Einen Kooperationsvertrag unterschreiben OB Sebastian Schrempp und OB Frank Mentrup. Der Karlsruher Pass soll auch Rheinstettenern zugute kommen. | Foto: jcw

Signatur der OBs unter Vertrag

Sozialregion wird ausgebaut: Karlsruher Pass jetzt auch für Rheinstetten

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Karlsruhes OB Frank Mentrup kam gestern eigens mit einem größeren Tross an Mitarbeiter in die Nachbarstadt Rheinstetten: „Rheinstetten ist die erste Gemeinde des Landkreises Karlsruhe, die den Karlsruher Pass für Erwachsene einführt.“ Bislang gebe es unter der Idee „Sozialregion“ nur den Karlsruher Kinderpass, an dem die umliegenden Gemeinden Stutensee (2013), Weingarten und Rheinstetten (2014), Walzbachtal (2015), Pfinztal (2016) und Eggenstein-Leopoldshafen (2017) teilnehmen. Jetzt aber eröffnen Rheinstettens OB und Karlsruhes OB mit ihrer Unterschrift unter die Kooperationsvereinbarung ein neues Kapitel auf dem Weg in die Sozialregion.

Sozialregion wird ausgebaut

 

Mentrup verdeutlichte noch einmal Idee und Ziele: Politische Grenzen zwischen zwei Kommunen, die Stadtgrenzen zwischen Rheinstetten und Karlsruhe, entsprächen nicht zwingend den von Menschen wahrgenommenen Sozialräumen. Es gehe um Aufhebung von Stadtgrenzen im Sinne einer effektiven Armutsbekämpfung und eine enge Verknüpfung der Gemeinden zur Lösung sozialer Probleme. Bezugsberechtigt bei dem Karlsruher Pass sind in Rheinstetten alle Einwohner, die Arbeitslosengeld II, Grundsicherung im Alter oder Leistungen bei Erwerbsminderung aus dem Sozialgesetzbuch erhalten.
Der Karlsruher Pass gilt in Rheinstetten ab 1. April dieses Jahres für alle Anspruchsberechtigten ab 18 Jahre; für die jüngeren gilt der Kinderpass. Der Karlsruher Pass beinhaltet für Rheinstettener Passinhaber unter anderem folgende Vergünstigungen: Eine Ermäßigung von 50 Prozent für die Rheinstettener Volkshochschulkurse und das Forchheimer Hallenbad.

Schrempp und Mentrup haben keine Berührungsängste

Die Stadtbibliothek Rheinstetten ist kostenfrei (diese Vorteile haben auch die Karlsruher mit dem Pass). Dazu kommt jetzt die große Palette der Angebote: So gibt es Ermäßigungen beim Eintritt in den Zoo, beim Eintritt in die Karlsruher Bäder, zu den Museen, in die Stadtbibliothek und bei der Badischen Landesbibliothek. Mehrere Kulturveranstalter bieten ebenfalls vergünstigte Karten an. Ein kleiner Wermutstropfen gibt es für die Rheinstettener beim Karlsruher Pass: Für die Nutzung des ÖPNV auf der Stadtbahnlinie 2 von und nach Karlsruhe gibt es keine Ermäßigung.

Vergünstigte Kulturkarten für Sozialschwache

OB Sebastian Schrempp: „Das wäre uns auf zusätzlich fast 130 000 Euro gekommen. Das ist aufgrund der finanziellen Situation unserer Stadt aktuell nicht darstellbar.“ Die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung bezeichnete Schrempp als „freudigen Anlass“, als Programm bedürftigen Menschen die gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und Rheinstetten habe keine Berührungsängste, mit der Nachbarstadt zu kooperieren.

KVV-Ermäßigung soll auf anderer Ebene behandelt werden

Das Thema „KVV-Ermäßigung“ müsse auf anderer Ebene als zwischen Karlsruhe und Rheinstetten behandelt werden. Dies sei ein Thema, dem sich der Verkehrsverbund und seine Träger selbst annehmen sollten.