Ehrenamtspreise wurden wieder in der Buhlschen Mühle vergeben. Die Prämierten erhielten jeweils 1 000 Euro von den Stadtwerken Ettlingen – links Stadtwerke-Chef Eberhard Oehler. | Foto: Klaus Müller

Stadtwerke würdigen Ehrenamt

Publikumspreis geht ans Kaffeehäusle Ettlingen

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Von Klaus Müller

Für viele Ettlinger Im Ehrenamt ist es längst eine besondere Veranstaltung geworden: Der Abend, an dem der Ehrenamtspreis der Stadtwerke Ettlingen  vergeben wird. Es sind Sätze wie, „ich danke euch, Ettlinger“ (Flüchtling aus Gambia), „Ehrenamt, verstanden als Kultur des Miteinanders“ (SWE-Chef Eberhard Oehler zitiert den ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck“, „es ist ein wirklich schöner Anlass, dass wir hier sind“ (Oberbürgermeister Johannes Arnold), oder wie „all das lässt sich nur mit vielen anderen zusammen schaffen (Tenor des Abends), die recht trefflich die Grundstimmung bei der Preisverleihung zum Ausdruck bringen.

Es ist wirklich ein schöner
Anlass, das wir hier sind

Und es ist auch ein kulturelles Ereignis, ein Ereignis des Miteinanders geworden, das in die fünfte Auflage ging. Für die musikalische Umrahmung sorgten Sängerin Silvie Fazlija, begleitet am Klavier von Steffen Schuhmacher. Den Part verbale Unterhaltung übernahm der musikalische Kabarettist Markus Kapp, „nebenbei“ Lehrer am Ettlinger Eichendorff-Gymnasium. Die Unterhaltungsprotagonisten trugen, mal stimmlich, dann wieder kurios abgedreht, zum Gelingen der Veranstaltung in der Buhlschen Mühle bei.
Im Mittelpunkt freilich standen die Vertreter von Projekten, von Initiativen, standen Gruppen und Einzelpersonen, allesamt verbunden durch ihr ehrenamtliches Engagement. Zu vergeben gab es unter zwölf Bewerbungen drei Jurypreise und einen Publikumspreis, jeweils dotiert mit 1 000 Euro.
Die Jury, bestehend aus Siglinde Taller, Stefan Moehrke, Christine Kirchgäßner, Johannes Arnold und Eberhard Oehler wählte die folgenden Preisträger aus.

Die Geehrten:

  • Pfennigbasar-Projekt: Seit der Gründung vor 40 Jahren hat der Pfennigbasar eine halbe Million Euro eingenommen und das Geld an die unterschiedlichsten Projekte gespendet.
  • Ulmer Eisenbahnfreunde, Sektion Ettlingen (Dampfnostalgie Karlsruhe): Die Eisenbahnfreunde pflegen und erhalten die Tradition der Dampfloks im Albtal. Sie schaffen das ohne öffentliche Zuwendungen.
  • Bürgerinitiative Augenhöhe: Anwohner der Rheinstraße engagieren sich für Flüchtlinge. Es geht dabei um respektvollen Umgang miteinander und um gelebte Nachbarschaft. Zwischenzeitlich sind viele Freundschaften entstanden.

Publikumspreis für Kaffeehäusle

Den Publikumspreis erhielt das  Projekt Kaffeehäusle. Seit Jahren arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung ehrenamtlich zusammen. Integration und Inklusion werden dabei ganz groß geschrieben.
Zur Wahl standen beim Publikumspreis drei Möglichkeiten. Neben dem Kaffeehäusle waren es Peter Freund, der bis dato 156 Mal Blut spendete, sowie das Projekt Lehrergruppe um Ulrich Mink; Lehrer, die ehrenamtlich Stunden anbieten, um Migranten bei der sprachlichen Integration zu helfen. Für die beiden letztgenannten Vorschläge stiftete die „Neue Welle“ jeweils 500 Euro, überreicht vom Geschäftsführer des Radiosenders, Robin Schuster. Als einen Abend, der „so viel Gutes zusammen-bringt“ bezeichnete Arnold die Preisverleihung. Es sei auch ein Abend, so der OB und Oehler einhellig, an dem es keine Verlierer gebe, sondern nur Gewinner – „insbesondere die Menschen, für die Sie da sind“. Alle Nominierten, die keinen Preis gewannen, lud der Stadtwerke-Chef dann zu einem musikalischen Abend ins Kammertheater Karlsruhe  ein.