Hat viel vor: Bettina Reitze-Lotz ist seit Anfang des Jahres der Kopf von Albtal Plus. Sie kennt die Region, ist in Ettlingen aufgewachsen. | Foto: Werner Bentz

„Engagement für meine Heimat“

Tourismusgemeinschaft Albtal: Neue Leiterin Bettina Reitze-Lotz will Gästezahlen steigern

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„Back to the roots“ oder „Zurück zu den Wurzeln“ heißt es für Bettina Reitze-Lotz. Seit Anfang des Jahres hat die in Ettlingen aufgewachsene Tourismusexpertin ihren Arbeitsplatz nicht mehr bei der Karlsruhe Tourismus GmbH (KTG), sondern im Schloss. Dort ist sie jetzt Geschäftsführerin, hat offiziell die Nachfolge von Jana Kolodzie angetreten, deren Schreibtisch – wie berichtet – seit Herbst 2018 in Karlsruhe steht.
Bettina Reitze-Lotz, Reiseverkehrskauffrau und Tourismusbetriebswirtin, kennt Ettlingen und sein „Hinterland“ gut: Sie wohnt derzeit in Karlsbad, war zuvor ein paar Jahre in Waldbronn und Bad Herrenalb beheimatet. Damit deckt sie schon mehr als die Hälfte der Kommunen ab, die zu Albtal Plus gehören. Zehn Bewerbungen gab es um den Chefposten bei der Tourismusgemeinschaft, die von Reitze-Lotz war die überzeugendste. Sie sagt: „Ich engagiere mich gerne für meine Heimat“. Die Aufgaben bei Albtal Plus findet sie gleichermaßen spannend wie heraufordernd.

Crosswandern als „richtiges Instrument“

Ziel aller Anstrengungen sei, die Region und ihre Vorzüge noch mehr in die Köpfe der Menschen zu bringen, sprich die Zahl der Gäste weiter zu erhöhen. Im Blick hat Reitze-Lotz hier vor allem das jüngere Publikum, das gerne sportlich unterwegs ist. Mit dem „Albtal.Abenteuer.Track“, einer Crosswander-Tour habe man hier das „richtige Instrument“. Nicht das klassische Wandern auf markierten, gepflegten Wegen stehe im Vordergrund, sondern ein zweitägiges „Outdoor-Erlebnis“, bei dem „man auch mal ins Schwitzen gerät“.
Nominiert war der „Albtal.Abenteuer.Track“ jüngst für einen Outdoor-Award, den die Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg zusammen mit der CMT und einem Stuttgarter Medienpartner verleiht. „Wir waren unter den letzten Fünf, für einen Preis hat‘s leider nicht gereicht“, erzählt Bettina Reitze-Lotz. Albtal Plus zeigte auf der größten Tourismusmesse CMT unter dem Dach der Schwarzwald Tourismus GmbH Flagge, zusätzliche Messeauftritte sind im laufenden Jahr in Saarbrücken, Mainz und auf der offerta geplant.

Zertifizierung als wichtiges Gütesiegel

Weitergehen soll 2019 die Zertifizierung von Albtal Erlebnispfaden; dabei handelt es sich um eine Art Gütesiegel des Deutschen Wanderverbandes für gut begehbare, attraktive Strecken, die einen thematischen Schwerpunkt setzen, wie zum Beispiel der Wildkatzenpfad in Herrenalb. Gerne hätte Albtal Plus das Prädikat beispielsweise auch für den Pfaffenroter Kreuzweg oder die Tour vom Kurpark Waldbronn (Rutengängerlehrpfad) zur St. Barbara-Ruine Langensteinbach.
Die Marke Albtal stehe indes nicht nur für sportliche Betätigung zu Fuß oder mit dem Rad, sondern genauso für Kulinarik („Feine Adressen“) und Kultur. Jede der sieben Kommunen habe hier etwas zu bieten – vom kleinen Museum bis zum Theatersommer. „Albtal Plus ist die Klammer, das nach außen zu transportieren“, sagt Reitze-Lotz.

Ermutigende Übernachtungszahlen

Ermutigend aus ihrer Sicht: die Übernachtungszahlen 2018, die bis zum Monat September vorliegen. Demnach hält der positive Trend von 2017 (Gartenschaujahr in Bad Herrenalb) an. Knapp 410 000 Übernachtungen in Unterkünften mit mehr als zehn Betten bedeuten eine Steigerung um mehr als drei Prozent. Gezählt wurden bis Herbst 2018 gut 177 000 Ankünfte im Albtal – auch das ist ein Plus, und zwar um zwei Prozent. Gerade für diejenigen, die mehr als einen Kurzbesuch im Albtal machen, hätte Bettina Reitze-Lotz gerne die Konus-Gästekarte, die es gestattet, Bus und Bahn gratis zu nutzen. Das Angebot existiert in der Ferienregion Schwarzwald seit längerem, „wir sind jetzt an der Albtalverkehrsgesellschaft dran für die Strecken S1 und S11“.