Die Schauspielerin Natalia Avelon plauderte gern mit der Schulsekretärin am Albertus-Magnus-Gymnasium Ettlingen. | Foto: Zimmer

SWR-Dreh in Ettlingen

Natalia Avelon kehrt an ihre Schule zurück

Anzeige

Natalia Avelon kam im Alter von acht Jahren aus Polen nach Ettlingen und wuchs in Schöllbronn auf. Die heute 36-Jährige  hatte ihren Durchbruch als Schauspielerin  2007 mit dem Film „Das wilde Leben“. Jetzt war sie wieder in Ettlingen zu Gast.

Von Thomas Zimmer

Natalia Avelon strahlt: Sie ist wieder an ihrer alten Schule. Am Albertus-Magnus-Gymnasium hat die Schauspielerin im Jahr 2000 Abitur gemacht. Jetzt ist sie hier, um einige Interview-Szenen zu drehen für den Themenabend „Kinoträume“, den Jo Müller für das SWR Fernsehen macht, dessen Sendetermin allerdings noch nicht feststeht. Darin geht es um den Austausch zwischen dem deutschen Südwesten und der amerikanischen Filmindustrie.

Dreh mit Landgrebe und Emmerich

Für den Film hat Müller unter anderem mit Gudrun Landgrebe und Roland Emmerich gedreht. „Emmerich ist Schwabe, und das hat ihn in Amerika so erfolgreich gemacht. Der braucht keine Riesenentourage, der macht seine Arbeit, und die macht er gut“, sagt Müller. Natalia Avelon dreht ein Selfie-Handyvideo im Foyer. Vor zehn Jahren spielte sie in dem Film „Das wilde Leben“ die APO-Ikone Uschi Obermaier und wurde dadurch schlagartig einem großen Publikum bekannt. Sie läuft Richtung Sekretariat.

Was machen die alten Lehrer ?

„Hier war der weltbeste Brötchenstand“, sagt sie begeistert. Jo Müller ist angetan von der „Vorarbeit“: „Das ist super, das drehen wir nachher nochmal mit der Kamera“. Sie erkundigt sich nach ihren alten Lehrern. Ihr Deutschlehrer, ob der wohl heute da ist? Der sei der beste überhaupt gewesen. Nicht da heute? Schade!
Dann marschiert das klein Team ins Schulsekretariat. Großes Hallo, als die Schauspielerin auf die Schulsekretärin Gabriele Berger trifft. Die beiden kennen sich von früher. „Da war ich wohl eher im Sekretariat, weil ich mal die Schule geschwänzt hatte. Ich ging ja schon immer zu Castings damals“. Die beiden reden vor der Kamera über alte Zeiten. Klar, hier haben sie schon immer gewusst, dass die Natalia mal Schauspielerin werden will.

Avelon ist gut beschäftigt

Derzeit ist sie gut beschäftigt. Nicht nur vor der Kamera. Sie hat eine CD produziert mit handgemachten Songs. Sie spielt noch bis Ende nächster Woche am Karlsruher Kammertheater in der Komödie „Wer mit Wem“. Am Theater liebt sie besonders die Interaktion zwischen Publikum und Darstellern. „Ohne Schnitte und ohne Pausen zu spielen, das ist die Kunst. Man gibt alles, live. Das Publikum reagiert, und die Reaktionen beeinflussen dein Spiel. Und ganz wichtig ist natürlich der Schlussapplaus.“ Welche Kinoträume möchte sie sich noch erfüllen? „Ich würde sehr gern mit Regisseuren wie Oskar Röhler, Leander Haußmann, Detlev Buck und Dominik Graf arbeiten. Dominik Graf hat eine Art, Emotionen zu vermitteln, die einzigartig ist.“ 2007 hatte sie einen  Hit  zusammen mit dem finnischen Hardrocker Ville Valo und dem Song „Summer Wine“. Auf ihrer Facebook-Seite sieht man sie im Motörhead-Shirt. Ist sie im Grunde ihres Herzens eine Rockerin? „Rebellion ist schon so mein Ding, ich schwimme gern gegen den Strom. Ich mache das, wozu ich Lust habe und lasse mir nur von ganz wenigen Leuten reinreden“, lacht sie. „Ja, ich bin ein kleiner Rocker.“

„Summer Wine“ war ein Riesenerfolg

Wegen des Riesenerfolgs von „Summer Wine“ macht sie sich keine Gedanken darüber, dass sie als Schauspielerin wahrgenommen werden könnte, die „jetzt auch noch singt“. „Für Hollywood-Schauspieler war es doch auch vollkommen selbstverständlich, dass sie beides können“, sagt sie. Da muss die Frage erlaubt sein, ob sie als „alte Ettlingerin“ nicht gern mal auf der Bühne der Ettlinger  Schlossfestspiele  stehen möchte. „Aber sicher!  Es hat mich aber noch keiner gefragt.“