechnet sie mit rund 500.000 Euro.

Woher soll das Geld kommen? Es gebe mehrere Fördermöglichkeiten, sagt Rademacher, allerdings dränge hier die Zeit. Für die Beantragung von Fördergeldern gibt es Fristen, und um einen Antrag stellen zu können, muss der Verein zunächst Eigentümer des Gebäudes werden.

Generell hat die Gemeinde, wie ich das sehe, ein Interesse am Erhalt der Alten Schmiede.

Burgl Rademacher

Und dabei muss die Gemeinde mitwirken, die derzeit alle Hände voll
zu tun hat mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie. „Generell hat sie, so wie ich das sehe, aber auch ein Interesse am Erhalt der Alten Schmiede“, zeigt sich die 67-jährige Malscherin optimistisch.

Hoffnung auf weitere Mitstreiter

Auch auf Spenden zählen Rademacher und ihre Mitstreiter – genauso wie auf weitere Mitglieder, die sich im Verein engagieren wollen. Wer sich für das Projekt interessiert, kann sich im Internet unter www.alte-schmiede-malsch.de informieren oder auf die Facebook-Seite des Vereins schauen.