Locker kommt er rüber: Horst Maria Merz. Dabei kribbelt es ständig künstlerisch in ihm. Der Karlsruher ist Pianist, Chansonnier und Darsteller. Und musikalischer Leiter der 1968-Revue am Sandkorn. | Foto: Jürgen Schurr

Vielseitiger Horst Maria Merz

Achten Sie auf den Pianisten

Anzeige

Das habe ich mir schon immer gewünscht, mal wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren zu können“, schwärmt Horst Maria Merz. Der Pianist und Schauspieler hat stets in Karlsruhe gewohnt, aber seine Kunst vor allem in Berlin und anderen Metropolen, nicht nur Europas, gezeigt. Er war Mitglied der Berlin Comedian Harmonists, tourte mit André Rieu und spielte 850 Mal den Pianisten Erwin Bootz an deutschen Theatern im Stück „Veronika, der Lenz ist da“.

Musikchef der 1968-Revue am Sandkorn

Jetzt darf er auch „zu Hause“ wieder zeigen, welch vielseitiger Künstler er ist. Merz übernahm die musikalische Leitung von „1968 – Als der Planet Feuer fing“ am Sandkorn-Theater. Er sitzt am Klavier und ist Sänger sowie Darsteller. „Es war für mich spannend, mit dieser Musik von 1968 zu arbeiten, von Heintje bis zu den Beatles.“

Mit Mittelnamen Maria zu Glamour

Begeisterung für den eigenen Part und Sensibilität gegenüber der Teamarbeit – das kennzeichnet alle Stationen von Horst Merz, der sich den Mittelnamen „Maria“ gab, als die Karriere ins Rollen kam. „Eine Schauspielerin gab mir früh den Tipp, mir einen Künstlernamen zuzulegen.“ Aber den Horst, der Fußball spielte in Neuburgweier und den Merz aus der Friseurfamilie verleugnet der große Bühnenmann dennoch nicht.

Kindheit in Neuburgweier

Von seiner Kindheit, als der Dirigent des örtlichen „Liederkranz“ seinen Eltern empfahl, ihn Musiker werden zu lassen, erzählt er ebenso herzlich wie vom „ Glück, als ich gerade arbeitslos war, für dieses Berliner Stück über die legendären Comedian Harmonists engagiert zu werden. Musiker und Darsteller, genau das wollte ich immer sein“. Mit dem Regisseur hatte Merz sechs Jahre zuvor als Repetitor in Heilbronn Kontakt. Berlin war das Sprungbrett zu vielen weiteren Aufgaben – Merz saß beispielsweise am weißen Flügel von Udo Jürgens – Karlsruhe blieb der Ruhepol mit seiner Frau, der Gitarrenlehrerin Gudrun Stutz, und den beiden Kindern.

Begeisterungsfähiger Theatermann

Den Fermasee von Neuburgweier und eine Streuobstwiese in Au am Rhein schätzt Merz als seine Naturrefugien für Sonntage. Und noch viel mehr könnte man aufzählen, was diesen schlanken 60-Jährigen begeistert. Von Wagners Musik („hörte ich zum erstem Mal als Beleuchtungsassistent im Staatstheater“) bis hin zur Augsburger Puppenkiste. „Dorthin führte gerade ein Überraschungsausflug der Familie“. Die neuen Macher des „Sandkorn“ bewiesen ein gutes Händchen, den Energiereichen mit einzubinden. Die musikalisch-szenische Entrümpelung von 1968 wird ab 7. Juni wieder gespielt. Und der Musiker mit positiver Ausstrahlung arbeitet an weiteren Stücken, zu deren Proben er mit dem Fahrrad fährt.

 

In Frankfurt wurde Horst Maria Merz 1958 geboren. Er wuchs seit dem Alter von neun in Neuburgweier auf. Seine Mutter war Hausfrau, sein Vater Friseurmeister. Merz machte Abitur in Mörsch und studierte Schulmusik in Karlsruhe. Er war am Staatstheater und bei den Schlossfestspielen Ettlingen tätig. 20 Jahre lang verkörperte er an deutschen Theatern und mit den „Berlin Comedian Harmonists“ den Pianisten Erwin Bootz. Außerdem tritt er als Chansonnier auf.

Als der Planet Feuer fing

„Die Revue 1968 – Als der Planet Feuer fing“ wird ab vom 7. Juni bis 7. Juli am zehn Terminen im Theater Das Sandkorn, Karlsruhe, Kaiserallee, 11 gezeigt. Die Autoren Günter Knappe und Erik Rastetter schrieben eine „musikalisch-szenische Entrümpelung“. Ein Abend mit Juke-Box, gelbem Flügel und VW-Bus, der aus heutiger Sicht in diese Zeit eintaucht und der Frage nachgeht: Was bleibt übrig von 1968?Ein unterhaltsames Stück Zeitgeschichte. Auf der Bühne: Silvie Fazlija, Patricia Keßler, Horst Maria Merz, Erik Rastetter und Martin Wacker. Musikalische Leitung: Horst Maria Merz, Inszenierung: Günter Knappe.