Junge und jung gebliebene Fastnachter bestimmten das Bild am Rosenmontag in Ettlingen. Hier der Wasener Carneval Club Ettlingen | Foto: hei

17. 000 Narren an der Strecke

Süßes satt für die Fastnachter beim Ettlinger Umzug

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Schwein gehabt! Als sich kurz nach 14 Uhr der Ettlinger Umzug am Stadtgarten in Bewegung setzte, riss der Himmel auf, ließ sich die Sonne über die gesamte Strecke hinweg immer wieder blicken. Dabei war der morgendliche Zunftmeisterempfang auf der Bühne beim Rathaus noch von Nieselregen beeinträchtigt, sorgte sich so mancher Fasnachter um die Besucherzahlen.

Unbegründet:  Von der Polizei geschätzte 17.000 Narren verfolgten das Spektakel zwischen der Friedrichstraße und dem Rimmelspacher Platz, das auf dem Marktplatz bei lauten Gassenhauern der Guggenmusiker erst gegen Abend zu Ende ging. Nicht wie sonst an der Spitze marschierte Rathauschef Johannes Arnold, sondern er bezog im Pastorengewand  an der Stadthalle Posten.

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Vertreter der Narrenvereinigung moderieren

Dort wurde der Umzug genauso launig von Vertretern der Ettlinger Narrenvereinigung moderiert  wie an der Pforzheimer-/Ecke Kronenstraße und an der Schillerbrücke. 85 Fußgruppen und damit 15 mehr als im Jahr zuvor waren mit von der Partie: bestens gelaunt und vorneweg die Fastnachtsvereine aus Ettlingen – vom WCC über die Narrenzunft Schöllbronn  und die Robbergwölfe  bis zu den Rebhexen. Und alle schmetterten ihren Schlachtruf.

Guggenmusiker machten auf der Strecke Radau und sorgten für Stimmung. | Foto: hei

Aus Staufen reisen  Schlossberghexen an

Aber auch aus der näheren Umgebung kamen Maskierte an die Alb – die Moorhexen aus Bietigheim etwa, die Herrenalber Kolsterdämonen, die Hardtseegugga aus Ubstadt-Weiher, die Rauentaler Spargelhexen oder die Uhus und Spatzen von der KG Fidelio Karlsruhe, um nur einige zu nennen. Den weitesten Weg nahmen einmal mehr die schaurig-schönen Schlossberghexen aus Staufen auf sich.

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Ein riesiges Konfetti-Meer

Binnen kürzester Zeit verwandelte sich die Umzugsstrecke in ein riesiges Konfetti-Meer, füllten sich die Rucksäcke und Taschen kleiner wie großer Zaungäste mit allerlei Süßem, das so manchem Zahnarzt Arbeit bescheren dürfte: Karamellbonbons, Lutscher, Popkorn, Gummibären, Pralinés – die Gaben der Narren wollten kein Ende nehmen.

Familien schätzen die Atmosphäre

„Das ist ein richtig toller Familienumzug“, kommentierte Matthias Muselewski vom Verein Europafanfare Karlsruhe. Deshalb fahre auch jedes Jahr gerne eine Abordnung nach Ettlingen. Eine junge Mutter aus Ettlingen-West, die den neun Monate alten Nachwuchs dick eingepackt dabei hatte, bestätigte das: „Super, dass man hier nicht auf Wagen achtgeben muss“.

Zum Fürchten: So mancher Maskierte flößte ganz schön Angst ein. | Foto: hei

 

Klassische Kostüme dominieren

Bei den Kostümen der Kinder dominierten Klassiker: Cowboys, Prinzessinnen, Clowns und allerlei Tiere – Bären, Eisbären, Löwen, Katzen –, während es so mancher ältere Fasnachter bei kräftig Schminke im Gesicht, Hut oder Perücke beließ. Dass der eine oder andere „zuviel getankt“ hatte, merkten nicht nur die private Security, die Jugendschutzteams und die Polizei, sondern auch das DRK, das im  Schloss  eine Erste-Hilfe-Station eingerichtet hatte. Es versorgte während des Umzugs fünf Alkohol-Patienten, von denen einer ins Krankenhaus kam. Der 18-Jährige hatte eine Flasche Wodka getrunken.

Von einem „friedlichen Umzug“ sprach der Ettlinger Polizei-Einsatzleiter Julian Scholz im Nachgang. Das Revier hatte während der Veranstaltung Unterstützung vom Einsatzzug des Polizeipräsidiums Karlsruhe, eine „bewährte langjährige Zusammenarbeit“. Die Polizei erteilte zwölf alkoholisierten und aggressiven Jugendlichen Platzverweise, sieben junge Alkoholsünder wurden an ihre Eltern übergeben. Ein 17-Jähriges Mädchen hatte sage und schreibe zwei Promille Alkohol im Blut. Es gab am Rosenmontagsumzug einen Verstoß gegen das Waffengesetz und einen gegen das Betäubungsmittelgesetz, außerdem eine Unterschlagung einer Fundsache.