Ausweichcontainer für Hans-Thoma-Schule Malsch
Ausweichcontainer für Hans-Thoma-Schule Malsch | Foto: Bentz

Hans-Thoma-Schule

Pfusch beim Ersatzbau? Schüler in Malsch müssen warten

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Seit drei Wochen warten Schüler der Hans-Thoma-Schule in Malsch auf den Einzug in ein Übergangsquartier. Der Ersatzbau aus Containern steht schon längst. Doch Gemeinde und Baufirma streiten sich um angebliche Mängel.

Zu Schuljahresbeginn sollte der Unterricht im neuen Containergebäude der Hans-Thoma-Schule in Malsch aufgenommen werden. Ein dreijähriges Provisorium, damit der Neu- und Umbau der Gemeinschaftsschule schnell vorangehen kann. Was allerdings fehlt, ist die öffentlich-rechtliche Bauabnahme und Geld für die ausführende Firma ERWE.

Vermutlich wäre man schon weiter, wenn die Gemeinde wie von ERWE gewünscht Abschlagszahlungen geleistet hätte. Aber die hält das Geld zurück, weil sie glaubt, dass die Firma ein mängelbehaftetes zweistöckiges Containergebäude hingestellt hat.

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Baufirma fühlt sich schikaniert

Jasmin Kircher, Repräsentantin des Container-Bauunternehmens fühlt sich schikaniert: „Wir haben ein neuwertiges Gebäude hingestellt.“ Und dies in Rekordzeit. So habe man die Teilfreigabe für die Erdarbeiten erst am 16. August erhalten, obwohl man dies mehrfach beim Bauherrn Gemeinde angemahnt habe.

Ferner habe über die ganze Zeit über der rote Punkt für die Baufreigabe gefehlt. Auch das habe man bei den zuständigen Stellen mehrfach angezeigt. Die Schreiben seien vom Bauherrn ignoriert worden oder abgetan aufgrund des Zeitdruckes. „Wir haben trotzdem im Vertrauen der Aussage der Gemeinde vorzeitig unseren Vermesser für das Schnurgerüst bestellt und die Fundamente erstellt“, so Kircher weiter. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Maße in der Baugenehmigung (Grenzabstände) falsch gewesen sowie der enorme Höhenunterschied auf dem Schulhof nicht beachtet worden seien. Trotz alldem habe man die Containeranlage gestellt und mit den Innenarbeiten begonnen.

Hilferuf an Bürgermeister

Richtig zur Sache ging es dann, so Kircher, als der von der Gemeinde bevollmächtigte Mitarbeiter seinen Dienst bei der Gemeinde quittiert habe. Danach habe es einen Vororttermin gegeben. Bei diesem Termin habe ein Vertreter der Gemeinde erschreckenderweise nur herumgeschrien. Man habe sich dann hilfesuchend an Bürgermeister Himmel gewendet. Der habe aber zunächst einen Terminwunsch zur Klärung des Sachverhalts verwehrt. Am 3. September, wenige Tage vor Schuljahresbeginn, habe ERWE die Leistung eingestellt. Daraufhin habe sich jemand von der Bauverwaltung eingeschaltet und ERWE habe weiter gearbeitet.

Rechnung nicht komplett bezahlt

Trotzdem – Abnahme und Übergabe vorausgesetzt – könnte jetzt eigentlich der Einzug der Schule beginnen. Doch das ist aktuell nicht absehbar. Laut Kircher hat Bürgermeister Himmel persönlich zugesagt, dass die erste Abschlagsrechnung bis zum 30. August gezahlt sei. Beglichen seien jedoch nur 30 Prozent, Mahnungen seien erfolglos geblieben. Auch eine zweite Abschlagsrechnung sei nicht beglichen worden. Die Gemeinde versuche dies über Preisänderungen abzuwehren.

Einen Grund dafür sieht ERWE nicht, da die Containeranlage technisch neu ertüchtigt sei und mehrere Zusätze geliefert worden seien. So gebe es ein zusätzliches Kaltdach, das ERWE nicht in Rechnung gestellt habe.

„Türen müssen ausgewechselt werden“

Die Gemeinde habe unterschiedliche Auffassungen zu gewissen Zahlungen und es gebe Punkte bei der Bauausführung, bei denen Reklamationen berechtigt seien, meint Hauptamtsleiter Heribert Reiter. So hätten die Fenster in den Schulräumen nicht die gewünschte Breite und die eingebauten Türen müssten ausgewechselt werden.

Dazu komme die Fertigstellung der Außentreppenanlage. Wenn man das Geld wie gewünscht an ERWE überweise, bekomme man wegen des einen oder anderen bestehenden Mangels, der noch behoben werden müsse, vermutlich „Prügel“ vom Gemeinderat. Reiter geht davon aus, dass man sich binnen acht Wochen zusammengerauft habe und dann ein Einzug in die Schul-Containeranlage möglich sei. Reiter setzt seine Hoffnungen auch auf den auswärtigen Projektsteuerer.

Die Nichterfüllung der Abschlagszahlung ist für Jasmin Kircher ungewöhnlich. So etwas wie in Malsch habe sie bislang nicht erlebt. Bevor nicht mindestens 150 000 Euro überwiesen seien, gebe es von ERWE keine Übergabe.