Bilder wie diese, von Menschen, die die Sonne am Epplesee genießen (Aufnahme vom 19. März), wird es an Ostern nicht geben. Die Stadt hat den See abgeriegelt. Das Verweilverbot wird an den Feiertagen verstärkt kontrolliert.
Bilder wie diese, von Menschen, die die Sonne am Epplesee genießen (Aufnahme vom 19. März), wird es an Ostern nicht geben. Die Stadt hat den See abgeriegelt. Das Verweilverbot wird an den Feiertagen verstärkt kontrolliert. | Foto: Werner Bentz

Osterwochenende

Reiterstaffel kontrolliert Kontaktverbot in Ettlingen, Rheinstetten und dem Albtal

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Am Rhein und an den Rheinstettener Seen gilt ein Verweilverbot. Damit dieses Verbot auch am Osterwochenende eingehalten wird, will die Polizei verstärkte Präsenz zeigen, auch mit Unterstützung der Polizeireiterstaffel aus Mannheim. Bislang gab es nur wenige Verstöße.

Verstärkte Präsenz wird die Polizei in Ettlingen, Rheinstetten und dem Albtal an den Osterfeiertagen zeigen: Um die Einhaltung des Kontaktverbotes und weiterer Corona-bedingter Regelungen zu kontrollieren, habe man auch die Polizeireiterstaffel aus Mannheim angefordert, erklärt der Leiter des Ettlinger Polizeireviers, Alexander Seifert.

Mit zwei Pferden seien die Kollegen an Karfreitag, dem Wochenende und Ostermontag unterwegs. Schwerpunkte würden auf Parks und Seen gelegt. Ein besonderer Fokus gilt dem Epplesee und dem Fermasee sowie der Gegend um den Rheinkiosk in Rheinstetten. Für diese Bereiche hat die Stadtverwaltung in einer Allgemeinverfügung am 27. März ein Verweilverbot verhängt.

Verweilverbot: Spazieren ja, aber nicht niederlassen

Soll heißen: Spazieren gehen ist dort erlaubt, nur niederlassen darf man sich nicht. Allgemein gilt laut Corona-Verordnung des Landes ein Kontaktverbot. Das heißt, dass man sich nicht mit mehr als einer weiteren Person außerhalb des eigenen Hauses oder der Wohnung aufhalten darf, ausgenommen sind Familien oder Angehörige eines Haushalts.

Wir sind sehr überrascht und sehr erfreut darüber, dass die Leute sich an die Vorgaben halten.

Ronald Daum, Leiter Ordnungsamt Rheinstetten

Bislang wurde in Rheinstetten wegen Verstoßes gegen das Verweilverbot am Rheinufer nur ein Bußgeld verhängt, berichtet Ordnungsamtsleiter Ronald Daum. Der Betroffene habe sich nach mehrmaliger Aufforderung durch die Polizei geweigert, aufzustehen. Ihn erwartet jetzt eine Geldbuße von 250 Euro.

Allgemein zeigten sich die Menschen sehr diszipliniert, so Daum: „Wir sind sehr überrascht und sehr erfreut darüber, dass die Leute sich an die Vorgaben halten“, sagt er. „Ich glaube, dass sie kapiert haben, um was es geht.“

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Auch auf Privatgelände müssen Vorgaben eingehalten werden

„Großes Lob“ spricht auch der Chef des Ettlinger Ordnungsamtes, Kristian Sitzler, an die Bevölkerung aus. Bisher habe man zwei Geburtstagspartys mit mehr als fünf Personen auflösen müssen – beide auf Privatgelände. Auch in der eigenen Wohnung, im Garten oder im Hof sind laut Corona-Verordnung keine Ansammlungen von mehr als fünf Personen erlaubt, die nicht im selben Haushalt leben und nicht in gerader Linie verwandt sind, wie Eltern, Großeltern, Kinder und Enkelkinder und deren jeweilige Partner.

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Bei den aufgelösten Partys habe es sich aber um keine ausufernde Feierei gehandelt, so Sitzler: „Bei beiden waren weniger als zehn Personen dabei.“ Zudem gab es laut dem Ordnungsamt-Chef zwei Fälle, in denen sich mehr als die zulässigen zwei Personen zusammen im öffentlichen Raum aufgehalten hatten.

Die Zeit der Verwarnungen ist vorbei.

Kristian Sitzler, Leiter Ordnungsamt Ettlingen

Bußgelder hat die Stadt Ettlingen noch keine verhängt – jetzt wird sie aber dazu übergehen. „Die Zeit der Verwarnungen ist vorbei“, sagt Sitzler. Die Bußgelder beginnen bei 100 Euro, bei wiederholten Verstößen können sogar 25.000 Euro fällig werden.

Polizei rechnet mit einem Anstieg der Verstöße über Ostern

Über die Osterfeiertage werden neben der Polizei und dem Kommunalen Ordnungsdienst in Ettlingen auch der Gemeindevollzugsdienst und private Securitykräfte die Corona-Regelungen kontrollieren. Der Fokus liegt auf beliebten Ausflugszielen wie dem Bismarckturm, dem Saumweg sowie Grillplätzen, Parks und Seen.

Wer versucht, die Grenzen des Erlaubten auszuloten, bringt damit sich und andere in Gefahr.

Ralf Minet, Polizeipräsidium Karlsruhe

Auch wenn „die Bevölkerung sich zum großen Teil sehr diszipliniert verhält“, rechnet der Sprecher des Karlsruher Polizeipräsidiums, Ralf Minet, mit einem Anstieg der Verstöße über Ostern: „Wenn das Wetter schön ist, werden viele draußen sein.“

Er appelliert an die Vernunft der Menschen: „Wer versucht, die Grenzen des Erlaubten auszuloten, bringt damit sich und andere in Gefahr.“ Generell sei die Zahl der Corona-Ordnungswidrigkeiten im Stadt- und Landkreis rückläufig, zuletzt habe man vom 7. auf den 8. April 33 Fälle gezählt.

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