Mit dem Leben davongekommen ist eine Familie nach dem Brand in der Karlsbader Uhlandstraße im Januar. Die Staatsanwaltschaft sieht einen besonders schweren Fall der Brandstiftung. | Foto: Feuerwehr

Feuer in Einfamilienhaus

Prozess gegen 17-Jährigen wegen „besonders schwerer Brandstiftung“

Zwei Brände mit weitreichenden Folgen erregten in den vergangenen Monaten die Gemüter in Karlsbad. Nach einer schweren Brandstiftung Anfang Januar in der Langensteinbacher Uhlandstraße, hat sich wie berichtet, ein 17-Jähriger zur Tat bekannt, zu der laut Staatsanwaltschaft Karlsruhe demnächst der Prozess ansteht. Dem entgegen wurde nach dem Brand des bis heute noch nicht wieder nutzbaren Kindergartens „Arche Noah“ schon im September bislang kein Tatverdächtiger gefunden.

Er ist weiter geständig

Leib und Leben von Menschen waren beim gelegten Feuer an einem Einfamilienhaus am 4. Januar gefährdet, betont Erster Staatsanwalt Mirko Heim im BNN-Gespräch. Daher werde sich der Jugendliche dem Tatvorwurf der besonders schweren Brandstiftung ausgesetzt sehen. Ziel sei die Wohnung von Menschen gewesen, das Feuer habe zur Lebensgefahr für diese geführt. „Er ist weiter geständig“, so Heim. Der Brand war gegen 2 Uhr in der Nacht in der Garage des Einfamilienhauses gelegt worden, die dreiköpfige Familie konnte sich wie berichtet gerade noch in Sicherheit bringen, erlitt aber Rauchvergiftungen. Schaden: rund 150 000 Euro. Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, konnte bezüglich des Angeklagten „zu anderen Brandstiftungen keine Verbindung hergestellt werden“. Aufgrund des jugendlichen Alters des mutmaßlichen Täters wird die Verhandlung vorm Jugendschöffengericht am Amtsgericht stattfinden – und zwar nichtöffentlich. Der 17-Jährige befindet sich in Haft, einen Hauptverhandlungstermin gibt es laut Amtsgerichtssprecherin Annette Beese noch nicht. Es sei noch ein Gutachten in Arbeit. Da es sich um eine Haftsache handelt, müsse fristgerecht bis spätestens 10. September prozessiert werden.

Kindergarten-Brand: Wiedereinzug steht bevor

Der massive Schaden am Kindergarten „Arche Noah“ durch den Brand mitten in der Nacht am 18. September 2017 zwang den evangelischen AB-Gemeinschaftsverband als Träger organisatorischen Klimmzügen. Bis heute war die Kindertagesstätte nicht nutzbar, zum 1. Mai soll der Wiedereinzug in die Räume nun laut Geschäftsführer Gunther Göttel erfolgen. Mehr als 120.000 Euro werde die Sanierung der Räume dann gekostet haben. Man hoffe, dass vielleicht doch noch ein Täter gefunden wird. Vor dem Brand habe es ja auch schon mehrere in Brand gesteckte Mülleimer in Karlsbad gegeben. Auch das Feuer am Kindergarten hatte seinen Ursprung bei Mülltonnen, die unter einer Pergola abgestellt waren. 56 Kinder waren über viele Monate nun im Bibelheim Bethanien und im Kindergarten Spielberg untergekommen. Das habe „super funktioniert“, so Göttel. Es seien jetzt nur noch Restarbeiten zu erledigen.