Spatenstich für die neue Kindertagesstätte am Ettlinger Festplatz. | Foto: Krawutschke

Babyboom macht Bau notwendig

Spatenstich für neuen Ettlinger Kindertagesstätte

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Ein neuer Kindergarten wird in Ettlingen am Festplatz gebaut. Jetzt wurde dafür der Spatenstich vollzogen. Die Stadtverwaltung Ettlingen rechnet in den nächsten Jahren mit einem Babyboom.

Von unserem Mitarbeiter
Ulrich Krawutschke

„Es ist ein Bau am Festplatz, der Gatschinapark bleibt“ betonte Oberbürgermeister Johannes Arnold gestern beim Spatenstich für die Kindertagesstätte (Kita) im Zuge einer Nachverdichtung an der Ecke Rastatter-/Dieselstraße, wo die Stadtbau Ettlingen gleich daneben eine Wohnbebauung mit rund 70 Wohneinheiten erstellt. Den Bau der Kita, so der OB weiter, habe ein in den vergangenen Jahren eingetretener Babyboom – Zuwachs von zehn Prozent jährlich – erforderlich gemacht, „zugleich bieten wir jüngeren Bürgern neuen Wohnraum und, damit sie auch beruflich tätig sein können, eine Kinderbetreuung“.

Babyboom: Zuwachs von zehn Prozent

Wegen des Babybooms sei die Planung auch von vier auf sechs Gruppen erhöht worden, was auch die Kosten „in angemessenem Maß“ auf rund 5,6 Millionen Euro erhöht. Mit dem Büro D’Inka Scheible Hoffmann Lewald Architekten sei ein erfahrenes Büro als Sieger aus dem Wettbewerb 2017 hervorgegangen.

Kosten von fast sechs Millionen Euro

Die Kita werde als KfW Effizienzhaus sehr energiesparend und durch seine Modularbauweise auch für eventuell später einmal andere Nutzungen flexibel erstellt. Die Grün- und Spielanlage sei zum Gatschinapark hin ausgewiesen.

Gatschinapark bleibt

„Es ist eine richtige Entscheidung von Gemeinderat und Verwaltung, gleichwohl habe ich für Anwohnereinwände Verständnis“, so der OB, der für die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten dankte. Dem schloss sich Thomas Riedel von der AWO an, die die Kita betreiben werde. Geplant sind rund 20 Mitarbeiter/innen. Die AWO, so Riedel, sei von Anfang an in die Planung einbezogen gewesen.
„Wir freuen uns, dass es losgeht“ meinte Architektin Bärbel Hoffmann. In den vergangenen zwei Jahren sei das Siegerkonzept baureif gemacht worden „und es entspricht noch genau dem Siegerentwurf“.

AWO künftig der Betreiber

Die zweigeschossige Kita ersteht als Winkelbau in Massivbauweise mit heller Klinkerfassade und ist ein Bindeglied zwischen der Wohnbebauung und dem Gatschinapark. Das Raumprogramm umfasst 1 460 Quadratmeter und bietet für zwei U3- und vier Ü3-Gruppen mit insgesamt maximal 110 Kindern Platz. Erschlossen wird es von einem mittigen Foyer, das den Blick in den Garten frei gibt. Im Erdgeschoss sind der Kleinkinderbereich und die Gemeinschaftsbereiche (Küche, Speiseraum und Mehrzweckraum) und im Obergeschoss die Gruppenräume (verlängerte Öffnungszeit und Ganztagsbetrieb) geplant. Von allen Räumen, die hell und kinderfreundlich gestaltet werden, besteht direkter Zugang zum Garten mit dem Außenspielgelände. Zum Zeitplan: Rohbau (Firma Trautmann) und Technikgewerbe sind nach Ausschreibung vergeben.

Frühjahr 2021 Einzug

Baubeginn ist jetzt, im Frühjahr 2020 soll Richtfest und im Frühjahr 2021 Einzug sein.
Die Bauleitung hat Johann Hörner vom Amt für Wirtschaftsförderung und Gebäudewirtschaft der Stadt. Irritationen hatte es bei Anwohnern gegeben, weil zwei kleinere Teilflächen des angrenzenden Gatschinaparks, der ja frei bleiben soll, eingezäunt wurden. „Hier entsteht eine provisorische Baustellenzufahrt auf verdichtetem Boden, wobei wir Arten- und Baumschutz beachten“, sagt Hörner und „nach Fertigstellung des Kita-Baus wird die Fläche wieder rückgebaut und ansprechend gestaltet“.