Am Spielfeldrand fiebern auf den Tribünen Angehörige, Freunde und Vereinsmitglieder mit.
Am Spielfeldrand fiebern auf den Tribünen Angehörige, Freunde und Vereinsmitglieder mit. | Foto: Trauden

Sportevent in der Albgauhalle

Schluttenbacher Faustball-Senioren werden Dritter bei Deutscher Meisterschaft

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Die besten Faustball-Seniorenteams Deutschands haben am Wochenende in Ettlingen um den Deutschen Meistertitel gekämpft. Den Heimsieg konnten die Ausrichter vom TV Schluttenbach zwar nicht einfahren – dennoch blicken sie zurück auf ein erfolgreiches Event, bei dem es neben den sportlichen Wettkämpfen auch eine ganze Menge logistischer Aufgaben zu bewältigen gab.

Wo sonst die Basketballer vom TSV Ettlingen Körbe werfen, stehen am Samstagnachmittag sechs Männer mit dem Kopf zur Wand und schlagen Bälle gegen die hölzerne Verkleidung. Immer wieder, hin und zurück. Andere laufen sich warm, dehnen Nacken und Beine, proben Aufschläge.

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Es herrscht Stille hier im Raum, wo sich die Männer auf die Vorrundenspiele der Deutschen Faustball-Meisterschaft der Senioren M 60 vorbereiten. Höchste Konzentration ist angesagt – vor allem beim Kader des TV Schluttenbach. Denn für die acht Männer zwischen 60 und 66 Jahren, ihre Trainer und den gesamten Verein geht es um den Heimsieg.

2014 hat TV Schluttenbach Meisterschaft gewonnen

Zum dritten Mal richtet der TV Schluttenbach die Deutsche Meisterschaft der Faustball-Senioren aus, das zweite Mal in der Albgauhalle. 2014 ist das Team um Orga-Chef Roland Andraschko zuletzt Deutscher Meister geworden. Das realistische Ziel, das sich die Mannschaft dieses Jahr gesteckt hat: „das Halbfinale erreichen“, sagt Andraschko, und schiebt grinsend hinterher: „Und dann können wir übers Finale reden.“

Gute Stimmung herrschte bei dem Turnier in der Albgauhalle in Ettlingen. Die Teams (hier die Faustballer vom TV Schluttenbach) kennen sich untereinander - sie standen sich schon in vielen Meisterschaften gegenüber.
Gute Stimmung herrschte bei dem Turnier in der Albgauhalle in Ettlingen. Die Teams (hier die Faustballer vom TV Schluttenbach) kennen sich untereinander – sie standen sich schon in vielen Meisterschaften gegenüber. | Foto: Trauden

Zehn Teams aus Deutschland sind angereist

Doch der sportliche Erfolg ist nicht alles, was bei diesem Turnier zählt. Für den Verein, dessen Faustballabteilung auf eine 60-jährige Geschichte zurückblicken kann, geht es vor allem auch darum, ein guter Gastgeber zu sein. Zehn Teams, die besten aus Deutschland sind angereist, um sich in der Albgauhalle in dem Ballsport zu messen.

Wir haben vier Monate Vorlauf gebraucht, um alles zu organisieren.

Roland Andraschko, Orga-Chef TV Schluttenbach

Sie müssen verpflegt werden, genauso wie die Hunderten Besucher, die an den beiden Turniertagen in die Halle strömen. Die Ettlinger Faustballer haben die Unterbringung der Gäste organisiert – von der Halle zum Hotel gibt es für die auswärtigen Teams sogar einen Shuttle-Service. „Wir haben vier Monate Vorlauf gebraucht, um alles zu organisieren“, berichtet Andraschko.

Mit Schwung über die Leine: Bei den Senioren erreichen die geschlagenen Bälle Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern.
Mit Schwung über die Leine: Bei den Senioren erreichen die geschlagenen Bälle Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern.

Zuschauer auf Tribünen sorgen für Stimmung

Am Turnierwochenende selbst sind rund 100 Ehrenamtliche im Einsatz. Angehörige und Freunde der Vereinsmitglieder helfen mit, die Jugend verkauft Essen und Getränke an den Theken in der Halle.

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Und dann sind da natürlich noch die Zuschauer, die für die passende Atmosphäre sorgen. Sie machen Stimmung, fiebern mit, feuern die Sportler an, die da auf dem Feld dem Ball hinterjagen. Fünf Spieler pro Mannschaft stehen sich in zwei Feldern gegenüber, in der Vorrunde wird in zwei Sätzen gespielt. Wer zuerst elf Punkte mit zwei Punkten Vorsprung zum Gegner hat, gewinnt den Satz.

Austausch auf der Zuschauertribüne: Die Teilnehmer kennen sich untereinander und fachsimpeln über das Spiel.
Austausch auf der Zuschauertribüne: Die Teilnehmer kennen sich untereinander und fachsimpeln über das Spiel. | Foto: Trauden

Jagd nach dem Ball auf 20 mal 20 Metern

Das Feld in der Halle ist 20 mal 20 Meter groß – die Männer müssen also einiges an Laufarbeit leisten. Zwei Angreifer vorne, zwei Verteidiger dahinter und ein Mitspieler in der Mitte, der für Annahme und Zuspiel verantwortlich ist, müssen den Ball spätestens bei der dritten Berührung über die Leine kriegen. Drei Männer stehen bereit zum Einwechseln. Sie geben Tipps, klatschen, johlen. „Kommt, kommt, kommt“, schreit Orga-Chef Andraschko, der das Spiel vom Feldrand verfolgt.

Gibt seinem Team vom Spielfeldrand aus Tipps: Orga-Chef Roland Andraschko (links).
Gibt seinem Team vom Spielfeldrand aus Tipps: Orga-Chef Roland Andraschko (links). | Foto: Trauden

TSV Bayer Leverkusen fährt den Sieg ein

Am Ende reicht es aber trotz aller Unterstützung nicht für den Sieg: Im Halbfinale muss sich der TV Schluttenbach dem amtierenden Deutschen Meister TSV Bayer Leverkusen geschlagen geben, der schließlich auch im Finale gegen den TV Elsava Elsenfeld den Sieg einfährt: „Für die Krone hat es leider nicht gereicht“, zieht Roland Andraschko Bilanz. Zufrieden ist aber trotzdem mit dem Turnierverlauf: „Es war ein tolles Sportevent und große Werbung für den Faustball in der Region.“

Weitere Infos zum Turnverein Schluttenbach und seiner Faustballabteilung sowie alle Spielergebnisse der Deutschen Meisterschaft vom Wochenende gibt es im Internet unter www.tv-schluttenbach.de.