Künstlerisch ein Erfolg war das Drei-Personen-Stück "Shakespeares wilde Weiber" | Foto: bgr

Durchwachsene Bilanz 2019

Sommernachtstheater: Regisseur Bodo Kälber geht

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Die Sommernachtstheater-Aufführungen konnten das hohe künstlerische Niveau der letzten Jahre halten  Der Kartenverkauf  konnte aber nicht zulegen. Insgesamt  kamen zu den 15 Aufführungen in Bad Herrenalb 1953 Besucher.   1150 davon haben beim Sommernachtstheater „Shakespeares wilde Weiber“ gesehen. Damit blieb man zwar unter dem guten Ergebnis von 2018.  Im Vorjahr  war der Eintritt zu den Theateraufführungen im Herrenalber Kulturso,,er enthalten war.

 Fast 2 000 Besucher beim Sommernachtstheater

Die eigentliche Bezugsgröße ist damit  laut der Organisatoren des Laienspieltheaters das Jahr 2015. also vor der Gartenschau. Damals zählte man in Bad Herrenalb rund 2 400 Besucher. Ein Grund für den geringeren Zuspruch sieht man im oberen Albtal in der etwas unglücklichen Wahl des Premierentermins der Aufführungen.

Unglücklicher Termin für Premiere

Tenor: Etwas vom Beginn der Schlossfestspiele terminlich sich abzusetzen, wäre besser gewesen. Wegen Regens fiel einer der Freilufttermine aus, was sich ebenfalls nachteilig bei der Besucherzahl auswirkte. Zu den Einnahmen und Ausgaben lasse sich noch nichts abschließend sagen, außer das man im vom Haushalt vorgegebenen Rahmen bleibe. Dazu trage nicht zuletzt eine Zuschussregelung von Land und Kreis bei, die das finanzielle Risiko des Sommernachtstheaters bei Mindereinnahmen abfedere. „Mit dem Ergebnis sind wir im Großen und Ganzen zufrieden“, sagt Johanna Nofer, die organisatorische Leiterin des Sommernachtstheaters. „Vor allem, wenn man bedenkt, dass lange Zeit nicht feststand, ob es 2019 überhaupt ein Sommernachtstheater geben wird.“

Drei-Personen-Stück kam an

Ausgelöst wurde dieser Schwebezustand durch den Rückzug zahlreicher Akteure nach dem Kultursommer. Für 2019 musste deshalb mit einem deutlich reduzierten Personalstamm geplant werden, besonders im schauspielerischen Bereich. „Kaum jemand will heute noch Zeit in Proben investieren und lange Texte lernen“, erläuterte Regisseur Bodo Kälber in seiner Rede vor der Premiere die Problematik. Dass man mit ‚Shakespeares wilde Weiber‘ dann doch noch ein Drei-Personen-Stück gefunden habe, sei ein „absoluter Glücksfall, aber auch ein Risiko“ gewesen.

Kaum jemand will noch lange Texte lernen

Ein Glücksfall deshalb, weil damit trotz des geschrumpften Ensembles die Spielzeit 2019 gesichert war; ein Risiko, weil unsicher war, ob ein Kammerspiel beim Publikum genauso gut ankommt, wie die Stücke mit großer Besetzung. Nach der umjubelten Premiere war jedoch schnell klar, dass Kälbers Befürchtung unbegründet war. Getragen von den drei in Höchstform aufspielenden Darstellerinnen Birgit Kersten, Sabrina Sammer und Eva-Maria Weiß entpuppte sich ‚Shakespeares wilde Weiber‘ als einer der Höhepunkte in der 20-jährigen Geschichte des Sommernachtstheaters.

Schauspielerinnen in Höchstform

Gut angekommen sind 2019 auch die Aufführungen von ‚Das tapfere Schneiderlein‘. Regisseurin Andrea Kälber weckte viel Spielfreude bei ihren jungen Darstellern Die Verkaufszahlen des Kinderstücks sind aufgrund der vormittäglichen Aufführungen für Schulen und Kindergärten konstant geblieben. „Wir konnten in diesem Jahr nicht alle Anfragen von Schulen berücksichtigen. Für 2020 planen wir deshalb zusätzliche Vormittagstermine.“ Aber auch aus einem weiteren Grund sind die Kinderstücke wichtig für den Fortbestand des Sommernachtstheaters.

Gefragtes Kinderstück

Das Kindertheater ist eine Schule, in der sich der Nachwuchs für das ‚große‘ Theater entwickeln kann. Das zeigt das Beispiel von Eva-Maria Weiß, die ‚klein‘ angefangen hat, bevor sie Mitglied des Erwachsenenensembles wurde. Für Andrea und Bodo Kälber fällt 2020 der Vorhang; sie werden nicht mehr dabei sein. Eine gute Nachricht ist, dass einige ehemalige Helfer und Ensemblemitglieder bereits signalisiert haben, 2020 wieder dabei sein zu wollen. Bezüglich der Nachfolgeregelungen für die Kälbers sei man in guten Gesprächen.