Lebensmut strahlt die schwer kranke Sophie (2) trotz Chemo-therapie nach wie vor aus und hofft auf Hilfe.
Lebensmut strahlt die schwer kranke Sophie (2) trotz Chemo-therapie nach wie vor aus und hofft auf Hilfe. | Foto: privat

Aktionen in Ettlingen

Todkranke Sophie hofft auf lebensrettende Stammzellenspende

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Der Kampf um das Leben der zweijährigen Sophie bewegt in Ettlingen. „Da sie an mutierten Krebszellen leidet, braucht sie trotz der Chemotherapie eine Stammzellen-Transplantation“, erzählt Werner Löffler. Die Enkelin habe nur diese Überlebenschance. Das Schicksal bewegt, und der Mut der kleinen Sophie beeindruckt.

Auch in München, wo Sophie mit ihrer Familie wohnt. Die Metropole München nimmt ebenfalls Anteil an der Krankheitsgeschichte. Laut Löffler sind dort zwei große Aktionen für neue Stammzellenspender geplant: Im Advent in der Kirche St. Maximilian sowie bei einem Spiel der Bundesliga-Basketballer von Bayern München.

Mama, ich bin doch noch da

Die niederschmetternde Diagnose erhielt die Familie nur eine Woche nach der Geburt von Sophies Bruder. Die Welt der Familie ist seitdem auf den Kopf gestellt. Doch das Kleinkind gibt nicht auf. Selbst wenn Eltern und Verwandtschaft niedergeschlagen sind und die Frage nach dem „Warum?“ alles bestimmt. „Wenn die Schläuche weg kommen, dann lebt sie richtig auf“, so Löffler.

Gerade habe sie beim Anblick der verzweifelten Mutter sogar diese aufgebaut: „Mama, ich bin doch noch da.“ Gerade hat sie eine weitere sechstägige Chemotherapie-Phase hinter sich gebracht und durfte nach Hause. „Meine Frau ist in München und hilft der Familie. Die Eltern sind am Anschlag“, berichtet Löffler weiter, der in Ettlingen zwei Sportgeschäfte mit seiner Frau Isolde Finkeldey betreibt.

Leukämie wurde zunächst nicht erkannt

Schon der Weg zur Diagnose Leukämie war unglücklich gelaufen. „Man konnte es zunächst nicht einordnen.“ Die Krankheit kündigte sich plötzlich an. „Sie wurde kreidebleich und hatte ganz blaue Lippen“, weiß Löffler. Schnell legte man die Beinchen hoch und die Symptome verschwanden langsam. Nachdem sie ein zweites Mal völlig weiß wurde, folgte ein Kinderarzttermin.

Sophie wurde zwar untersucht, man fand jedoch nichts. Nach dem dritten Vorfall fuhr die Familie in die Klinik-Notaufnahme. Man behielt die Kleine dort, untersuchte sie, doch der Blutkrebs wurde nicht entdeckt. Es folgte der vierte Vorfall ähnlich wie die dreimal zuvor. Wieder sei es in die Notaufnahme gegangen, das Blut eingehender untersucht. Dann ließ man Sophie nach Hause, die Eltern wurden am Abend in die Klinik bestellt: „Dann haben sie es gesagt bekommen.“

Stammzellenspender gesucht

„Nun hoffen wir alle“, betont Löffler. Auch die Ur-Oma, die in Ettlingenweier wohnt. Um diese Hoffnung zu nähren, werden in Ettlingen zwei Aktionen unter dem Motto „Werde Stammzellenspender“ zusammen mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) organisiert. Auf dem Marktplatz bei Sport Löffler. Am Freitag, 23. November, von 16 bis 18 Uhr und am Samstag, 24. November, zwischen 10 und 16 Uhr.

Bei der Familie hofft man nun auf möglichst viele Menschen, die sich typisieren lassen, um im Fall eines Treffers der kleinen Sophie oder anderen schwer Erkrankten zu helfen.

Stammzellenspende
Einen geeigneten Stammzellenspender für einen Patienten zu finden, kann unglaublich schwer sein, die Gewebemerkmale müssen übereinstimmen. Es gibt 17.000 verschiedene Gewebemerkmale, die in Millionen von Kombinationen auftreten können. 7,6 Millionen Spender sind in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registriert. Grundsätzlich kann jeder, der zwischen 17 und 55 Jahren alt und bei guter Gesundheit ist, als potenzieller Stammzellenspender registriert werden. Man sollte für eine Registrierung laut DKMS mindestens 50 Kilo wiegen, der Body-Mass-Index sollte nicht höher als 40 sein (BMI = Gewicht in Kilo durch Körpergröße in Metern hoch zwei). Um in die Kartei zu kommen wird ein Wangenabstrich genommen, um deren Gewebemerkmale zu bestimmen. Info im Internet: www.dkms.de