Das Defizit in den Ettlinger Bädern - hier das Albgaubad - ist gestiegen. 2017 kamen 37 000 Besucher weniger als 2016. Der Sommer war schlecht. | Foto: Bentz

Trotz hohem Bäderdefizit

Stadtwerke Ettlingen: Schwarze Zahlen

Die Stadtwerke Ettlingen  haben  gute Nachrichten und  solche, die die Kunden nicht so freuen werden. Zunächst einmal hat der kommunale Energieversorger 2017  zum dritten Mal in Folge ein positives Jahresergebnis  erzielt, und zwar in einer Größenordnung von rund 332 000 Euro.

Erfolgreiche Konsolidierung

Sowohl Geschäftsführer Eberhard Oehler als auch Johannes Arnold in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender sprachen mit Blick auf die Zahl von einer „erfolgreichen Konsolidierung“. 2014 habe man erstmals seit langem die „schwarze Null“ erreicht. Seither drehe der Jahresabschluss ins Plus. Man habe sich zum einen von Gesellschaften getrennt, zum anderen bei den Kosten Einsparungen erreicht, so  Arnold. Und Oehler ergänzte: „Wir verdienen wieder Geld, mit dem, was wir tun.“

Investition am Buchtzigsee

Das Ergebnis wäre noch besser ausgefallen, hätte der Energieversorger als Zuständiger für die Ettlinger Bäder nicht gut eine Million Euro in den Buchtzigsee und das Waldbad Schöllbronn gesteckt. Die Investitionen wurden Oehler zufolge aus dem „laufenden Geschäft“ bezahlt.Was Strom, Gas und Wasser anbelangt, so verkauften die Stadtwerke in etwa die gleichen Mengen wie 2016. Beim Strom waren es 190 000 Megawattstunden (2016: 170 000 Megawattstunden), beim Gas 387 000 Megawattstunden ( 2016: 390 000), beim Wasser waren es in den beiden Vergleichsjahren jeweils zirka zwei Millionen Kubikmeter.

Gewinn bei Strom, Gas und Wasser

Mit dem Strom machte der Energieversorger knapp 980 000 Euro Gewinn, mit dem Gas etwa 1,2 Millionen Euro und dem Wasser 494 000 Euro. Energiedienstleistungen/Wärme bescherten ein Plus von 188 000 Euro. Bei den so genannten „Nebengeschäften“ zahlten sich die Aktivitäten der Netzgesellschaft (1,9 Millionen Euro Ertrag zugunsten der Stadtwerke) aus, 283 000 Euro kamen über das Engagement beim Baltic-Windpark in der Ostsee herein.

Bäder  machen hohes Defizit

Zu den Belastungen der Stadtwerke zählen die Bäder mit einem Defizit von 4,8 Millionen Euro nach 3,4 im Jahr 2016. Als Gründe für die höheren Miesen nannte Oehler zum einen den „schlechten Sommer 2017 mit rund 39 000 Badegästen weniger als 2016“ und die Investitionen. Auch die zwar gut gebuchte und belegte Buhlsche Mühle am östlichen Stadtausgang verursachte ein Defizit von 477 000 Euro nach 511 000 Euro im Jahr zuvor.

20 000 Gäste in Buhlscher Mühle

Die Betriebskosten der Mühle werden zwar erwirtschaftet, nicht aber die Kapitalkosten. Im vorigen Jahr zählte die Mühle etwa 20 000 Gäste. Was das Parkdeck am Albgaubad anbelangt, das auch von Besuchern der benachbarten Gastronomie und der Buhlschen Mühle genutzt wird, so hat sich Oehler zufolge die Kritik an der Bewirtschaftung gelegt; geplant sei, das Parkdeck in Absprache mit der Firma Bardusch um ein Geschoss aufzustocken. Gespräche dazu laufen.

Mehr Wasserverkauf wegen Trockenheit

Mit 2018 ist Oehler bislang zufrieden, wenngleich aus Sicht seines Unternehmens „der Winter hätte strenger sein können“. Die Trockenheit der vergangenen Woche habe sich „positiv auf unseren Wasserabsatz ausgewirkt“. Zu den Investitionen in diesem Jahr gehören unter anderem die zwei Millionen Euro für eine neue Transportleitung von der Gasübergabestation Bruchhausen nach Neumalsch.

Gas- und Strom ab 2019 teurer?

Weiter geht das Engagement in Sachen Blockheizkraftwerke und „Zeozweifrei im Quartier“. Derzeit haben die Stadtwerke 220 Beschäftigte, 18 Auszubildende erlernen dort einen Beruf. Zu den Nachrichten,  die Kunden nicht freuen dürfte:  2019  werden,  wenn sich die Situation beim Einkauf nicht ändert  Strom und  Gas teurer.