Tausende Lichter erhellen im Advent das Haus von Familie Strunk in Ettlingen-West, wo für einen guten Zweck gegessen und getrunken wird. | Foto: tz

Adventstreff für guten Zweck

Familie Strunk und ihr beleuchtetes Haus

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Von Thomas Zimmer

Es ist Montagabend, kurz nach 17 Uhr, bei Familie Strunk.  Eigentlich ist alles wie immer um diese Zeit im Advent  im Pappelweg 45 in Ettlingen West: Das beheizte Zelt im Hof des Hauses ist gerade geöffnet worden, die ersten Gäste sind da. Brigitte Strunk und weitere Familienmitglieder schenken Glühwein aus, braten Würste und halten noch ein Schwätzchen mit den neu Angekommenen, bevor es zu voll wird.

Engagement für krebskranke Kinder

Zum 19. Mal laden sie ein und geben den  Erlös komplett an den Förderverein zur Unterstützung der onkologischen Abteilung der Kinderklinik Karlsruhe weiter. 191 024 Euro konnten so in den vergangene Jahren gesammelt werden. Dass 2017 die 200 000 Euro erreicht werden, ist für Brigitte Strunk eine Selbstverständlichkeit. „Wir haben wieder viele Geburtstage und Weihnachtsfeiern hier“, erzählt sie. Soweit, so gut und genau wie jedes Jahre.

Wir machen  das  2018 zum letzten Mal

Aber etwas ist doch anders in diesem Jahr, seit die Familie beschlossen und öffentlich gemacht hat, dass es 2018 zum letzten Mal den Adventstreff neben dem Haus mit den zehntausenden Lichterngeben wird. . „Viele wollen es noch gar nicht glauben, aber ich habe gesagt, wir machen es noch 2018  und dann zum 20. Mal,  danach ist Schluss“, so Strunk. Es hat sich unter den Besuchern inzwischen rumgesprochen. „Wir sind traurig, aber wir können es nachvollziehen“, sagt Brigitte Kosney. Sie ist mit ihrem Sohn Timo immer gern gekommen, sie wollte damit den guten Zweck unterstützen und sie findet, der Treff leiste auch etwas für den Zusammenhalt im Stadtteil.

Den Adventstreff zugunsten krebskranker Kinder gibt es seit 19 Jahren. 2018 soll Schluss sein. | Foto: tz

Springt ein Verein in die Bresche?

„Wenn ein Verein das weiterführen könnte, das wäre genial“, meint sie. Carsten Dürr findet die Idee, ein Verein könnte einspringen, prinzipiell nicht schlecht, aber „das kann ein Verein allein nicht stemmen. Ein paar Tage Sportfest – ja. Aber ein paar Wochen?“ Er kommt mit Frau und Tochter jedes Jahr aus Oberweier. „Früher, als unsere Tochter noch klein war, kamen wir vor allem wegen der vielen Lichter. Heute eher wegen dem Essen“ sagt Michaela Dürr beim Flammkuchen. Charlotte Seiler wird die Veranstaltungen vermissen, die ihr besonders gut gefallen haben: die Travestieshow, der Pfälzer Abend, die Besuche der KSC-Spieler.

Mutter war schon immer ein Samariter

„Wir essen die Wurst und trinken den Glühwein hier, nicht auf dem Weihnachtsmarkt“, betont Inge Platz aus Durmersheim. Sie hat es immer als Verpflichtung empfunden, hierher zu kommen.Für Brigitte Strunk jedenfalls ist die bisherige Bilanz ihres ehrenamtlichen Engagements positiv. „Ich weiß,  dass das Geld an die richtige Stelle kommt“. „Gerade wenn man selbst Kinder hat, lohnt es sich, zu helfen. Und Mutter war schon immer der Samariter“, meint Sohn Andi.

Besucher schätzen Atmosphäre

Während Brigitte Strunk den Ettlinger OB Johannes Arnold lobt, weil er bisher jedes Jahr vorbeigeschaut habe, meint Andi: „Es wäre ja auch nicht schlecht, wenn sich mal jemand von der Stadt Karlsruhe sehen lassen würde, schließlich machen wir das ja für Karlsruhe“. Inzwischen hat sich das Zelt gefüllt, es ist kuschelig warm geworden. Genau diese Atmosphäre, von der Inge Platz sagt, sie kenne in der Region nichts Vergleichbares.

Beim 19. Adventstreff der Familie Strunk im Pappelweg 45 ist am Freitag,  22. Dezember 20 Uhr, die Travestieshow Chapeau Claque zu Gast. Am Samstag,  23. Dezember 18.30 Uhr, erzählen Klaus und Lucie um 18.30 eine Weihnachtsgeschichte für Kinder. Der Adventstreff geht bis 30. Dezember täglich 17 bis 23 Uhr. Über die Weihnachtsfeiertage inklusive Heilig Abend ist kein Betrieb.