Diesen Eseln geht es gut. Im Frühjahr wurde die Haltung von Tieren in Ettlingen durch die Tierrechtsorganisation Peta angeprangert. Mit der Aufarbeitung ist diese nicht zufrieden. | Foto: Symbolfoto Mirgeler/dpa

Landratsamt erläutert Abläufe

Tierrechtsorganisation kritisiert Aufarbeitung von Missständen auf Hof

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Die Tierrechtsorganisation Peta beschäftigt weiterhin die Tierhaltung auf einem Ettlinger Hof. Wie berichtet hatte Peta im Frühjahr mangelhafte Haltung beklagt und die Betreiber des Bauernhofs, den Leiter des Veterinäramts Karlsruhe und einen Amtsveterinär wegen Tierquälerei durch Unterlassen angezeigt. Bilder von verwahrlosten und entkräfteten Tieren, etwa eines Esels, wurden von Peta veröffentlicht.
Das zuständige Veterinäramt im Landratsamt hatte Maßnahmen ergriffen, Peta forderte Strafen. Nun habe jedoch die Staatsanwaltschaft Karlsruhe mitgeteilt, dass das Verfahren eingestellt wird und es keine Ermittlungen in diesem Fall gibt. Somit werde laut Peta auch keiner der acht Zeugen gehört. „Da die Staatsanwaltschaft sich weigert, Ermittlungen in diesem Fall aufzunehmen, hat unsere Rechtsabteilung Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe eingelegt.“ Das erklärt Peta auf ihrer Internet-Seite. Vorgeworfen wurde ursprünglich auch, dass das Veterinäramt nicht ausreichend kontrolliert beziehungsweise sanktioniert habe.

Landratsamt schildert Umgang mit Missständen

Auf BNN-Anfrage äußert sich das Landratsamt und erklärt, was seit der Anzeige der Missstände passiert ist. „Wir haben gegenüber der Staatsanwaltschaft minutiös dargelegt, dass der Betrieb in den Jahren 2016 bis 2018 über 20 Kontrollen unterzogen wurde“, teilt Pressesprecher Martin Zawichowski mit. „Mängel in der Pensionspferdehaltung wurden im Bereich der Einstreu und der Entmistung festgestellt, die die jeweiligen Eigentümer der Pferde betraf und von diesen auch abgestellt wurden.“ Die Pensionsstallbetreiber stellten lediglich die Pferdeboxen und Ausläufe zur Verfügung. „Im Bereich der landwirtschaftlichen Tierhaltung wurden Mängel im Bereich des Witterungsschutzes, Versorgung mit Wasser sowie Hufpflege festgestellt“, was Ordnungsverfügungen zur Folge gehabt habe. Die Umsetzung sei kontrolliert, parallel dazu Ordnungswidrigkeitsanzeigen erstellt worden. Den Strafanzeigen der Tierrechtsorganisation Peta Deutschland wurden per Verfügung der Staatsanwaltschaft keine Folge geleistet. „Wir leiten daraus ab, dass es von unserer Seite kein Fehlverhalten gegeben hat.“

Eselhaltung eingestellt, Rinderhaltung stark verringert

Auf die Weiterführung der Ordnungswidrigkeitsverfahren durch das Veterinäramt sei von der Staatsanwaltschaft verwiesen worden. Diese sind laut Landratsamt gegen einen der Tierhalter abgeschlossen, dem Zweiten wurde der Bescheid zugestellt. „Seitens der Tierhalter wurde die Eselhaltung mittlerweile aufgelöst, die Rinderhaltung um 90 Prozent reduziert.“ Die Tierhaltung sei in den vergangenen Monaten ohne tierschutzrechtliche Beanstandungen kontrolliert worden. Es werde weiter kontrolliert.