Der Ettlinger Standort von Fema wird bis Ende September geschlossen. Mehr als 100 Menschen verlieren ihren Job. | Foto: Bentz

Kündigungen gehen Montag raus

Solidarität mit Fema-Beschäftigten

Wenn 85 Beschäftigte der Firma Fema in Ettlingen am Montag ihre „blauen Briefe“ erhalten, soll das nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschehen. Die SPD Ettlingen plant, sich mit den Betroffenen solidarisch zu zeigen und um 12.15 Uhr in die Borsigstraße zu kommen. Laut Anneke Graner, Vorsitzende des Stadtverbandes, habe man auch die anderen Ettlinger Parteien/Fraktionen eingeladen, dazuzukommen.

Menschen verdienen  Unterstützung

„Wir wollen die Werksschließung in Ettlingen nicht sang- und klanglos hinnehmen“, sagt Graner. Man wisse natürlich, dass die Entscheidung in den USA gefallen sei, „aber die Menschen hier verdienen unsere Unterstützung“. Oberbrügermeister  Johannes Arnold war dieser Tage bei Fema, kehrte aber gleichfalls mit leeren Händen zurück. Die Kommunalpolitik habe keinen Einfluss auf Beschlüsse in einem Mutterkonzern in Übersee. „Da war alles festgezurrt, bevor die Betroffenen vor Ort informiert wurden“, bedauerte Arnold. Einen Azubi von Fema  übernehmen die Ettlinger Stadtwerke.

Was passiert mit dem Grundstück?

Das Gespräch mit dem Ettlinger  Rathauschef  bei drehte sich auch um das Grundstück, das Fema freimacht. Es gehört dem Unternehmen und soll nach der Schließung verkauft werden. Interessenten für eine Nachnutzung  haben schon angeklopft.

Schließung bis  Ende September

Fema hatte   Mitte Januar Knall auf Fall  angekündigt, den Standort im Ettlinger Industriegebiet bis Ende September zu schließen. Damit erwischte die Geschäftsleitung sowohl die Arbeitnehmer als auch die Ettlinger Lokalpolitiker „kalt“. Es gibt in dem Unternehmen keinen Betriebsrat.  Über Abfindungen und Sozialplan ist nichts bekannt.  Spezialisiert ist Fema auf Bautenfarben und -putze sowie auf Wärmedämmsysteme. Der Mutterkonzern  ist RPM im US-Bundesstaat Ohio.