Thomas Fedrow bei seinem Auftritt bei der Ettlinger Bürgermeisterwahl am Mittwoch in der Schlossgartenhalle. | Foto: Werner Bentz

Nach Wahldesaster vom Mittwoch

Thomas Fedrow erklärt Austritt aus der CDU

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Zwei Tage nach seinem Wahldesaster bei der Ettlinger Bürgermeisterwahl hat Noch-Bürgermeister Thomas Fedrow mit Datum am Freitag seinen Austritt aus der Christlich Demokratischen Union nach 16 Jahren Mitgliedschaft erklärt. Seine Entscheidung begründete er in einer Mitteilung wie folgt: „Die CDU ist seit längerem nicht mehr die Heimat christlicher Werte und sozialer Verantwortung für die Schwachen in Ettlingen. Für die CDU-Fraktion im Ettlinger Gemeinderat steht das C nicht für christliche Nächstenliebe.“ Das „C“ stehe für „Champagner-Fraktion“. Denn die Gruppierung um Professor Albrecht Ditzinger befinde sich in internen Grabenkämpfen und persönlichen Eitelkeiten, anstatt für die Bürgerschaft die besten Ziele zu suchen.

CDU Ettlingen hat keine soziale Erdung

Die CDU-Fraktion habe die „soziale Erdung, den Sinn für gesunde Finanzen und jedes erkennbare Profil“ verloren, denn sie betreibe überwiegend Klientelpolitik der Menschen mit hohem Einkommen.
Daher habe sie folgerichtig die OB-Wahlen der Jahre 2003 und 2011 sowie die Bürgermeisterwahlen der Jahre 2005 und 2017 mit dem jeweiligen Verlust des CDU-Amtsträgers im Rathaus verloren. „Es gibt hier seit Jahren ein kollektives Parteiversagen der Geschlossenheit für CDU-Kandidaten, was auch der CDU-Bewerber Michael Wernthaler vor wenigen Tagen erfahren durfte“, so Fedrow weiter.

Seit Jahren kollektives Parteiversagen

Ähnliches habe er im Januar 2017 erlebt, als er morgens beim Aufschlagen der BNN lesen durfte, „man wolle den CDU-Bürgermeister nicht unterstützen“. Seine politische Heimat, wie die Heimat hochmotivierter Menschen wie auch bisheriger CDU-Wähler, sei nun der Bürgerverein ULi Ettlingen: Die werde zur Kommunalwahl 2019 mit einer eigenen Liste antreten.