Der Nikolaus im Zug, gezogen von der imposanten Dampflokomotive 58 311, beschenkte die Kleinen mit Stofftieren
Der Nikolaus im Zug, gezogen von der imposanten Dampflokomotive 58 311, beschenkte die Kleinen mit Stofftieren | Foto: Müller

Mit Dampf

Traditionelle Nikolausfahrt mit dem Zug durchs Albtal begeistert Kinder

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Das Pfeifen in der Ferne lässt aufhorchen – vor allem die jüngeren Fahrgäste. Und davon haben sich hier am Bahnhof Ettlingen Stadt eine Menge eingefunden. In Begleitung, versteht sich. Da ist wieder das Pfeifen. „Kommt sie jetzt?“, fragt ein kleiner Junge seinen Opa. „Ich denke schon.“ Und tatsächlich. In der Ferne ist ein dampfender kleiner „schwarzer Punkt“ zu sehen.

Von unserem Mitarbeiter Klaus Müller

„Da kommt sie“, ruft der Junge jetzt deutlich hörbarer aus. Der schwarze Punkt wird immer größer, die Dampfwolke immer dichter. Mit jedem Meter, den sich die herandampfende Lok nähert, wird sie größer, „schwärzer“, imposanter. Dann ist sie da, in voller Größe – die 58 311, die Dampflok des Vereins Dampfnostalgie Karlsruhe.

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Zug der Dampfnostalgie-Freunde

Natürlich ziert die Front des Stahlrosses ein Weihnachtsbaum. Schließlich handelt es sich um den Nikolauszug der Dampfnostalgie-Freunde. Seit Jahr und Tag, einige Wochen vor Weihnachten, dampft der Zug – wie immer ausgebucht – durchs Albtal nach Bad Herrenalb. Von dort wieder zurück. Mit viel Dampf, Dampfheizung, guter Stimmung und Kindern, die sich von den Dampfnostalgie-Nikoläusen beschenken lassen.

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Viele Wiederholungstäter

Zu den Kids gehören auch Flinn und Floyd. Die beiden heißen wirklich so; ein bisschen in Anlehnung an „Pink Floyd“, verrät die Mutter. Die Fahrt mit dem Nikolauszug hat die Tante spendiert – wie im vergangenen Jahr. Überhaupt: Der Nikolauszug hat bereits etliche Generationen befördert. Viele sind „Wiederholungstäter“. Zum dritten Mal ist Franzi dabei. Vier Lenze zählt die Kleine. Und den Nikoläusen im Zug erzählt sie, dass sie schon zwei andere Nikoläuse gesehen habe. Einen im Kindergarten, der andere kam nach Hause.

Viel Zeit zum Erzählen

Zeit zum Erzählen bleibt ohnehin viel. Mit höchstens 50 Kilometer dampft die 58 311 durchs Albtal, erzählt Zugführer Hans-Peter Fantoli. Pro Tour (hin- und zurück) verbraucht die bald 100-jährige Lok, 1921 in Karlsruhe gebaut, rund 18 Kubikmeter Wasser und 2,5 Tonnen Kohle. Die Gesamtzuglänge beträgt deutlich über 100 Meter. Abgesehen von ergebnislosen Gesprächen mit der Bahn über einen Standort für Lok und Material in Karlsruhe blicken Fantoli und Sektionsleiter Roland Brunnecker auf ein „ordentliches Jahr“ zurück.

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Wichtige Einnahmen

In Dresden tauchte die 58 311 als Überraschungsgast auf. Bei ihren Albtalfahrten sorgt die Brot- und Butterlok des Vereins für wichtige Einnahmen. Das Nostalgie-Dampfzughobby erfordert nicht nur starken ehrenamtlichen Einsatz – obendrein ist es teuer. Und Sicherheit geht vor. Nächstes Jahr geht es wieder Richtung Osten, zu einem Treffen preußischer Dampfloks und mittendrin wird die badische 58 311 sein. Die schnaubt und schnauft derweil weiter durchs Albtal. Das Pfeifen des Nikolauszuges ist noch lange zu hören.