War es Brandstiftung? Der Schwalbenhof in Bad Herrenalb-Neusatz, Vorzeigeunternehmen des Landkreises Calw in Sachen Gläserne Produktion, ist durch einen Scheunenbrand schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.
Die Kriminalpolizei ermittelt. Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden. | Foto: ER24

70 Feuerwehrleute im Einsatz

Schwalbenhof in Bad Herrenalb: Ist Neusatzer Vorzeigebetrieb Opfer von Brandstiftung?

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War es Brandstiftung? Der Schwalbenhof in Bad Herrenalb-Neusatz, Vorzeigeunternehmen des Landkreises Calw in Sachen Gläserne Produktion, ist durch einen Scheunenbrand schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.

Am Sonntag gegen 4.30 Uhr kam es, so der erste Polizeibericht, dort aus unbekannter Ursache zum Vollbrand einer für landwirtschaftliche Zwecke genutzten Scheune.“ Schon die geschätzte Schadenshöhe von rund 800 000 Euro ist heftig.

Kriminalpolizei ermittelt

Warum es zur Brandentstehung kam, ist derzeit Gegenstand kriminalpolizeilicher Ermittlungen. Als die BNN am Sonntag kurz vor der Mittagszeit mit Bauer Heiko Duss Kontakt aufnahmen, war auch die Kriminaltechnik des Polizeipräsidiums Karlsruhe vor Ort auf Spurensuche. Bei der Frage, ob vielleicht Brandstiftung im Spiel sei, verwies ein Kriminalbeamter sofort an die Polizeipressestelle in Karlsruhe.

Brand auch beim Birkenhof

Ein in der Nähe stehender Feuerwehrmann der Abteilung Rotensol/Neusatz meinte derweil, dass es in der gleichen Nacht auch beim nahe gelegenen Birkenhof gebrannt habe. Dort sei das Feuer gleich gelöscht gewesen.

Gleich bei der Meldung des Feuers auf dem Schwalbenhof in Neusatz waren nicht nur die Abteilung vor Ort in Bewegung gesetzt worden, sondern auch die benachbarten Freiwilligen Feuerwehren aus Dobel und dem Kernort Bad Herrenalb.

Zunächst ging es darum, die 17 in einem Stallgebäude untergebrachten Tiere zu retten. Das schafften die Feuerwehrleute recht schnell. Größeres Problem dagegen für die Feuerwehrleute war, zur Bekämpfung des Brandherds ausreichend Löschwasser zu bekommen.

Leichte Rauchgasvergiftungen

Michael Baduin von der Feuerwehr in Rotensol/Neusatz schilderte, dass die Wehrleute teilweise über Hunderte von Metern Schläuche legen mussten. So lief eine Leitung bis zum Neusatzer Turm. Ein Gast aus einer Ferienwohnung, der sein Auto vor den Flammen rettete, soll sich leichte Rauchgasvergiftungen zugezogen haben.

Die Löscharbeiten gingen bis in den Sonntagmorgen. | Foto: ER24

Hof mit 150 Kühen

Glück im Unglück, wenn man davon überhaupt reden kann, war für die Bauernfamilie, dass ein Großteil des Milchviehs zum Zeitpunkt des Brandausbruchs noch auf umliegenden Weiden stand. Insgesamt hat der Schwalbenhof rund 150 Kühe. Die Löscharbeiten inklusive der erforderlichen Nachlöschungen zogen sich weit bis in den Sonntagmorgen hinein.

Hälfte des Winterfutters verbrannt

Verbrannt ist, so war von Heiko Duss zu hören, die Hälfte des erst vor kurzer Zeit eingebrachten Winterfutters. Die Feuerwehr transportierte verbrannte Heuballen ab und brachte sie an andere Stelle aus. Der größte finanzielle Schaden dürfte durch das Verbrennen von drei in der Scheune stehenden Schleppern und einen Teleskopradlader entstanden sein. Dazu kommen noch jede Menge kleinere landwirtschaftliche Gerätschaften, die jetzt allenfalls Mettallschrott sind.

Übergreifen des Feuers verhindert

Die Ortsdurchfahrt von Neusatz war wegen der Löscharbeiten für den Verkehr gesperrt. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehren aus Rotensol/Neusatz, Herrenalb und Dobel konnten die umliegenden Gebäude gehalten und ein Übergreifen des Feuers verhindert werden. Insgesamt waren 70 Feuerwehrleute im Einsatz.

Tag der offenen Tür war geplant

Noch in der vergangenen Wochen hatte die Pressestelle des Landratsamts in Calw angekündigt, dass die Familien Dreßler und Duss mit Unterstützung der Abteilung Landwirtschaft und Naturschutz des Landratsamts Calw am 13. Oktober von 12 bis 18 Uhr die Türen des Schwalbenhofs in Neusatz öffnen. Bei dieser Veranstaltung sollten interessierte Verbraucher die Möglichkeit haben, hinter die Kulissen landwirtschaftlicher Betriebe zu schauen.

Geflügel, Schweine und Mutterkuhherde

Auf dem Schwalbenhof halten die Bauernfamilien Geflügel, Schweine sowie eine Mutterkuhherde. Ein mobiler Hühnerstall bietet den Legehennen Freilauf. Direktvermarktung und das Angebot von Urlaub auf dem Bauernhof bilden weitere Standbeine des landwirtschaftlichen Betriebs. Eine Besonderheit der Gläsernen Produktion am 13. Oktober sollte der Almauftrieb der Mutterkuhherde sein, die an diesem Tag von den Weiden in Langenalb zurück in den höher gelegenen Stall nach Neusatz wandert, wo sie die Wintermonate verbringt.

Von Birgit Graeff-Rau und Johannes-Christoph Weis