Ein Radschnellweg von Ettlingen nach Karlsruhe ist stark im Fokus der Regionalplanung. | Foto: Kuld

Ettlingen – Karlsruhe

Radschnellweg entlang der Alb

Anzeige

Radschnellwege, wie es sie in anderen Ländern und Bundesländern schon gibt, sind auch in Baden-Württemberg zu einem starken Thema geworden, seitdem das Land die Sache propagiert und die ersten zehn baden-württembergischen Radschnellwege bis 2025 bezahlen möchte.

Leistungsstarke Verbindungen

Da will auch die Region Mittlerer Oberrhein dabei sein, deren Gremien seit einiger Zeit verschiedene Trassen diskutieren und entsprechende Fakten erheben. Radschnellwege sind laut Land Baden-Württemberg definiert als „qualitativ hochwertige, direkt geführte und leistungsstarke Radverkehrsverbindungen zwischen Kreisen und Kommunen“. Angestrebt sind möglichst wenig Unterbrechungen durch Querverkehr.

Dynamische Sache

In der Sache steckt Dynamik, auch wenn Gerd Hager, Direktor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein, einräumt: „Das wird teilweise schwer und auch teuer.“ Das hängt beispielsweise an den Standards, die für solche Radschnellwege gesetzt werden. Je nach Situation könne auch ein Planfeststellungsverfahren notwendig werden, macht Hager deutlich.

Pläne für mehrere Strecken

Im Portfolio des Regionalverbands für die möglichen Radschnellverbindungen im Großraum Karlsruhe befinden sich bekanntlich folgende Achsen:
• Wörth – Karlsruhe
• Eggenstein – Karlsruhe
• Bruchsal – Karlsruhe
• Ettlingen – Karlsruhe
• Bühl – Rastatt – Karlsruhe
Als diejenige Strecke, die absehbar am stärksten befahren werden dürfte, gilt den Planern zufolge Ettlingen – Karlsruhe. Dort werden über 10 000 Fahrten pro Tag kalkuliert – also 5 000 je Richtung. Die Strecke ist etwa fünf Kilometer lang, 1,5 davon müssten neu gebaut werden. Sie hat den bisherigen Überlegungen zufolge auch den mit Abstand höchsten Nutzen-Kosten-Faktor. Die überschlägige Kostenschätzung geht von insgesamt rund fünf Millionen Euro aus.

Nachdem sich das Land schon bei drei Radschnellwegen erklärt habe, will der Regionalverband nun zusehen, dass er mit Ettlingen – Karlsruhe unter die verbleibenden sieben kommt, deren Finanzierung Stuttgart übernimmt. Das verlangt freilich eine Untersuchung, die sehr in die Tiefe geht.

Mehrere Optionen

Ein Faktenblatt des Verkehrsclub Deutschland zeigt beispielhaft auf, welche Möglichkeiten es im Grundsatz gibt.
• selbständig geführter Zweirichtungsradweg (mindestens vier Meter breit)
• landwirtschaftlicher Weg für die gemeinsame Nutzung von Rad- und landwirtschaftlichem Verkehr (mindestens fünf Meter)
• Einrichtungsradweg straßenbegleitend oder rechts neben der Fahrbahn (mindestens drei Meter)
• einseitiger Zweirichtungsradweg auf einer Seite der Fahrbahn (mindestens vier Meter)

Von Ettlingen-West auf die Weiherfeldbrücke

Die aktuellen Überlegungen bei der bevorzugten Strecke gehen von einer Route zwischen dem Bahnhof Ettlingen-West und der Weiherfeldbrücke nahe dem Hauptbahnhof Karlsruhe aus.

 

Nach Angaben von Gerd Hager stellt sich nach den bisherigen Überlegungen ein gewisser Planungs- und Umgestaltungsbedarf im Wesentlichen nur beim Startpunkt in Ettlingen dar – es geht um ein Stück Radschnellweg parallel zur Bahn bis zur Bulacher Straße. Wenn man erst einmal von der Bulacher Straße auf den Rad- und Gehweg zwischen Alb und Bahnstrecke gelangt sei, ist die Sachlage einfacher.

Denn ab dort, unter B3 und Autobahn hindurch, geht es auf einer vorhandenen Trasse in Richtung des Karlsruher Stadtteils Weiherfeld. Nach den Überlegungen soll auf dieser Strecke ein Zweirichtungsradweg entstehen, der kaum unterbrochen wird. Etwas kritischer ist dann das Ende. Im Weiherfeld ist die Straße Links der Alb im Planervisier. Von dort geht es auf die Weiherfeldbrücke und weiter etwa zum Bahnhof oder in die Innenstadt.

Landesförderung

Von den anderen Routen bekommen auch Wörth – Karlsruhe, Eggenstein – Karlsruhe und Bruchsal – Karlsruhe in den vorhandenen Analysen solide Nutzen-Kosten-Faktoren. Bezüglich der Ringroute um die Stadt Karlsruhe ist dieser Faktor abschnittsweise recht unterschiedlich.
Kritisch diskutiert wird derweil die Vorgabe des Landes, Radschnellwege erst ab 2 500 Fahrten am Tag fördern zu wollen. Sind weniger Radler unterwegs, trügen allein die Kreise die Baulast.

Service

Planskizzen zu den Radschnellwegen auf region-karlsruhe.de